Soll uns der Nationalstolz abgewöhnt werden?

25 Antworten

Ich meine warum sollte Jugendlichen beigebracht werden sich für etwas Schuldig zu fühlen für das sie nicht einmal etwas können??

Warum soll Jugendlichen beigebracht werden, auf etwas stolz zu sein, wofür sie nicht einmal etwas geleistet haben? Gleiche Frage, nur mit umgekehrten Vorzeichen. ;)

Ich persönlich denke nicht, dass ich mich wegen Hitler und Co. schuldig fühlen muss. Ebenso muss ich aber auch realisieren, dass Goethe und Co. ihre Arbeit auch gemacht hätten, wenn es mich nicht gäbe oder ich in einem anderen Land geboren wäre.

"Nationalstolz" ist genauso wie das "Schuldgefühl" nur irgendein imaginärer Wert, für den man sich nichts kaufen kann und für den man sich nicht den Stress machen muss, irgendwelche Militärparaden oder so'n Quark zu veranstalten, die Steuergelder kann man auch besser investieren. Das Image der Bundeswehr kann man auch anders verbessern und manche Leute sind in ihrer Ideologie dermaßen festgefahren, dass du sie eh nie überzeugen kann, manche Leute werden immer linksextrem bleiben und Bundeswehrangehörige beschimpfen, da kann man nix gegen machen. Mit einer Militärparade würdest du eher noch Wasser auf die Mühlen dieser Leute gießen.

Dass Kreuze aus Schulen entfernt werden, finde ich übrigens gut. Wir sind kein christlicher, sondern ein säkularer Staat. ;)

Hallo,

Ich halte von einer übertriebenen Demut angesichts unserer Vergangenheit auch nichts, v.a. weil die jüngeren Generationen diese nur aus den Schulbüchern kennt. Wir die wir heute leben haben mit dem 2. WK so gut wie nichts mehr zu tun und müssen dementsprechend auch keine "Schuld" empfinden.

Ich glaube allerdings, dass du deine Lehrerin falsch verstehst: Sie will euch kein Schuld- sondern Verantwortungsgefühl vermitteln. Denn uns obliegt es nun, einen weiteren Weltkrieg durch ein totalitäres Regime in Europa unter allen Umständen zu verhindern. Einige unserer Vorfahren tragen die Schuld, wir müssen nun mit dem Schaden, den sie angerichtet haben, verantwortungsvoll umgehen und dazu gehört auch eine intensive Vergangenheitsbewältigung, wie im Geschichtsunterricht.

Nationalstolz nimmt meines Erachtens heutzutage leider immer noch eine viel zu große Rolle ein. Ja, auch ich liebe das heutige Deutschland als meine Heimat, weil es so ist wie es ist - und das wird mit auch niemals jemand aberkennen können. Allerdings empfinde ich keinen "Stolz" Deutscher zu sein. Jede Nation kann sich über das freuen, was ihr einen Platz in dieser Welt gegeben hat und muss sich nicht damit brüsten. Denn Stolz ist nie frei von Eitel und Fehlern. Man ist i.d.R. nur dann stolz auf sich, wenn man etwas außergewöhnliches geleistet hat, also etwas, was andere vllt noch nicht erreicht oder erlebt haben. Aber genau da liegt das Problem: Durch die Freude, die wir darüber empfinden grenzen wir uns auch gleichzeitig von anderen ab, die etwaiges noch nicht durchgemacht haben. Wenngleich das auf zwischenmenschlicher Ebene zu keinen allzugroßen Komplikationen führt ist das auf nationaler Ebene ein richtiges Problem: Denn durch Nationalstolz grenzt man sich ein Stück weit ab!

Es muss außerdem beachtet werden, dass man Stolz in der Regel vor dem Hintergrund einer bestimmten Einzeltat bzw. Ereignis empfindet. Man ist stolz darauf die Schule geschafft zu haben etc. ... 

Bezieht man diesen Begriff jedoch auf eine gesamte Nation wird es schwierig: Wir können stolz darauf sein, dass Albert Einstein, ein Deutscher (nicht dass das einen großen Einfluss gehabt hätte), ein so großartiger Physiker war. Wir können allerdings nicht stolz darauf sein, dass Dt. 2 verheerende Angriffskriege geführt hat. 

Wir als Deutsche haben es insofern so schwer, als dass wir den größten Massenmord in der neueren Geschichte angezettelt haben, sodass brutale Ereignisse wie der Afghanistankrieg Bushs oder Frankreichs blutiger Algerienkrieg nicht so "interessant" erscheinen. Somit ist auch der verblendete Nationalstolz der USA und der Frankreichs ebenso fehl am Platz.

Nun zum letzten Punkt: den Militärparaden. Ein ganz und gar überflüssiges Ereignis -und ich bin froh, dass nicht alle Jahre wieder die Panzer und Raketen durch die Straßen rollen. Was soll das denn bringen? Dass Deutschland keine Militär zeige stimmt außerdem gar nicht! Wir haben zwar keine riesen Aufmarschplätze, was übrigens nicht an unserem Vergangenheitsscham liegen dürfte, sondern daran, dass wir gar nicht so viele Panzer, Raketen etc. haben, es gibt aber häufig kleinere Paraden, insbesondere die des Wachtbataillons, an Staatsbesuchen und am Tag der deutschen Einheit.

Was Schweinefleisch und Kreuze mit dem Thema zu tun haben verstehe ich nicht. Ich hoffe, ich konnte dir die Logik hinter dem Unterricht und den Aussagen deiner Lehrerin etwas näher bringen

LG

Wüßte nicht welches vergleichbare Ereignis deutscher Geschichte, einen gleichen historischen Bestand haben könnte wie der 14.Juli 1789, der Beginn der Französischen Revolution.

Stolz ist ein Fremdgefühl. Mithin erklärt sich nicht worauf Deutsche in ihrer Geschichte Stolz sein könnten?

Das letzte Großereignis der Deutschen, von historischer Bedeutung, war das III.Reich und der zweite Weltkrieg. Nichts worauf eine Nation Stolz sein könnte.
Seither ist gar nichts mehr geschehen, von historischer Bedeutung.

Jetztnur nicht die Wiedervereinigung bemühen, die war keine rein deutsche Intension, schon gar nicht im Westen.
Die wesentlichen Ereignisse geschahen im November 1989, nicht am 3.Oktober 1990, dem man zum Feiertag erklärte.

Stolz auf die Bundeswehr zu sein?
Worauf eigentlich genau, außer den Millitarismus zu verherrlichen?

Die Franzosen sind sicher Stolz, als le Grande Nation, ein Begriff den Napoleon begründete, der ebenso eine "Geburt" der Französischen Revolution gewesen ist.
Die Franzosen verbinden mit dem 14.Juli 1789 die Begründung der Demokratie in Europa.
Eine vergleichbare Leistung haben die Deutschen nicht vorzuweisen.

Also vernächlässigst du die Komplette Geschichte vor WW2

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@Tom1111111

Welche deutschen Großereignisse waren denn vorher, von vergleichbarer Bedeutung wie die Französische Revolution?

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@soissesPDF

@soissesPDF

Gute Antwort, die alles auf den Punkt bringt.

👍🏻 dafür.

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@Tom1111111

Du hast keinen Begriff von Historie, oder.

60 Jahre sind historisch betrachtet ein Mückenschiss.
Die Kulturen der Mayas, der alten Äqypter, der Antiken Griechen und Römer sind historisch bedeutender.

Ein Sprung in die jüngere Geschichte Europas, hier überragt die Französische Revolution an Bedeutung und Nachhaltigkeit alles sonstige.

En Detail, der Code Civil des Napoleon Bonaparte ist die Begründung aller Bürgerlichen Gesetzbücher Europas, einschließlich des Deutschen.
Die Menschenrechtscharta aus der gleichen Zeit wurde von allen heutigen Staaten ratifiziert.

Es gibt kein vergleichbares Datum in der jüngeren Geschichte, schon gar kein deutsches.

Du versuchst einen Begriff "Nationalstolz" mit Inhalt zu füllen, wo keiner ist.
Die Steigerung davon ist Chauvinimus, das ist das worauf Du hinaus willst.

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Als erstes beziehst du dich lediglich auf alle Ereignisse ab WW2 und jetzt behauptest du das eine so kurze Zeit ein Mückenschiss ist. Du versuchst es so darstehen zu lassen als würde in Deutschland nichts außer dem WW2 passiert sein und als dürfte man nur stolz auf sein Lamd sein wenn es historisch eine riesen Bedeutung hat. Wenn so deine Gecshichte Aussieht tust du mir echt Leid mein Freund.

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@Tom1111111

Zum mitmeißeln, es geht um historische Bedeutung mit Nachhaltigkeit.
Du hast den Vergleich hergeleitet, Frankreich 14.Juli1789 vs. Deutschland.
Nur auf diese Zeit eingegrenzt ist da nichts von gleicher Bedeutung als eben die Franzöische Revolution.

Du plustert dicke Backen auf, in einem vermeintlichen Geltungsdrang.
Im aufgezeigten Zeitraum ist der Deutschen trauriger Höhepunkt der WKII.
Nun lassen sich historische Ereignisse nicht herbeizaubern, oder jeder Furz der jüngeren Zeit gleich zum Sturm erheben.

Vielleicht wollen das die Deutschen nicht, vielleicht wollen es die Europäer nicht, in Umkehr der Geschichte.
Das wäre eine andere Diskussion.

Wenn Du jedoch derartige Vergleiche anstrengen willst, um Deinen diffusen Stolz mit irgendwas zu begründen, dann musst Du etwas liefern können.
Bundeswehrparaden, Marsch in Schweineterzen und alle schunkeln mit, begründet nichts, außer einem Hang zum Millitarimus mit viel Tschingtarassa.

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