Soll man schwer behinderte/kranke am leben halten?

17 Antworten

...Menschen, für denen der Tod unausweichlich ist, (die todgeweiht sind) sterben sowieso irgendwann. Die hängt man nicht an Maschinen, sondern bringt sie in ein Hospitz, wo sie dann irgendwann in Frieden sterben können (bspw. im Endstadium einer Krebserkrankung).

...Ausserdem gibt es bereits Fälle, wo z.B. Maschinen. - auf Verlangen der Angehörigen -abgestellt wurden, weil es keine Aussicht auf Heilung gab. Solch eine Entscheidung geht vor eine Ethikkommision, und ähnliches wird es immer wieder geben - egal, in welchem Land.

"Standardmäßig" schwer kranke Leute oder Behinderte einfach sterben zu lassen - diese Entscheidung sollte nicht ein einzelner (dazu noch ein Außenstehender) fällen. Es sollte im Bestimmungsbereich jedes einzelnen liegen, den so eine Situation betrifft.

...Dafür gibt es sog. "Patientenverfügungen", die vorsorglich von jeden ausgefüllt werden können, "im Falle wenn...".

...Muss ein Patient eine Zeitlang an Geräten hängen - und hat er Aussicht auf mögliche Besserung, bzw. sogar vollständige Heilung seines Leidens, wird normalerweise erst mal dieser Weg gegangen werden, um den Patienten zu helfen.

...Und das ist gut so.

...Jeder Fall ist einzigartig, individuell, und kein Fall mit den anderen vergleichbar. Dass manche Leute bereits von Vornherein bspw. künstliche Beatmung jeglicher Art in solchen Patientenverfügungen ablehnen, ohne überhaupt ein womögliches Krankheitsbild in diese Überlegung mit einzubeziehen, erachte ich persönlich nicht als richtig.

....Damit es nicht durch die evtl. laienhafte "ungenaue Formulierung" solcher Verfügungen zu womöglichen Missverständnissen kommt, sollte man sich die Auswahl solcher "Ausschluss-Kriterien" sehr gut überlegen und seine Wünsche diesbezüglich auch sehr präzise formulieren.

Entsprechende Menschen haben mitunter eine andere Auffassung von Glück und Lebenswürde als Gesunde.

Ich habe vor einiger Zeit mal diverse BBC Reportagen geschaut - darunter auch eine, in der es um einen Familienvater ging, der aufgrund eines schweren Unfalls derartige Schäden davon trug, das er nicht mal mehr selbstständig atmen konnte und davon ab, bis auf die Augen auch nichts mehr bewegen konnte.

Die Ärzte stellten sich lange die Frage, ob es in seinem Sinne ist die Beatmungsmaschine am Laufen zu halten, weil auch sie daran zweifelten das so ein Leben lebenswert ist.

Nach vielen Wochen hat man damit begonnen die Kommunikation über die Augen zu trainieren. Dazu hat man ihm in regelmäßigen Abständen über viele Wochen hinweg immer wieder die gleichen Fragen zu seiner Person und Familie gestellt und ihn darum gebeten für Ja und Nein bestimmte Augenbewegungen zu machen.

Viele Monate später war man sich dann sicher, das der Mann versteht was um ihn herum passiert und auch in der Lage ist Entscheidungen zu treffen und das er dies zweifelsfrei durch die entsprechende Augenbewegung kommunizieren kann.

Dann erklärte man ihm seine Situation und das sich seine Situation nicht verbessern wird und frage ihn ob er so leben möchte oder ob er möchte, das die Beatmungsmaschine abgestellt wird und er sterben kann.

Der Mann hat sich dafür entschieden so zu leben.

Natürlich wurde ihm die Frage über mehrere Wochen hinweg mehrfach gestellt, um Fehler auszuschließen.

Mich hat das sehr berührt, weil es auch für mich im ersten Moment unverständlich war, dass jemand unter solchen Umständen tatsächlich leben möchte. Eine große Motivation für den Mann war mit Sicherheit die Familie bzw. insbesondere die noch recht kleinen Kinder.

Diese aufwachsen sehen zu können, schien ihm das eigene Leid zu ertragen wert zu sein.

Worauf ich hinaus will ist, das man in Menschen nicht hineinschauen kann und Glück und Lebensfreude aus so viel mehr gezogen werden kann, als uns gesunden Menschen zumeist bewusst ist.

Deshalb sollte man Menschen - egal wie stark eingeschränkt sie sind die Chance geben weiter zu leben - sofern sie sich nicht anderweitig verständlich machen oder nicht offensichtlich leiden (Schmerzen z.b.).

Grenzwertig ist es natürlich, wenn sich jemand überhaupt nicht mitteilen kann und man somit nicht weiß, was in der Person wirklich vorgeht. Vor sich hinvegetieren müssen und leiden, ohne dies mitteilen und dem Leid ein Ende bereiten zu können ist sicherlich grausam, aber deshalb kann man nicht mal eben pauschal über die Köpfe der Betroffenen hinweg entscheiden ihnen ihr Leben zu nehmen.

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Dann ist er wohl ein masochist. Nein, so würde ich nicht mehr leben wollen.

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@Hasag111

Das bezweifel ich - er hat halt nur einen anderen Wert im Leben erkannt als den, den du und ich für angemessen halten, würde ich sagen.

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