Soll ich zum Psychologen/Psychotherapeut/Psychiater?-Mutismus,Redeblockade...?

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6 Antworten

Liebe Insa,
ich verstehe, dass du nicht weiter weißt. In deinem Alter ging es mir genauso - und ich hatte damals noch keine Ahnung davon, dass es so etwas wie Selektiven Mutismus überhaupt gibt.

Was du beschreibst kann Selektiver Mutismus sein. 
Einen Anhaltspunkt für eine Störung, die in Richtung Autismus geht, kann ich in deiner Beschreibung nicht erkennen. 
Eine konkrete Diagnose können nur Fachleute stellen. 

Ich weiß, dass es schwer ist, sich bei Sprechblockaden die Hilfe von einem Profi zu holen. Wenn du einen Hausarzt hast, der dich unterstützen kann, wäre das ein guter Einstieg.

Es ist viel leichter, die Sprechblockaden loszuwerden, wenn dir jemand dabei hilft. Das kann ein Psychotherapeut sein. Ideal sind Therapeuten mit einer Zusatzausbildung für Mutismustherapie, die Erfahrung mit dieser Störung haben. Es gibt auch Logopäden/Heilpädagogen, die sich darauf spezialisiert haben. Die kennen sich oft besser mit dem Mutismus aus.

Therapeuten, die sich auf selektiven Mutismus spezialisiert haben, findest du z. B. auf
http://www.mutismus.de/forum-und-netzwerke/therapeutennetzwerk
oder
http://www.selektiver-mutismus.de/therapeutensuche/

Ich habe heute keine Sprechblockaden mehr. Es hat bei mir lang gedauert, weil ich nicht wusste, dass ich "mehr als schüchtern" war und weil ich mir keine Unterstützung geholt habe. Ich bin mir sicher, dass es mit der Hilfe eines Experten schneller gegangen wäre.

Und noch was: Du musst dich nicht im Unterricht melden. Vielleicht ist dein kleines Erfolgserlebnis für heute, nur leise zu jemandem "Guten Morgen" zu sagen. Und morgen suchst du dir einen anderen Erfolg, ohne dich zu überfordern. Den Alltag mit Sprechblockaden hinzukriegen ist anstrengend - mach dir daher deine Herausforderungen so klein, dass du sie gut schaffen kannst.

Herzliche Grüße,
Chrstine

Mutismus ist weit mehr als nur eine Blockade. Soziale Unsicherheit alleine ist kein Indiz für Asperger.

Es gibt in der Tat ruhige, introvertierte und schüchterne Kinder und Jugendliche deswegen muss nicht gleich eine Entwicklungsstörung dahinter stecken. Für einen Diagnostiker sind nicht nur die aktuellen "Beschwerden" interessant sondern insbesondere die ersten 5 Lebensjahre, da macht sich das auch bemerkbar. Ich selbst hatte auch als Baby schon signifikante Auffälligkeiten deswegen müssen (vorallem in deinem Alter) auch Eltern und/oder Betreuer mit zu einer möglichen Austestung.

Genausogut kann auch eine soziale Phobie, Persönlichkeitsstörungen, ADS, ADHS dahinterstecken.

Aus deinem Text lese ich ehrlich gesagt nichts, was auf Autismus deuten könnte.

Ich würde alles aufschreiben, was das Thema betrifft und dann damit zum Arzt gehen. Dieser wird dich dann vermutlich an einen Psychotherapeuten überweisen.

Dahin kannst du deine Liste auch mitnehmen. Das kann dir helfen die Sachen zu erzählen, wenn du so gehemmt bist, kannst du dem Therapeuten die Liste auch einfach geben.

Sorry falls es dir nicht hilft, wollt dir nur sagen - ich W/14 habe genau dasselbe Problem und das seit der 5. Klasse! Meine Mutter unterstützt mich da kaum, mein Vater auf jeden Fall nicht. Er denkt sich nur, das ich mich nur anstellen würd und einfach reden soll und der Rest ist auch exakt wie bei mir!

Anzeichen für Autismus sehe ich darin nicht. Aber wenn es seit dem Kindergarten so ist, könnte es mit Mutismus zu tun haben.

Mit 17 fällt du gerade so noch in die Kindermedizin. Da hast du noch eine Chance, einen Termin beim Jugendpsychiater zu bekommen. Ab 18 musst du zum Erwachsenenarzt, das heißt, dann wird es richtig kompliziert. Wenn du also Hilfe suchst, dann pack es jetzt an.

Schüchtern ist das eine, Asperger ist etwas völlig anderes. Ein Psychologe kann dir helfen, aber nur indem er dir hilft, dir selbst zu helfen.

Als erster Schritt schau dich doch einfach mal um, ob es in deiner Stadt, vielleicht in deiner Schule, Beratungsangebote gibt. Denn "zum Psychologen gehen", das ist nicht so problemlos wie zum Zahnarzt. Die Wartezeiten selbst auf ein Probegespräch beträgt oft mehrere Monate. Oft gibt es Schulpsychologen. Oder die Kirchen bieten Beratungsstellen an.

Danke für deine Antwort bringt mich nur leider nicht weiter

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