Soll ich wegen mein Studium umziehen?

8 Antworten

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Ich bin nicht gleich zu Studienbeginn an meinen Studienort gezogen sondern eine Weile auch so 1,5 h eine Richtung gependelt. Als ich dann endlich umgezogen bin war das wie eine Offenbarung. Man verpasst einiges und macht sich das Leben stressiger wenn man Pendeln muss.

  • Vorlesungen: Eine Veranstaltung morgens, eine Nachmittags, das war vorher unpraktisch, weil man irgendwo die Zeit verbringen musste. Klar ist UB immer eine gute Option, aber trotzdem war es toll dann zwischendrin heimgehen zu können.
  • Frühe Vorlesungen sind je nach Zuganbindung unangenehm. Für die um 8 Uhr hieß es Aufstehen um 5:45 Uhr. Nicht schlimm, andere machen das täglich, aber trotzdem lästig.
  • Kochen daheim: mitunter dem ewigen Mensaessen vorzuziehen.
  • Weniger Planung: vorher musste man alles Planen um die Zeit vor Ort möglichst sinnvoll zu nutzen. Bücher ausleihen/ zurückbringen, Termine - alles war mit Organisation verbunden. Dann hat man was daheim vergessen und alles verschiebt sich.
  • Abendveranstaltungen: Man kann zu Vorträgen, Weihnachtsfeiern und sonstigen Veranstaltungen ohne sich Gedanken zu machen wie man danach wieder heimkommt. Man muss nicht immer einen Blick bei der Uhr haben. Gerade die Vorträge habe ich genossen.
  • Nerviges Warten in der Hitze/ Kälte an Bahnhöfen fällt weg. Man muss sich nicht mehr über Zugverspätungen und -ausfälle ärgern. Die Zeit zu der man daheim ist wird berechenbarer.
  • Zeitgewinn: unglaublich wieviel Lebenszeit man beim Pendeln verschwendt hat. Anfangs wusste ich kaum was anzufangen mit 3 Stunden zusätzlicher Zeit pro Tag. Wenn man das hochrechnet! In einer Woche wärst Du ca 20 Stunden nur unterwegs, in einem Monat schon ca 80 Stunden. Das sind 3,3 Tage Deines Lebens die Du nicht wiederbekommst und das ist wenn alles gut läuft und man nicht irgendwo steckenbeibt...
  • Spontanität: man kann mal schnell irgendwas erledigen, jemanden treffen, kurz was unternehmen.
  • Eigenständigkeit: für mich selbst verantwortlich zu sein und mein Leben allein zu organisieren fand ich lehrreich und gewinnbringend. Man ist nur sich selbst Rechenschaft schuldig, muss aber auch mit Fehlschlägen zurechtkommen.
  • Leute zu mir einladen und nicht nur immer auf die Gastfreundschaft anderer angewiesen sein fand ich toll.
  • Atmosphäre: viele Studentenstädte haben eine Atmosphäre, die man eigentlich nur wirklich mitbekommt wenn man dort lebt und seinen Alltag bestreitet. Läden, Schleichwege, Geheimtipps, entspannen am Wochenende,...
  • Abends weggehen: eigentlich konnte ich erst dann richtig am Studentenleben teilnehmen, zu den Studentenparties gehen, mal spontan einen Kaffeetrinken gehen, Spieleabende mit Komillitonen, Kino,.... Als Externer erlebt man das einfach nicht so wirklich.

Suma Sumarum: wenn Du es Dir irgendwie leisten kannst, dann zieh an Deinen Studienort. Die Erfahrungen und das stressfreiere Leben sind die Mehrkosten meiner Ansicht nach allemal wert.

Die meisten meiner Komilitonen, die anfangs daheim wohnten, sind später an den Studienort gezogen und haben bereut das nicht früher getan zu haben - so auch ich. Oft lernt man im Studium seinen Partner kennen und zieht dann irgendwann mit dem zusammen. Ich kenne einige, die so nie wirklich mal alleine gelebt haben. Mir würde wirklich eine wichtige Phase im Leben fehlen, hätte ich das damals nicht gehabt.

Krass, danke für deine Antwort und danke dass du dir die mühe gemacht hast.

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Ja lohnt sich!

Im Architekturstudium darfst du nicht davon ausgehen, dass es ausreicht deine Vorlesungen und Übungen zu besuchen. Du wirst viele Gruppenarbeiten haben und deine Projekte im Studio bearbeiten müssen. Dazu Modellbau, den du im Zug gar nicht stemmen kannst. Architektur-studieren.info hab ich hier schon ein paar Mal empfohlen, falls du noch Informationen brauchst deren Studienführer ist TOP!

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Hallo

Meiner Meinung nach würde es sich lohnen, da ich sehr viele Leute kennen, die wegen ihres Studiums umgezogen sind. Praktisch wäre z.B. eine kleine Wohnung. Und 1 Stunde Autofahrt zum Lehrplatz ist eigentlich schon ziemlich lang.

Ich hoffe ich konnte helfen

LG

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Wenn du das finanziell gestemmt bekommst würde ich das machen.

Selbst wenn es nur die 2 h am Tag mit dem auto sind ist das viel, 4 erst recht. Und in einem Studium bei dem du ggf auch mal Freistunden hast und erst dann wieder eine Vorlesung bist du bei langen fahrzeiten eher geneigt die eine Vorlesung nach 3 "Freistunden" ausfallen zu lassen.

Außerdem macht eine Wohnung vor Ort lerngruppen und szialisierung z.b. bei studentenparties leichter.

Vorausgesetzt das du es stemmen kannst.

Ja, ist nicht nur die Zugfahrt sondern auch das Studentenleben, welches dich für dein Leben prägen sollte und du sonst verpasst.

Ist die richtige Zeit für den Absprung, damit du lernst, dich um wirklich alles selbst zu kümmern.

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