Soll ich sagen, dass ich Veganer bin? Kaplan, DFH-Stipendium

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11 Antworten

Wenn es dir wirklich wichtig ist, dann sag einfach du bist Vegetarier. Es geht nicht darum, was andere von dir denken, sondern darum, dass du bewusst so lebst, wie du es willst! Und wenn das bedeutet deswegen mal ein Jahr nicht 100% vegan zu leben, okay! :)

Kronoko 28.11.2013, 19:34

Also soll ich nicht sagen, dass ich mein vegan sein dafür aufgebe? Ich meine ich werde ja sowie so sagen, dass ich Vegetarier bin

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TimToTheOthy 28.11.2013, 19:38
@Kronoko

Könnte halt sein, dass es dann trotzdem irgendwelche Nörgeleien gibt, deshalb würd ich es einfach nicht erwähnen, um dem unnötigen Stress aus dem Weg zu gehen ;)

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Hallo Kronoko,

ob du dein Jahr weiterhin als Veganer verbringen möchtest oder auf die vegetarische Variante umsteigen möchtest, musst du ganz alleine für dich entscheiden. Ich selbst war auch in den USA und in der High School bei mir gab es immer warmes Essen und eine Salatbar... als ich dann zu Hause war haben wir natürlich manchmal alle zusammen zu Abend gegessen und manchmal hat auch jeder für sich etwas gekocht/eine Kleinigkeit gegessen (einen Salat oder Sandwich etc.) Da wirst du bestimmt auch in der Lage sein vegan zu essen. Es gibt auch in den USA mittlerweile viele Supermärkte, die vegane Produkte anbieten (Whole Foods, Trader Joes). Ansonsten kann ich dir noch die Infoseite schueleraustausch.net empfehlen für alle weiteren Fragen, die dich villt vor deiner Ausreise beschäftigen. Meine kleine Schwester ist jetzt auch in den USA und ihr hat die Seite oftmals weitergeholfen vor der Ausreise.

Liebe Grüße

Ich denke es ist müßig sich über diese Bedingungen aufzuregen. An deiner Stelle würde ich als Vegetarier ins Feld ziehen und dann vor Ort so viel wie eben möglich vegan essen. Ich denke man kann sich auch in den Familienspeiseplan durch kleine Spenden von passenden Lebensmittel oder durch gezielte Mithilfe beteiligen. Wir leben in einer Familie mit (inzwischen) Wenig-Fleischessern, Vegetariern und Vegetarier die mit Vorliebe Vegan essen. Vermeiden wo man kann, gilt bei jeden der Essenrichtungen. Der Weg ist das Ziel ...... am Ende geht es deiner Gastfamilie wie uns. Wir haben von der 10jährigen Tochter im Laufe der Zeit ein völlig anderes Essverhalten gelernt. Weniger durch Missionieren als viel mehr durch konsequentes Vorleben.

Vermutlich geht es der organisation weder um die ausgrenzung noch die diskriminierung von veganern sondern eher darum, die aufwandskosten für die gastfamilien möglichst im rahmen zu halten. dafür habe ich verständnis, immerhin bedarf vegane ernährung einem gewissen aufwand und guter sachkenntnis, vom oft horrenden preis der zutaten ganz zu schweigen.

andererseits kann ich sehr gut verstehen, dass meine eine gewohnheit, die man aus überzeugung angenommen hat nicht einfach ablegen möchte. wenn man in ein land reist, in dem lange kleidung geboten ist, ist es kein problem, sich daran zu halten, da das tragen von langer kleidung meinen überzeugungen nicht grundsätzlich widerspricht. auch die teilnahme an kulturveranstaltungen und selbst einschränkungen hinsichtlich der geschlechterrollen würde ich hinnehmen, solange ich mich schwer unterdrückt fühle. ein problem hätte ich in dem moment, in dem von mir erwartet wird,etwas zu tun mit dem ich ganz und gar nicht einverstanden bin. wenn man mehrere jahre seines lebens darauf verwendet, ein für sich korrektes verhalten zu entwickeln tut es weh, wieder zu "sündigen".

realistisch gesehen handelt es sich um amerika, nicht den hindukusch, eine (zumindest vorwiegend) vegane ernährung sollte dort also grundsätzlich möglich sein, ohne sich in gefahr zu bringen, mangelerscheinungen zu bekommen. vielleicht kannst du eine gastfamilie schon im vorfeld kennenlernen? wenn du bereits im vorfeld mit ihnen in kontakt trittst dann besthen vielleicht chancen, dass sie deinen kleinen "schwindel" mitmachen und du trotzdem unterkommst. wenn du alles nötige bereits vorher abklärst und auf offene menschen triffst, die bereit sind, auch auf dich einzugehen sollte das doch möglich sein :)

Kronoko 29.11.2013, 23:03

Ich weiß gar nicht, was ihr alle habt mit dass das ja viel teurer ist. Ist es gar nicht, da ich so gut wie keine Erstazprodukte esse. Und eine Soja-Milch 89 cent reicht ne Woche, dann noch paar Haferfloken und sonstige vegane Müslisachen( nur die billigen sind vegan, nach meiner Erfahrung) und dann wars das mit dem Frühstück und Mittags was schönens mit Gemüse machen und Abends ne Scheibe Brot. Magarine drauf( kostet 1 cent mehr) und dann Tomatenstücken oder Gurkenstücken und die Sache hat sich erledigt. Zwischen durch Obst und einmal die Woche mal nen Alpro-Joghurt. Das ist so viel teurer auch nicht, wenn es überhaupt teurer ist.

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Moucky 30.11.2013, 23:24
@Kronoko

Ich kann dieses ewige und nicht auszurottende Vorurteil auch nicht nachvollziehen.... Das ist einfach nur falsch !

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Kronos98 02.12.2013, 19:37
@Moucky

Ich frag mich auch immer, wie darauf gekommen wird? Ich versteh es einfach nicht, genauso mit Mangelerscheinung balbla. Ich lebe seit über einem Jahr vegan, habe ein paar Bluttest gemacht und alles ist in Ordnung und mein Vater ist immer noch der Meinung ich hätte ja so schlimme Mangelerscheinungen...

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Runaa 03.12.2013, 06:28
@Kronos98

Was ich eher meine, ist, dass diese Dinge wahrscheinlich zusätzlich zu den von der Familie bereits selbst gekauften Lebensmitteln angeschafft werden müssen anstatt einfach mitzuessen. außerdem haben produkte wie -avocado oder leinöl und ersatzprodukte (so man denn welche isst, was ich ja nicht riechen kann) durchaus ihren Preis, abhängig von der Region könnte es sogar schwierig werden sie zu bekommen. Was ist, wenn diese Familie dreimal in der Woche essen geht, und zwar in einem Steakhouse?

Dass es unmöglich ist habe ich nicht gesagt und sage ich nicht, eher im gegenteil - ich meine ja sogar, dass es in eienem land wie Amerika durchaus sehr gut möglich ist. Lediglich aus fairness der Familie gegenüber würde ich versuchen, es vorher abzuklären, sicherlich gibt es auch vegetarische Familien in diesem Programm, die mit diesem kleinen "update" kaum Schwierigkeiten hätten.

Aber vielleicht sollte ich mich zu diesem Thema gar nicht äußern, es wird jeder noch so diplomtisch dargestelle Zweifel mit Wortklaubereien in der Luft zerissen :(

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Hi, ich finde, Du solltest gar nichts angeben. Geht ja auch niemanden was an. Was Du dann letztendlich isst, ist einzig und allein Deine Sache und geht höchstens die Gastfamilie was an. Das kannst Du doch aber dort in einem Gespräch klären.

Sag du bist Vegetarier. Und wenns drauf ankommt:

  1. Eier magst du halt meistens nicht (zumindest pur, Rührei, Spiegelei....) und

  2. Milch verträgst du -wie so viele andere nicht-. Du willst ja keinen Durchfall riskieren ;-))

  3. Bei Käse muss man auch nicht jeden mögen.

Naja, und wenn du schon selber bereit bist, Kompromisse zu machen, dann fragst du halt bei Kuchen etc. NICHT nach, ob da Milch oder Ei drin ist.

Kronoko 29.11.2013, 22:56

Käse mag ich ja sowieso nicht, außer den auf pizzen, den mochte ich. Milch vertrage ich wirklich nicht so gut, hab immer mega viel Pickel bekommen( jetzt nicht mehr) und bei mir ist es so, dass ich vorher schon Produkte, wo Ei drin ist und generell Ei nicht so lecker fand :D

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upsala007 30.11.2013, 00:28
@Kronoko

Na, siehste, dann bist du kein Veganer, sondern ein eigenwilliger Vegetarier! Du wirst vor Ort schon klar kommen, mach dir mal nicht zuviele Gedanken!!!!

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Bist Du halt Vegetarier, ernährst Dich dort aber dennoch vegan. Im Zweifel hast Du diese Entscheidung erst in dem Moment getroffen, in dem Du dort warst. Sorry, aber jemand dessen Bedingungen jemanden ausschließen, der ihnen zu rücksichtsvoll mit anderen Lebewesen umgeht, hat sicher keine ehrlichen Angaben verdient. Das ist eine einfache Werteabwägung - Tod von Tieren vs. Lüge.

Kronoko 28.11.2013, 19:47

Wobei ich ja auch in Gewissen Sinne das verstehe, weil es ja nicht gesagt ist, ob mich dann jemand haben will, wobei ich auch kein Problem mit einer Fleischessenden Familie habe, da meine Familie ja hier auch Fleisch isst

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Moucky 28.11.2013, 20:43
@Kronoko

Meine Familie hat primär nichts damit zu tun, wie ich mich selbst ernähre bzw. wie ich lebe, auch erst recht nicht meine potentielle Gastfamilie... !

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BlackRainbow666 28.11.2013, 21:02
@Kronoko

Verstehen tu ich das auch. Aber es ist schon eine ... krasse Prioritätensetzung :)

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Ehrlich währt am längsten. Ganz einfach. Wenn du lügst um dieses Stipendium zu bekommen hast du es nicht verdient. Wenn du die Wahrheit sagst bekommst du es auch nicht. Gut das ist so, dann musst du dir leider ein anderes suchen. Aber ich gehe mal davon aus dass dir schon vor der Bewerbung klar war dass die keine Veganer nehmen. Dann finde ich es eine Frechheit dass du dich bewirbst, lügst und dann noch erwartest genommen zu werden.

Fielkeinnameein 29.11.2013, 15:14

Ehrlich währt am längsten. Ganz einfach.<

Auch wenn ich dir im Grunde zustimme ist das eine, heutzutage, sehr naive Einstellung.

Mal davon abgesehen, geht es 1. niemanden was an wie du dich ernährst und 2. wäre ein Auschluss auf Grund deiner Ernährung sicher nicht Rechtens, kann ich mir zumindest nicht vorstellen.

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susicute 29.11.2013, 16:14
@Fielkeinnameein

Wer in seiner Bewerbung angibt vegan zu leben ist als ATS kaum vermittelbar. Und da es hier um Austauschorganisationen geht, deren Geschäft es ist ATS ins Ausland zu vermitteln, behalten diese sich logischer Weise vor nur jene Personen ins Programm aufzunehmen, die auch vermittelt werden können. Die Kriterien für eine Aufnahme werden übrigens von den im jeweiligen Land ansässigen Orgas aufgestellt. Ähnliche Einschränkungen gelten z.B. bei manchen Ländern für Tattoos oder Piercings. Für viele Menschen sicherlich ein Ausdruck ihrer Individualität, evtl. sogar ihres Glaubens oder ihrer Lebenseinstellung. Wenn diese aber mit den Werten einer Gastfamilie nicht übereinstimmt und diese trifft letztendlich die Entscheidung über die Aufnahme eines Schülers, dann gibt es keine rechtliche Grundlage um eine Aufnahme zu erzwingen. Die Kriterien der Orgas beruhen hierbei schlicht weg auf Erfahrungswerten.

Im Falle unseres Fragestellers handelt es sich zudem um eine Bewerbung um ein Stipendium. Ein Stipendium kann nicht eingeklagt werden, es besteht kein rechtlicher Anspruch eines zu erhalten. Das gilt für Stipendien aus öffentlichen Geldern, aber umso mehr, wenn es sich um einen privaten Träger handelt. Und ein Stiependiengeber wird unter allen verfügbaren Kandidaten immer denjenigen auswählen, der am besten in den eigenen Kriterienkatalog passt. So wird sich ein konfessioneller Träger für einen Stipendiaten aus der eigenen Glaubenszugehörigkeit entscheiden und eine politische Stiftung wird jemanden wählen, der mit den eigenen politischen Werten übereinstimmt. Dadurch wird weder mein Grundrecht der Religionsfreiheit noch meine politische Meinungsfreiheit tangiert. In unserem konkreten Fall gehören neben Kriterien wie schulischer Leistung, gesellschaftlichem Engagement, persönlicher Motivation zu diesen Vergabekriterien eine besondere Anpassungsbereitschaft, Offenheit gegenüber anderen Lebensweisen und eine gute Vermittelbarkeit im Gastland. Umso mehr Einschränkungen ein Bewerber mitbringt, umso geringer die Chance das Stipendium zu erhalten.

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Fielkeinnameein 29.11.2013, 17:18
@susicute

Das ist ja alles schön und gut, auch wenn mich der Punkt

Offenheit gegenüber anderen Lebensweisen<

schon zum schmunzeln gebracht hat.

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xD4v1dx3 29.11.2013, 17:51
@Fielkeinnameein
  1. niemanden was an wie du dich ernährst

Wenn eine Gastfamilie jemanden FREIWILLIG aufnimmt und für denjenigen kocht, dann geht es sie sehr wohl etwas an.

  1. wäre ein Auschluss auf Grund deiner Ernährung sicher nicht Rechtens, kann ich mir zumindest nicht vorstellen.

Schau dir mal den Kommentar von susicute an, ein Stipendium kann man nicht einklagen.

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Kronoko 29.11.2013, 23:09

Ich wusste nicht, dass diese Organisatation keine Veganer nimmt, da ich nicht wusste, welcher Orga ich zu geteilt werde, falls ich weiter komme. Auch in der jetztigen Bewerbung, musste ich nicht angeben, wie ich mich ernähre, es stand nur, dass sie keine Veganer vermitteln können. Und wo Lüge ich denn? Ich würde in den USA sowieso nicht ganz vegan leben, da ich ja auch die Spezialitäten dort essen möchte. Und wenn sich mit der Gastfamilie über eine Veganelebensweise reden lässt, dann ist das doch gut und wenn nicht, dann bin ich eben für 1 Jahr mal veggie. Wo lüge ich da bitte. Ich möchte lediglich nur wissen, was besser kommt. Ob ich sage, ich bin Vegetarier oder o ich sage, dass ich eigentlich Veganer bin aber kein Problem damit hätte dort mich vegetarisch zu ernähren

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Kronoko 29.11.2013, 23:14
@Kronoko

Und auch Lüge ich in keinster Weise, wenn ich sage: Ich bin Vegetarier. Denn ich esse kein Fleisch und Fisch( wie Vegetarier), ich esse eben zusätzlich keine Milch und Ei-Produkte

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Moucky 30.11.2013, 23:30

Als eine lebensverachtende Frechheit empfinde ich es, die Würde anderer derart mit Füßen zu treten, die sich für die Würde der Stimm- und Wehrlosen einsetzen. Auf solche Leute kann ich nur pfeifen, da würde ich nicht lügen, denen würde ich vielmehr was erzählen und dann gehen, denn Speziesismus braucht niemand !

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Fielkeinnameein 01.12.2013, 18:34
@Moucky

Vorallem wenn man selbst was von

Offenheit gegenüber anderen Lebensweisen<

erzählt.

Wenn man so etwas fordert sollte das jawohl für beide Seiten gelten.

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Hi, warum nimmt "Kaplan" keine Veganer auf ?? Weil er Angst hat vor seiner eigenen Courage..., wie feige ist das denn ? Ich würd` dem sowas von in den Hint... . treten mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln, das geht ja wohl gar nicht !... Ich würde niemals die verraten, für die ich einstehe und somit auch nicht mich selbst, für keinen Preis der Welt....!!

susicute 28.11.2013, 21:11

Dann solltest du lieber Moucky niemals in eine andere Kultur, in ein anderes Land und in eine Gastfamilie reisen, bei der es schlicht weg zum guten Ton gehört sich zu integrieren und an die Gegebenheiten vor Ort anzupassen. Du kannst leben wie du möchtest solange du zu Hause bist. Aber wer über den eigenen Tellerrand schaun will und meint reif genug zu sein um sich den Herausforderungen eines Auslandsaufenthaltes zu stellen, der muss auch die Bereitschaft mitbringen eigene Lebensweisen zu ändern.

Es wäre z.B. höchst unhöflich nicht an den gemeinsamen Mahlzeiten mit einer Gastfamilie teilzunehmen, die einen offen und herzlich ohne finanzielle Gegenleistung für ein Jahr aufnimmt. Das gilt für jemanden, der Vegan lebt genauso wie für jemanden, der gerne Fleisch ist und falls er in eine vegetarische Gastfamilie kommt nicht erwarten kann, dass extra für ihn Fleisch gekauft und zubereitet wird. Das nennt sich Anpassung. Wer dazu nicht bereit ist sollte zu Hause bleiben.

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Sansay 28.11.2013, 21:21
@susicute

Liebe Moucky, nur so nebenbei...

bei der es schlicht weg zum guten Ton gehört sich zu integrieren und an die Gegebenheiten vor Ort anzupassen

Sowohl der Fleischkonsum als auch der Veganismus haben weder etwas mit dem Ort, an dem man lebt, noch mit der Kultur eines Landes zu tun.

Aber wer über den eigenen Tellerrand schaun will und meint reif genug zu sein um sich den Herausforderungen eines Auslandsaufenthaltes zu stellen, der muss auch die Bereitschaft mitbringen eigene Lebensweisen zu ändern.

Ich finde, dass dies Deine Meinung ist, nur solltest Du dies vielleicht auch erwähnt haben. Denn anscheinend hast Du nicht ganz verstanden, was Veganismus bedeutet. Ich bin zwar nur Vegetarier, aber für mich war der Vegetarismus damals ein einfacherer Schritt, als jetzt wieder Fleisch zu essen. Ich würde mir sicherlich nicht aufzwingen lassen, Fleisch zu essen, nur weil es sich dort so gehört in einer bestimmten Familie. Aber man kann nach Alternativen suchen und fündig werden. Wenn eine Organisation nicht nach veganen Familien rein aus Prinzip sucht, dann nennt man dies Intoleranz und das hat nichts damit zu tun, ob jemand nun dorthin möchte oder nicht. Er will ja auch nicht, dass eine Familie, die normalerweise Fleisch isst, für ihn vegan kocht, sondern eher, dass diese Organisation auch nach veganen Familien Ausschau haltet. Dies kann nicht so schwierig sein - wenn sich niemand meldet, dann eben nicht, aber so finde ich es auch nicht ganz okay...

LG :)

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Moucky 29.11.2013, 08:53
@susicute

Nein, das hat nix mit Anpassung zu tun, sondern mit Rückgrat... ! Wer als Nicht-Vegetarier bzw. Nichtveganer in eine vegetarisch oder vegan lebende Gastfamilie kommt und erwartet, dass für ihn als Einzigen Fleisch zubereitet wird, hat von dem Grundgedanken der Ethik dahinter keinen Schimmer. Ein ethisch motivierter Veggie bereitet aus Überzeugung kein Fleisch zu - wohingegen umgekehrt der Fleischesser auch außerhalb sich Fleisch zuführen kann. Er hat diese Skrupel ja schließlich nicht, darum kann man das in keinster Weise miteinander vergleichen. Leider geschieht dies oft - was dahintersteht, wird meist völlig verkannt...

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Moucky 29.11.2013, 12:14
@Sansay

Danke, Sansay, für die Richtigstellung. :):) Schön diplomatisch formuliert, dein Text - ich war gestern nicht dazu in der Lage - vielleicht sollte ich besser nicht schreiben, wenn ich emotional aufgewühlt bin. Manchmal finde ich Ungerechtigkeit einfach nur traurig, ich denke, wenn jemand z. B. rechtsradikal gesinnte Menschen als Gast ablehnt bzw. ausschließt oder Pädophile, ist das nachvollziehbar... Aber Veganer, das entzieht sich meinem Verständnis, grade von einem Kaplan, dem doch die Nächstenliebe sowohl für Menschen als auch für die Tiere in Fleisch und Blut übergegangen sein sollte... Leider findet man jedoch grade dort häufig den Speziesismus in Reinkultur... Warum nicht offen sein - vom Vegetarier zum Veganer ist es sooo schwer nicht, was das Kochen angeht - warum nicht anbieten, selbst noch was vom Gast zu lernen, warum nicht gemeinsam kochen und sich austauschen, warum was von vorneherein so rigoros ablehnen ? Übrigens steigt auch in den Staaten die Anzahl der Vegetarier undauch Veganer rapide an, und das im Land der Burger und Steaks... :)

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susicute 29.11.2013, 12:57
@Moucky

Ich antworte einfach mal auf beide posts zusammen...

Hier geht es nicht um Ethik oder nicht Ethik. Die gleiche Diskussion könnte man auf machen, wenn es um unterschiedliche Glaubensrichtungen oder politische Einstellungen geht. Hier geht es schlicht weg um Respekt gegenüber der Lebensweise einer Gastfamilie. Und wer als Gast in ein andres Land geht muss bereit sein seine Überzeugungen zu überdenken und auch mal von ihnen Abzurücken. Wenn eine Überzeugung dies in keinster Weise zulässt, dann ist es eine Ideologie mit fundamentalistischen Zügen.

In wie weit man sich dann in der Mitte treffen kann ist eine andere Frage. In den meisten westlichen Ländern wird es kaum ein Problem sein sich zu arrangieren, wenn es um vegetarisches Essen geht. In den meisten Fällen funktioniert es ja das Fleisch einfach weg zu lassen. Bei veganem Essen sieht dies, zumindest wenn man den Anspruch hat sich gesund vegan zu ernähren, aber schon ganz anders aus. Vielseitig vegan zu Kochen will gelernt sein und ist vor allem vielerorts eine Kostenfrage.

Und nur am Rande, auch der Verzehr von Fleisch hat in vielen Kulturen einen anderen Stellenwert als bei uns. Das gilt für den Verzehr von Fleisch genauso wie für den Verzicht auf Fleisch. Eure Argumentation, dass dies nichts mit Kultur zu tun habe ist nicht richtig. Als Kultur bezeichnet man lediglich das, was an einem bestimmten Ort zur vorherrschenden Lebensweise gehört. Ein ungarisches Gulasch ist somit genauso Bestandteil der ungarischen Kultur wie ein äthiopisch-vegetarisches Fastenessen Teil der dortigen Kultur ist oder eine Schlachtung fester Bestandteil einer Hochzeit in Südafrika.

Auch sollte man bedenken, dass es bei uns ein gewisses Zeichen von Luxus ist sich gesund vegetarisch ernähren zu können. In vielen Ländern funktioniert diese Wahrnehmung genau andersherum. Wenn ich bei Freunden in Sambia zum Essen eingeladen bin wäre es sehr unhöflich abzulehnen. Vor allem weil ich, je nach sozialem Stand der Familie, davon ausgehen muss, dass dieses Essen extra zubereitet wurde weil ich zu Gast bin und für die Familie einen finanziellen Einschnitt bedeutet. Ich finde es übrigens interessant, dass ihr aufgrund meiner Kritik sofort zu der Annahme kommt ich sei kein Vegetarier. Ich lebe überwiegend vegetarisch, jedenfalls solange ich in Europa bin.

Die Vermittlung eines ATS funktioniert übrigens etwas anders als hier offenbar angenommen wird. Gastfamilien stellen sich freiwillig dazu zur Verfügung. Sie werden nicht nach spezifischen Bedarfskriterien gesucht und vor allem nehmen sie in den USA den ATS ohne jegliche finanzielle Gegenleistung auf. Die Frage wer Gastfamilie wird hängt daher vornehmlich davon ab wer gewillt und finanziell in der Lage ist dies zu tun. Ob sich nun vegetarische Familien, christliche Familien, Buddhisten, Konservative oder Althippies dazu entscheiden kann von der Orga (insb. der Orga hier in Deutschland!) nicht beeinflusst werden. Wer nicht von seinen eigenen Lebensweisen abrücken will und einen individuellen Service erwartet, der sollte einen All-Inklusive Urlaub buchen oder ein paar Tausend mehr zahlen und an den private high school programmen teilnehmen. Letztendlich und das ist entscheidend, ist es die Gastfamilie, die sich den Schüler aussucht. Selbst wenn vegane (oder was auch immer das gewünschte Kriterium sein mag) Familien in dem Programm sind, ist es einzig und allein die Entscheidung der Familie einen Schüler aufzunehmen. Und bislang habe ich noch keine Gastfamilie getroffen, die die Ernährung des ATS als vorrangiges Entscheidungskriterium genommen hat.

Herzliche Grüße,

Susan

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susicute 29.11.2013, 12:59
@Moucky

Da hier offensichtlich ein Missverständnis vorliegt: Kaplan ist der Name einer Austauschorganisation, keine Person!

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Sansay 29.11.2013, 17:45
@susicute

Ein ungarisches Gulasch ist somit genauso Bestandteil der ungarischen Kultur wie ein äthiopisch-vegetarisches Fastenessen Teil der dortigen Kultur ist oder eine Schlachtung fester Bestandteil einer Hochzeit in Südafrika.

Das sind traditionelle Abläufe. Ein Vegetarier, der in Ungarn lebt, wird nicht dieses Gulasch essen, weil es zur ungarischen Tradition gehört. Genauso ist es eine Tradition in Südafrike bei der Hochzeit zu schlachten, aber dies sind keine Gesetze. Wenn eine vegetarische Familie heiratet, dann können sie den anderen Gästen zu liebe vielleicht auch schlaten lassen, aber sie werden kaum deshalb selbser Fleisch essen. Das wäre Unsinn. Genauso ist es in meiner Familie üblich Fleisch zu essen und in meinem Heimatland und da gibt es auch traditionelle Fleischrezepte. Genauso gibt es sie hier in der Schweiz (oder auch in DE natürlich), aber deshalb essen Vegetarier da auch nicht mit. Hier trennen sich anscheinend unsere Meinungen.

Und nur am Rande, auch der Verzehr von Fleisch hat in vielen Kulturen einen anderen Stellenwert als bei uns. Das gilt für den Verzehr von Fleisch genauso wie für den Verzicht auf Fleisch. Eure Argumentation, dass dies nichts mit Kultur zu tun habe ist nicht richtig. Als Kultur bezeichnet man lediglich das, was an einem bestimmten Ort zur vorherrschenden Lebensweise gehört.

Da muss ich Dir natürlich recht geben. Nur wohl kaum in den USA. Ausserdem ist dies wiederum traditionell (teilweise gehört dies zu verschiedenen Riten). Ich bin Gast und es mag unhöflich sein, aber ich finde es mindestens genauso unhöflich, mir als Gast etwas aufzuzwingen, was mir gegen alle Prinzipien geht. Ich komme nicht in ein Land, um ihre Traditionen zu feiern. Ich bin auch in meinem Land nicht gezwungen zu fasten und dies z.B. vegan, warum sollte ich es dann in anderen Ländern müssen? Wenn dies streng gesetzlich so ist, dann wird es kein Land sein, das ich (zumindest zu dieser Zeit) besuchen werde. Es gibt ja auch noch die Einstellung, dass der Gast König ist. Nur finde ich, dass man da als Gast auch nicht übertreiben sollte, alles mit gesundem Verstand.

Auch sollte man bedenken, dass es bei uns ein gewisses Zeichen von Luxus ist sich gesund vegetarisch ernähren zu können.

Das ist traurig, aber wahr... Wobei es auch wiederum darauf ankommt, was man dann von vegetarischen Speisen erwartet. Wenn man ausgiebiger kocht als man es mit Fleisch getan hätte, dann ist es auch kein Wunder. Aber gesunde Nahrung ist ja bald teurer als Fast Food zum Beispiel...

Ich finde es übrigens interessant, dass ihr aufgrund meiner Kritik sofort zu der Annahme kommt ich sei kein Vegetarier.

Hilf mir auf die Sprünge; Ich finde die Stelle nicht, an der ich dies behaupte. Mir ist es grundsätzlich egal, wie Du Dich ernährst. Unser Gespräch hier läuft tolerant zu, das reicht weitgehend aus. :)

Ich lebe überwiegend vegetarisch[...]

Nunja, wenig Fleisch zu essen heisst wiederum nicht, VegetarierIn zu sein. Aber auf dieses Thema möchte ich hier nun nicht eingehen, da es nicht einmal eine Rolle spielt, jedenfalls nicht für mich.

Gastfamilien stellen sich freiwillig dazu zur Verfügung.

Das ist mir schon auch klar. Nur wenn sie sagen, dass sie keine Veganer aufnehmen, scheint es mir so, als ob sie auf vegane Gastfamilien ablehnen würden. Ist zwar unsinnig, aber es macht genau diesen Eindruck auf mich. Es hiess ja soweit nirgends, dass der Grund dafür das aufwändige spezielle Kochen wäre und sie momentan keine solche Familien zur Verfügung hätten...

LG Sansay :)

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Cuhlio 29.11.2013, 17:47
@susicute

also irgendwie hast du immer noch nicht geschnallt, worum es bei der veganen Lebensweise geht. zum beispiel Darum, dass man ablehnt, Produkte von gequälten Tieren zu konsumieren. und Nutztiere in den USA werden genauso, wenn nicht noch mehr ausgebeutet wie in Deutschland. In Sambia wiederum sind die Leute nur deswegen so arm und müssen das essen, was sie essen, weil man ihnen ihre Ernährungsgrundlage entzieht, indem man ihr bestelltes Getreide ihnen wegnimmt und damit nutztiere füttert, deren Fleisch, Eier und Milch die Menschen der westlichen Welt dann wiederum gerne essen wollen, am liebsten sußerbillig und am liebsten jeden Tag. Vegan zu leben ist eine Entscheidung, von der man nicht einfach irgendwann ne pause macht. Das ist ja so, als würde man sagen: heute find ich tierausbeutung gut, morgen bin ich total dagegen. allerdings würde ich als veganer mich auch nie als austauschschüler bewerben. Das verlangt von den Leuten, die sich mit dem Thema nicht von sich aus beschäftigen, einfach zu viel ab.

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susicute 29.11.2013, 18:01
@Cuhlio

Cuhlio, deine Wortwahl lässt zu wünschen übrig, dein Wissen über die sambische Wirtschaft ebenfalls. Ich wünsche frohes Ausleben deines Individualismus!

herzlichst, Susan

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Moucky 30.11.2013, 23:10
@susicute

Ja, habe ich wohl missverstanden, kam nicht verständlich rüber - bin ein "Normalo", wie soll ich das wissen ??? Im Übrigen macht das aber nicht viel Unterschied ! Lebensvwerachtend ist es allemal !!!

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Moucky 30.11.2013, 23:14
@susicute

Doch, susi, es geht sehr wohl um Ethik und auch um Würde, außerdem um einige Dinge, die zu erfassen du augenscheinlich noch nicht imstande bist... Mach dir nix draus - das kommt noch. :)

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Moucky 30.11.2013, 23:20
@Cuhlio

Vielmals DH, Sansay und Cuhlio... :)

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susicute 01.12.2013, 11:49
@Moucky

Wenn einem die Argumente ausgehen neigt man oft zu Überheblichkeit. Auch dir alles gute!

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Sansay 01.12.2013, 12:56
@susicute

Ich würde nur zu gerne etwas von Dir hören? Dir hat es ja anscheinend auch die Sprache verschlagen, bis auf kleine Sätze, die persönlichen Inhalt haben...

LG

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Moucky 02.12.2013, 09:49
@susicute

Schöne Selbsterkenntnis, susi, weiter so... ! :)

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Derartige Klauseln, Ausgrenzungen sind nichtig! Du brauchst also gar nichts dazu zu sagen oder du behauptest, Vegetarier zu sein! Der Rest regelt sich vor Ort!

Was ist das denn für ein Schwachsinn?

Die Ernährungsform sollte kein Ausschlusskriterium sein.

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