Soll ich nach einem Verkehrsunfall, bei dem ich verletzt wurde - ich war unschuldig, einen Anwalt zur Seite nehmen?

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6 Antworten

Du wurdest verletzt? Ist geklärt, durch wen Du verletzt wurdest? Hier wäre nämlich nicht nur Zivilrecht (Schadensersatz und Schmerzensgeld) anzudenken, sondern ggf. auch Strafrecht, z.B. § 315c StGB. Sollte fraglich sein, wer die Schuld trägt, könnte ggf. eine Strafanzeige hier helfen, allerdings verringert sie auch bei "Erfolg" möglicherweise eine erfolgreiche Geltendmachung von Ansprüchen (ein erfolgreicher Strafprozeß hat selten zur Folge, daß der Andere danach finanziell zumindest gleichgestellt zu vorher ist).

Die nächste Frage ist, wie sicher Du dir bist, daß die Schuldfrage zu Deinen Gunsten geklärt würde und der den Unfall Verschuldende auch die Ansprüche als auch Gerichtskosten wird übernehmen können [bei KFZ nicht ganz so problematisch, aber davon hast Du ja nichts gesagt].

Diese Überlegungen sind unerheblich, sofern eine Rechtsschutzversicherung besteht, die den Fall abdeckt, dann würde ich immer zu einem Anwalt raten, denn die andere Seite wird auf jeden Fall versuchen, eine Teilschuld auf Dich abzuwälzen, falls nur irgendwie möglich. Verkehrsunfall mit Personenschaden ist bei eindeutiger Schuldfrage eben auch strafrechtlich von Belang und man wird versuchen, mögliche Ansprüche soweit wie möglich zu reduzieren.

Selbst ohne Rechtsschutz ist in den meisten Fällen eindeutig zu einem Anwalt zu raten.

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Kommentar von PolluxHH
19.10.2016, 15:12

Angesichts der anderen Beiträge sei noch angemerkt, daß mein Beitrag den Umstand berücksichtigt, daß Du überhaupt fragst, also zu differenzieren ist zwischen

  • Ich gebe vor, unschuldig zu sein,
  • ich meine, unschuldig zu sein, aber aktuell wird die Schuld bei mir vermutet,
  • ich meine, unschuldig zu sein, aber die Schuldfrage ist aus der Sachlage heraus nicht zu klären,
  • ich bin eindeutig unschuldig, aber aber die Beweislage unsicher bis fraglich, und
  • ich bin eindeutig unschuldig und dies ist auch aufgrund der erhobenen Beweise belegbar.

Das alles für die Fälle, daß der Unfallgegner bekannt bzw. unbekannt (Fahrerflucht) ist.

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kannst du machen, den anwalt muss die gegnerische versicherung bezahlen

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Auf jeden Fall. Du willst doch, das alle deine berechtigten Ansprüche auch gezahlt werden.

Geh aber auf jedem Fall zu einem Fachanwalt für Verkehrsrecht mit entsprechender Ausbildung bzw. Erfahrung!

Du musst dir eins vor Augen führen, die Versicherung des Verursachers beschäftigt Juristen und hat das wirtschaftliche Interesse Gewinne zu erwirtschaften - also möglichst geringe Schadenersatzzahlungen zu leisten. Wenn du kein ausgebildeter Jurist bist, dann stellt erst der von dir beauftragte Rechtsanwalt die Waffengleichheit her.

 

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Natürlich, Du wirst doch nicht selbst Deine medizinischen Gutachten vertreten wollen oder Deine möglichen Schmerzensgeldforderungen.

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Hallo Ralph,

vielen Dank für deine Frag. Dazu kann ich dir Folgendes mitteilen:

1. Wenn Du unverschuldet in einen Unfall verwickelt wurdest, solltest Du heute zutage IMMER einen Anwalt beauftragen.

Hier ein kleiner Artikel, warum das so ist:

http://unfall-lexikon.de/unfallregulierung/

2. Wenn Du bei dem Unfall sogar verletzt wurdest, dann steht dir wohl auch ein Anspruch auf Schmerzensgeld usw. zu. Dazu kannst Du hier mehr nachlesen:

http://unfall-lexikon.de/schmerzensgeld-2/

3. Wenn Du Hilfe benötigst, stehen wir dir gerne zur Verfügung.

Viele Grüße aus Berlin

Schleyer

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Verkehrsrecht

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Das ist auf jeden Fall zu empfehlen.

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