Soll die Widerspruchslösung bei der Organspende eingeführt werden? Pro und Contra?

6 Antworten

  • Organspende als Pflicht verstößt gegen alles, was Menschenwürde ausmacht. Jeder sollte über seinen eigenen Körper verfügen dürfen, sowohl zu Lebzeiten als auch posthum. Ich persönlich möchte definitiv nicht ausgeweidet werden, sondern in Würde sterben und begraben werden. Mit allem, was dazu gehört.
  • Wie der Name schon sagt, geht es um OrganSPENDE. Das sollte einen Zwang oder Automatismus von vornherein moralisch wie formal ausschließen. Spenden müssen freiwillig sein und die Entscheidung muss bewusst fallen. Ich wehre mich stark gegen unmoralische Zustände wie in Österreich.
  • Der Sterbeprozess endet nicht mit dem Hirntod. Das Hirntodkonzept ist medizinisch-naturwissenschaftlich nicht haltbar, sondern rein künstlich und meines Erachtens falsch definiert.
  • Organspende ist für die Angehörigen sehr oft eine große Belastung. Der Angehörige wird noch künstlich am Leben gehalten und wirkt keineswegs tot. Da fällt der Abschied und das innere Abschließen oftmals schwer, denn es fehlt die Offensichtlichkeit des Todes, des finalen Endes. Auch die Freigabe zum Ausweiden ist für viele eine enorme emotionale Belastung, die in diesem Moment des Schocks und der Trauer das Fassen und Verarbeiten dieser schrecklichen Wendung erschwert.
  • Organspender sind lebende, schwer verletzte Menschen, deren Gehirn irreversibel so stark geschädigt ist, dass sie nie wieder ein bewusstes Leben haben werden. Die Medizin hat den Begriff "hirntot" eingeführt, damit dieser Zustand irgendwie das Prädikat "tot" erhalten kann, obwohl der Körper und seine Organe noch leben. In Wirklichkeit ist der Mensch mitten im Sterbeprozess, meistens nur noch durch Maschinen und modernste Medizintechnik künstlich am Leben gehalten. Die Definition von Hirntod ist daher umstritten und schlichtweg willkürlich. Wir reden hier also von einer formalen Definition und nicht von naturwissenschaftlichen Fakten. Der Hirntod ist nur ein Schritt des Sterbeprozesses

Hei, raffle, den Organspender-Ausweis brauchst du nicht zu beantragen, den gibt dir deine Krankenkasse gern zum Unterschreiben (ich habe seit langem einen im Portemonnaie).Viele Menschen fürchten, dass man sie voreilig für hirntot erklären könnte, nur um Organe zu erhaschen. Viele - vor allem - kleine Krankenhäuser sind nicht in der Lage, Organe fachgerecht zu entnehmen und transportieren zu lassen.

Denk an die Angehörigen. Eine Mutter, die ihr Kind nicht noch einmal umarmen, sehen kann, der das Abschiednehmen versagt bleibt. Oder denk einmal an den Begriff Leichenfledderei - so kommt das vielen Menschen mit ihren Vorbehalten vor. Ein weiteres: um Organe zu spenden, braucht man nicht nur "gesunde" Tote, sondern auch bedürftige Patienten.

Die Idee, bei der Beantragung des Personalausweises Organspende ja oder nein anzukreuzen , ist vermutlich die fairste. Es geht ja auch letztenendes um das Menschenrecht, über sich selbst auch im Tod verfügen zu dürfen. Und so. Grüße!

Ich bin dagegen, es bedeutet eine Verpflichtung, sich direkt zu verweigern, dies ist ein Eingriff in die Persönlichkeit des Menschen.

Es soll so bleiben, wie es ist.
Wenn jemand Bock hat seine Organe zu spenden, soll er es machen. Das ist eine Sache von 32 Sekunden.
Wenn nicht, dann eben nicht.

Pro weil viele experimente bewiesen haben, dass die meisten nicht-spender nichts dagegenhaben, sich aber nicht mit dem Thema befassen wollen. So bekäme man deutlich mehr spender

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