Soll am 11.4. arthrosk. a. d.Schulter operiert werden Kalk u. Schleimbeutelentfernung. werden! Schulterdach unklar. Wann kann ich Auto fahren?

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5 Antworten

Hallo, gestern (10.03.2016) um 17.30 bekam ich meine Kalkablagerung (war relativ groß) in meiner rechten Schulter "ambulant" entfernt. Heute morgen bin ich wieder Auto gefahren (Schaltwagen) und bin tatsächlich fast schmerzfrei, brauche bis jetzt (auch in der Nacht) keine Schmerztabletten mehr.  Die Bewegung ist zwar noch eingeschränkt, bessert sich aber tatsächlich stündlich. Gestern um diese Zeit hätte ich diesen Text nicht schreiben können. Aber... (und das solltest du jetzt sehr genau lesen):

Ich hatte keine Athroskopie OP, weil die oft unnötig ist, dazu mindestens 2 Tage stationärer Aufenthalt und das schlimmste ist die Vollnarkose.

Kurz zu meinem Krankheitsverlauf. Mitte Februar bekam ich leichte Schmerzen in der rechten Schulter die ich auf evtl. "verhoben" oder so etwas in der Art geschoben habe. Bis Anfang letzter Woche war es okay und nicht sehr störend. Letzte Woche Mittwoch wurden die Schmerzen dann stärker. Am Samstag Abend kam dann der absolute Schmerzhammer. Ich bin bald die Wände hoch gegangen und war nahe dran den Notarzt zu rufen. Hab dann über das Wochenende so ziemlich alles an Schmerztabletten genommen was zuhause war. Montag gleich zum Orthopäden. Diagnose "Kalkschulter", Empfehlung "Stosswellenbehandlung" viermal zu 100 Euro pro Sitzung (übernimmt Krankenkasse nicht). Dauer 4 Wochen. Kalk wird zertrümmert aber bleibt in der Schulter und wird dann vom Körper abgebaut..... Termin für nächste Woche, wenn die Entzündung abgeklungen ist, soll ich doch gleich vereinbaren. Tat ich aber nicht. Zum Abschluss bekam ich noch eine Cortisonspritze gegen die Entzündung und Ibuprofen 600 verschrieben. Bis gestern morgen hatte ich auch schon 15 davon verputzt obwohl
es nur 9 hätten sein dürfen. Besonders nachts war es unerträglich. Ich
schlief in Raten. 2 Stunden, Pille, weiterschlafen und das die ganze
Nacht über.

Naja, 4 Wochen, 400 Euro... Was tut man nicht, wenn man solche Schmerzen hat. Ich habe dann erstmal gegoogelt was denn eine Kalkschulter ist und die Therapieformen.

1. Heilt von selbst, kann aber lange dauern und oft mit Schmerzen verbunden.

2. Stosswellentherapie. Entgegen der Aussage (95% Erfolg....) des mich behandelnden Orthopäden sind die Erfolgsaussichten tatsächlich bei ca. 60% (manche Ärzte sagen sogar nur 30%) und zum Teil auch sehr schmerzhaft. Wird nicht von der Krankenkasse bezahlt.

3. Athroskopie OP - Habe ich oben erklärt.

Das war alles nichts für mich und ich habe weiter gesucht und siehe da, es gab noch eine vierte Möglichkeit.

4. Mikroinvasive Kalkentfernung. Wird ambulant mit lokaler Betäubung durchgeführt. Dauer ca. 10 Minuten. Wird teilweise von der Krankenkasse bezahlt.

Und dafür habe ich mich entschieden. Ich fand einen Spezialisten, Dr. Groß, in Saarlouis. 200 Km von mir. Ich las zuerst so ziemlich alle Feedbacks von Patienten und war mir dann sicher "das probiere ich". Die Kosten 195,86 Euro plus Benzin für die An- und Abfahrt.

Der Ablauf: Am Mittwoch Morgen schickte ich meine Röntgenbilder (beim behandelnden Arzt anfordern oder abholen) per E-Mail zuDr. Groß. Er prüft ob die mikroinvasive Behandlung möglich ist. Das hängt wohl von der Lage der Verkalkung ab. Nach 2 Stunden bekam ich die Antwort per E-Mail "Ja, es ist möglich". Termin könne ich telefonisch vereinbaren. Habe auch gleich angerufen und für gestern um 17 Uhr einen Termin bekommen. Dann also auf nach Saarlouis - mein Sohn musste fahren, ich konnte nicht. Ich hatte auf der Hinfahrt auch starke Schmerzen aber wegen der Behandlung wollte ich keine Tabletten nehmen. Endlich angekommen. Ich bekam zuerst einige Merk- und Infoblätter (sollte man lesen weil gut). Gegen 17.15 wurde ich dann aufgerufen, ein bisschen flau war mir dabei. Zuerst wurde per Ultraschall nochmal die Verkalkung genau lokalisiert. Danach wurde die Schulter desinfiziert und die Behandlung begann. Es gab 4 große Spritzen mit einer cortisionhaltigen Spüllösung. Das betäubt auch gleichzeitig und hilft gegen die Entzündung. Große Schmerzen hatte ich nicht aber sehr angenehm ist es auch nicht. Die Spritze wird in die Kalkablagerung gepiekt, die Lösung durchgespritzt und dann wieder abgesaugt. Die erste Spritze war nahezu weiß durch den ganzen abgesaugten Kalk. Das dann noch drei weitere Male und fertig. Hat weniger als 10 Minuten gedauert. Ca. 80% des Kalkes wurden entfernt. Das Druck in der Schulter weg war bemerkte ich sofort. Dann holte ich mir noch ein Rezept für neue Schmerzmittel und bekam auch die Rechnung. Kann man überweisen oder mit EC zahlen. Eine "Anfrage zur Kostenübernahme" für die Krankenkasse bekommt man auch. Manche Kassen übernehmen es, senden das Geld dann zu dir zurück, manche übernehmen es nicht. Meine bekommt am Montag die Anfrage. Mal sehen. Aber, auch wenn die Krankenkasse es nicht übernimmt, war das meine beste Investition seit Jahren. Dann war noch die Rückfahrt. Vorsichtshalber nahm ich eine Schmerztablette. Nach ca. 15-20 Minten keine Schmerzen mehr. Nur etwas Druck in der Schulter. Und das ist so geblieben. Die Bewegungsfreiheit war heute morgen schon so gut, dass ich wieder selbst autofahren konnte. Nur den Schlüssel ins Zündschloss stecken fiel mir noch etwas schwer. Musste den Arm zu weit strecken. Lenken und schalten waren aber kein Problem.


Fazit: Mach dich erst einmal schlau bevor du gleich die stationäre, Vollnarkose OP wählst. Google mal unter Kalkschulter Dr. Groß.

Letzte Anmerkung: Der letzte Rest Kalk wird vom Körper abgebaut was nach einigen Wochen nochmal zu Schmerzen (hängt auch von der Menge des Restkalkes ab) führen kann. Das ist aber eher ein gutes als ein schlechtes Zeichen. Ich würde es, hoffe aber natürlich ich muss nicht, es immer wieder machen. So, das war meine bisher längste Antwort, aber es wird hier (ich meine im allgemeinen auf Gutefrage.net) so oft Unsinn und fachlich absolute falsche Aussagen verbreitet, so das ich speziell bei der Kalkschulter sehr ausführlich und aus eigener und extrem "frischer" Erfahrung antworten wollte.

LG und gute Besserung,

Andi

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Kommentar von 3dfan
12.03.2016, 07:19

Tag 2 nach der Behandlung. Wieder durchgeschlafen ohne Medikamente. Bewegungsfreiheit des Arms/Schulter jetzt bei vielleicht 70%. Den Arm ausgestreckt in die Waagrechte zu bringen fällt noch schwer. Vor der Behandlung war nur eine leichte Bewegung direkt mit dem Arm am Körper möglich. Die Entzündung, verlief bei mir vom Schulterkopf über den Oberarm bis zum Ellbogen, ist merklich abgeklungen was man auch sieht. Am Unterarm hatte ich am Ellbogen wohl auch eine Schleimbeutelentzündung. Auch die ist merklich zurückgegangen.

Ich habe die Woche über viel gelesen was die Kalkschulter betrifft. Manche leben damit ja über Jahre. Wie kann man sich das antun? Nur die eine Woche bei mir würde ich am liebsten aus dem Gedächtnis streichen. Wie auch immer, ich werde über den weiteren Verlauf hier demnächst wieder einen Kommentar posten.

@LadyTyffany:

Erkundige dich auf jeden Fall noch bei einem anderen Arzt ob der Schleimbeutel zwingend entfernt werden muss oder ob die Möglichkeit besteht, dass nach einer Kalkentfernung durch Rückgang der Entzündung sich auch der Schleimbeutel wieder normalisieren kann.

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Unbedingt eine zweite Meinung einholen. Diese Schulteroperationen sind oft sinnlos und bringen nichts. Meine Kalkablagerungen sind durch Sport, Bewegung, KG, Physiotherapie wieder abgebaut worden bzw. verschwunden. Aber dies verschreiben die Ärzte nicht gern. Sie operieren viel lieber. Das zahlen die Krankenkassen und bringt dem KH oder den Praxen viel Geld. Das Nachsehen hat der Patient. Also es geht auch ohne OP und ohne gefährliche Narkose. LG http://www.huffingtonpost.de/martin-marianowicz/aufs-kreuz-gelegt\_b\_6002618.html          ;

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Das ist u.a. abhängig davon, ob es sich um die rechte oder die linke Schulter handelt und ob du ein Auto mit Automatik oder mit Schaltgetriebe fährst.

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Kommentar von LadyTyffany
10.03.2016, 17:44

Leider war nicht viel Platz! Es ist die rechte Schulter und es ist Automatik! Muss aber am 27.4. eine Strecke von knapp 800km fahren. Fast nur Autobahn!!

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Hallo! Die beste Antwort hat dir 3dfan gegeben! Du solltest ihm mit der hilfreichsten Antwort belohnen. Er hat es Dir auch ausführlich erklärt. LG

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hi :)

diese frage is schwierig aus der ferne zu beantworte...hier würde ich dir empfehlen den behandelnden arzt zu fragen, der kann dir sicherlich weiterhelfen

gute besserung :)

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Kommentar von LadyTyffany
10.03.2016, 13:16

Die Praxis antwortete mir aus versicherungs Gründen 4-6 Wochen, etwas anderes dürfen sie nicht sagen! Ich wollte aber wissen wann es geht und nicht wann es Erlaubt ist!!

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