Sohn wird im Kindergarten geärgert?

31 Antworten

Ich würde auch beim Sohn ansetzen. Flüstern kann zu einer Art "unsichtbaren Ärgerns" gehören. Ich erinnere mich an eine Situation in der 5. Klasse allerdings, als ich auf dem Schulhof war und zwei Mädchen flüsternd weggingen. Ich fühlte mich ausgeschlossen und minderwertig (nicht gut genug, einbezogen zu werden). Eine Klassenkameradin, mit der ich nichts zu tun hatte, stand daneben und sagte "Die haben ein Geheimnis. Das find ich doof! Das müssen die doch nicht so zur Schau stellen!" - und sofort fühlte ich mich besser, weil sie mir klar gemacht hatte, dass nicht nur ich ausgeschlossen werde und dass es noch andere Leute gibt, mit denen ich mich beschäftigen kann.

Was ich vermeiden würde, sind komplizierte Anweisungen und Erklärungen - denn diese Gefahr besteht immer und führt zu einem Gefühl der Überforderung.

Stattdessen würde ich kurze, klare Erklärungen und Anweisungen geben.

Etwa: Wenn die flüstern gehst du weg und machst... -> Gemeinsam mit Sohn überlegen, was er im Kindergarten gern alleine macht oder mit wem er spielen könnte. Oft gibt es doch "Ecken", in denen verschiedene Sachen gespielt oder gemacht werden (malen etc.). Frag ihn, was er am liebsten macht und lass ihn das beschreiben, bis er richtig Lust darauf hat und dann besprich immer wieder mit ihm (Rollenspiel), dass er dort hingeht, wenn sie flüstern.

Oder: Bring ihm ein einfaches Geheimzeichen (Zeichnung, komisches Bild, etc.) bei und sag, ihm dass er das malen soll, wenn sie flüstern. Z.B. Mund (Oval) mit "Wolken", die da raus kommen = "Ich habe auch ein Geheimnis (ihr wisst nicht, was aus meinem Mund kommt), aber ich verrate es euch nicht!" Vielleicht kann er sein Geheimziechen mit jemandem teilen, so dass diese beiden dann ein Geheimzeichen haben. Das kann etwas ganz Einfaches ein, ein Schlüssel (schließt Sachen ab, z.B. Truhen, in die dann keiner reinsehen kann). Wenn er dann irgendwann sagt "ich hab auch ein Geheimnis" und zu malen anfängt, wird er für andere interessant und sie sprechen ihn evtl. an und er findet Kontakt.

Bring ihm ein Kunstwort oder einen Satz auf einer Fremdsprache bei - "J'ai un secret!" etc. - das er dann sagen kann, bevor er sich abwendet. Sie flüstern, er hat eine Geheimsprache.

Sag ihm in Absprache mit der Erzieherin, dass er dann zu ihr gehen kann, ihr etwas zu flüstern kann - "Die flüstern wieder!" und sie ihm etwas zuflüstern kann "Geh mal in die Bauecke und baue ein Haus!" oder so.

Frage ihn abends, was er am nächsten Morgen alles im Kindergarten machen will - jeden Tag 10 Sachen suchen. Jeden Abend. Lass ihn beschreiben, was daran schön ist usw. So freut er sich auf den nächsten Tag. Sage dann, dass er eine Sache aussuchen soll, die er immer dann macht, wenn sie flüstern, die quasi durch das Flüstern erst "erlaubt" wird. So hat er doch einen ganz anderen Blickwinkel: Flüstern? Ich spiele jetzt mit den Autos!

Sage ihm, er soll aufschreiben, wie oft sie flüstern. Ein Blatt Papier nehmen und für jedes Flüstern etwas bestimmtes malen und dann das Blatt mit nach Hause nehmen und zählen, wie oft das war. So hat er etwas zu tun und wird abgelenkt. Bspw. könnte es auch hier ein Schlüssel sein (recht einfach stilisiert zu malen) oder nur ein Kreis ("Kreis des Geheimen") oder ein Halbmond (Mond - es passiert nachts, im Verborgenen, wenn man nicht alles sieht/ mitbekommt) - etwas, das er schon malen kann, das aber etwas Konzentration erfordert. Wenn er gar nicht malen kann, können es auch immer Striche in einer bestimmten Farbe sein, die dann eine Bedeutung hat - rot, wie die Ampel - stopp, man darf nicht weitergehen, man erfährt nicht alles, es ist verboten (über die Straße zu gehen/ mitzuhören). So hat er auch ein Geheimnis, und evlt. erregt er ihre Aufmerksamkeit - was malt der da immer, wenn wir flüstern? Sollten sie fragen, sagt er, dass das ein Geheimnis ist (und verrät es evtl. anderen Kindern, die er lieber mag).

Oder gib ihm in Absprache mit der Erzieherin etwas mit, das er erst auspacken darf, wenn sie flüstern. Nichts zu essen, sondern z.B. ein Rätselblatt aus einer Kinderzeitschrift, ein Blatt zum Ausmalen, ein Blatt mit einer Bildergeschichte oder eine kleine Spielfigur. Stecke die Überraschungen in einzelne Briefumschläge/ Tüten nummeriert von 1 bis 10 und lass ihn zählen, wie oft sie reden und dann die entsprechende Überraschung auspacken und sich damit befassen. Vielleicht kannst du auch einfache Symbole finden oder Sätze schreiben, die die Erzieherinnen ihm vorlesen, als Vorschlag für Beschäftigungen: Male einen Baum! Spiele Fangen! Baue einen hohen Turm! Zähle, wie lange du auf einem Bein stehen kannst! Suche jemandem, mit dem du ... spielen kannst! Für "Male einen Baum" kann man einen Stift zeichnen und einen einfachen Baum. "Spiele fangen" - zwei Strichmännchen mit einer "Laufspur" oder einem Pfeil von einem zum anderen. Etc. Oder nur ein Ball - spiele (etwas) mit einem Ball, dann muss er erst mal überlegen, was genau. Oder eine Hand - zeichne deine Hand ab. Schneide sie danach aus. Etc. Sprich mit den Erzieherinnen, ob sie ihm solch kleine Botschaften vorlesen würden, evtl. auch geflüstert, damit die Jungen wiederum nicht mitbekommen, was die beiden da reden! ;-)

Hallo!

Das sollte man ggf. über die Erzieherinnen lösen, die auch mMn genau dafür da sind. Wenn dann noch ignorante Eltern nicht imstande oder nicht willens sind, ihre Kinder privat anzusprechen "was denn das soll" usw., führt kein Weg an der Erzieherin vorbei.

Sowas muss man ausdiskutieren & das auf 'ne effiziente Art. Und wenn die Eltern in dem Falle nicht Kooperativ sind, geht das echt nur noch über das Kindergartenpersonal.

In dem Alter sind die Kiddies noch von Pädagogen "einzuschüchtern" & lassen auf deren Schimpfen was gelten bzw. nehmen das auch ernst. 

Wichtig ist es aber trotzdem dem Buben Selbstvertrauen beizubringen.. er soll seine eigenen Talente erkennen & realisieren, dass er "was kann" und Erfolge hat.. evtl. sportlicher, musikalischer, zeichnerischer usw. Ebene?! Sicher findet ihr einen Weg für ihn. Denn das wäre mMn echt wichtig!

Alles Gute :)

du moechtest kinder, die andere kinder aergern, indem sie fluestern, ueber paedagogen einschuechtern lassen?

das ist nicht dein ernst, oder? 

ich habe verstaendnis dafuer, dass erzieher und eltern eingreifen, wenn ein kind herumgestossen, beleidigt, gemieden wird im kindergarten. wenn ein blosses aergern durch fluestern schon derartig aufgebauscht wird, schafft der junge es spaeter erst recht nicht, sich durchzusetzen. man kann's auch uebertreiben.

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@howelljenkins

Ich habe nicht gemeint, dass man sie gefügig machen oder mit drastischen Mitteln einschüchtern soll. 

Ich schrieb nur, dass Kinder in dem Alter noch ihren Lehrern/Erziehern eher gehorchen als später & dadurch auch eine Ermahnung ernsternehmen/sie eher beherzigen.

Diese ganzen Flüstereien können psychisch ggf. zermürbender & verletzender sein als irgendwelche Gesten. Viele "Mobbereien" geschehen auf die leise Tour. Ich kenne diesen Fall hier nicht, aber solche hinterlistigen Ärgereien sind genauso unschön wie lautes Gepöbel.

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@rotesand

es mag eine heutzutage unpopulaere meinung sein, aber ich habe den eindruck, dass ein grossteil des anscheinend massiven mobbingproblems unter jugendlichen daher ruehrt, dass schon im kindergartenalter von eltern aus jeder muecke ein elefant gemacht wird.

wenn sich kinder gegenueber anderen kindern verletzend verhalten, ist das etwas, womit die betroffenen umgehen muessen. und das ist ein lernprozess, den jeder durchmacht. wer das nicht im kindergarten und grundschulalter lernt, lernt es erst recht nicht spaeter in der pubertaet, wenn noch mal ganz andere probleme dazu kommen.

ich sehe durchaus ein, dass es faelle gibt, in denen das eingreifen erwachsener notwendig ist. aber man kann auch uebertreiben.

davon abgesehen: jeder ist sein leben lang ueber verletzendem verhalten ausgesetzt, mal mehr mal weniger. wer damit nicht umgehen kann, geraet schnell in den teufelskreis von probleme in sich reinfressen, konfrontation meiden und in der konsequenz selbsthass, selbstverletzung, selbstmord ...  

selbstBEWUSSTSEIN lernt man nicht dadurch, dass man andere die eigenen probleme loesen laesst.

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@howelljenkins

wenn sich kinder gegenueber anderen kindern verletzend verhalten, ist das etwas, womit die betroffenen umgehen muessen. und das ist ein lernprozess, den jeder durchmacht.

Nein, dem sind schon aufgrund der Natur des Mobbing nur ganz wenige und ganz bestimmte Personen ausgesetzt. Und auszuhalten von einer Gruppe ausgeschlossen oder verletzt zu werden kann man nicht lernen. Man kann vielleicht mit langjähriger Beschäftigung verstehen, welche Mechanismen hinter Mobbing stehen.


aber man kann auch uebertreiben.

In der Regel sind Kinder und Jugendliche Mobbing ausgeliefert, ohne dass irgendwelche Erwachsenen einschreiten.


selbstBEWUSSTSEIN lernt man nicht dadurch, dass man andere die eigenen probleme loesen laesst.

Selbstbewusstsein kann nur in einem geschützten Rahmen aufgebaut werden. Gewaltopfer erlernen kein Stückchen Selbstvertrauen durch eine weitere Aussetzung von Gewalt.

Ich schreibe übrigens genauso allgemein über Mobbing wie du und beziehe mich nicht auf den vorgetragenen Fall.


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@DreiGegengifts

ich habe bewusst einen unterschied zwischen mobbing und aergern gemacht. 

aergern ist normal, passiert jedem ueberall. wenn du als kind nie geaergert worden bist, musst du in watte gepackt hinter dem mond aufgewachsen sein.

aergern nicht aushalten zu koennen, fuehrt in viele faellen spaeter im leben dazu, dass man mobbingopfer wird. 

deshalb bin ich der meinung, dass man in faellen, in denen aergern vorliegt, (etwas das verletzend oder unangenehm ist, aber in einem rahmen, der als "ueblich" betrachtet werden kann) das kind selbst damit fertig werden muss. darueber reden mit den eltern, ja, auf jeden fall. sich das problem abnehmen lassen, nein.

wenn massives mobbing vorliegt, ist es freilich zu spaet, allein gegenwehr zu leisten. mir ging es deshalb auch ganz konkret darum, dass kinder, wenn sie noch klein sind, lernen dass es zum leben dazu gehoert, solche situationen zu ueberstehen und wegzustecken. 

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@howelljenkins

Deutlicher kann man nicht mehr darauf hinweisen:

Ich schreibe übrigens genauso allgemein über Mobbing wie du

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Wer in der Pädagogik auf Einschüchtern und Schimpfen setzt, der verschlimmert die Situation.

Die Mutter ist hier gar nicht zuständig, hier sind nur die Erzieher in der Verantwortung.

Die Kinder sind noch nicht so alt, als dass sie sich in solchen Momenten an häusliche Ermahnungen erinnern.

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es ist gut, dass er sich dir anvertraut. damit hat er diese feste basis zu hause und weiss, dass er solche sachen erzaehlen kann und auf verstaendnis trifft.

was ich nicht so gut finde ist, dass du das "an ihm vorbei" zu klaeren versuchst. das kann schnell zur gewohnheit werden und meiner ansicht nach ist es essenziell wichtig, dass er jetzt schon lernt, fuer sich selbst einzustehen.

es ist ja nicht so, als ob er bedroht oder geschlagen wuerde, sondern wie du selbst schreibst, wird er "nur" geaergert.

ich habe die befuerchtung, dass du, wenn du ihm die klaerung des problems abnimmst, damit den grundstein legst fuer ein leben mit geaergert werden und mobbing, weil er nicht lernt, sich selbst durchzusetzen und "mamakind" wird. 

meine empfehlung waere: erstmal die sache nicht groesser zu machen, als sie ist. es aergert ihn, dass die anderen fluestern. das sollte es aber nicht. wieso auch?  er kann die kinder konfrontieren oder ignorieren, mit anderen spielen und die beiden links liegen lassen. je mehr er zeigt, dass ihn das verhalten aergert, desto laenger wird es angewendet.

wenn dein kind fruehzeitig ein gefuehl dafuer bekommt, dass es sich nicht lohnt, sich von so etwas beeindrucken zu lassen, desto leichter wird es ihm spaeter fallen, auch mit schlimmerem fertig zu werden.

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