Sohn nimmt Drogen, wie verhalten?

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13 Antworten

Eine der größten Problematiken bei Suchtkranken ist, dass sie selbst Einsicht zeigen müssen.

Solange das nicht geschieht und der Suchtkranken nicht erkennt, welchen Schaden er sich und seiner Umwelt zufügt, ist jeder noch so gut gemeinter Rat von außen Völlig sinnlos.

Wenn sich unter Drogeneinfluss bestimmte Tendenzen zeigen, wie in eurem Fall z.b. die Aggressivität, dann ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit irgendein Konflikt dahinter zu vermuten, der erst dazu führt dass euer Sohn überhaupt Drogen nimmt.

Der Konsum von bewusstseinsverändernden Substanzen stellt ja üblicherweise eine Flucht vor der Realität dar. In der Realität hat er wohl Probleme, mit denen er im bewussten Zustand nicht klar kommt, und daraus resultiert der Drogenkonsum.

Ich würde es so versuchen, dass ich ihm im nüchternen Zustand in einem konkreten Gespräch kurz und knapp darlege, welchen negativen Einfluss Sein Konsum auf ihn und auf das Familienleben hat.

Nach Möglichkeit ohne ihm Vorwürfe zu machen, sondern wirklich eine sachliche Schilderung der Zusammenhänge, inwiefern es aufgrund seines Verhaltens und seines Konsums zu Problemen in eurem täglichen Miteinander führt.

Sollte er sich nach wie vor absolut uneinsichtig zeigen, würde ich persönlich ihm nahelegen dass er sich kurzfristig seine eigene Bleibe sucht, Um auch das Miteinander aller anderen Familienmitglieder nicht auf Dauer übermäßig zu belasten.

Das klingt zwar extrem hart, aber meiner Erfahrung nach verstehen viele Drogensüchtige erst was sie da anstellen, wenn sie wirklich knallhart auf den Boden fallen und erkennen, dass sie nicht nur ihr eigenes Leben zerstören, sondern auch das Leben ihrer Mitmenschen extrem beeinflussen.

Wie gesagt, das ist meine persönliche Ansicht und keine allgemeingültige Weisheit.

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Hallo Helmut!

Ich habe das Szenario vor wenigen Jahren 1:1 mit meinem Bruder miterlebt & muss sagen: Je mehr wir interveniert haben, umso bockiger und aggressiver, ja sogar körperlich gewaltbereiter wurde er ------> er zeigte keine Einsicht, hielt sich für Gott und die Drogen für ein Muss/einen selbstverständlichen Bestandteil seines Alltags.. und irgendwann haben wir es dann sein gelassen. Es war für uns zwar sehr traurig, seinen schrittweisen Verfall mitzuerleben, vor allem im Vergleich mit dem "was er mal war"... aber letztendlich war es doch der richtige Weg!

Denn als er wirklich ganz unten war, kein Geld mehr hatte, keine Freunde mehr, keine Arbeit mehr & keine Partnerin mehr und beinahe seine Wohnung verloren hätte, muss es bei meinem Bruder "Klick" gemacht haben: Er hat sich aus eigenem Antrieb und mit letzter Kraft zum Arzt geschleppt, öffnete sich, begann eine Therapie, die ihm auch half, nahm das sehr ernst & boxte sich mit einem 450-Euro-Job, den er sich selber gesucht hat, zurück in die Arbeitswelt und hat zeitweilig bei mir gewohnt. Im Sommer hat er dann wieder eine Vollzeitstelle in seinem Ausbildungsberuf antreten können, weil er total gefestigt ist. Er kann wieder allein leben, hat einige seiner alten und einige neue Freunde & weiß das alles sehr zu schätzen, was er hat.

Meine Devise ist -----> so jemandem darf man nicht helfen und man soll ihn eigentlich sein Ding machen lassen, bis er selbst so ausweglos irgendwo liegt dass er merkt, so kann es nicht weitergehn & da muss gehandelt werden. Das merken die Menschen erst, wenn sie ganz weit unten stehen und ihnen keiner mehr hilft.

Solange mein Bruder in seiner Drogenzeit regelmäßig von Mutter und Onkel Geld bekam, das er ausgeben konnte, dachte er sich wohl ... man lässt ihn NIE hängen. Dann musste er aber eben doch allein klarkommen.

Ich hoffe ich konnte dir mit meinem Erfahrungsbericht ein wenig helfen vllt. Türen öffnen und wünsche von Herzen alles Gute.

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Hey,

leider muss euer Sohn selbst einsehen, dass er Hilfe braucht und etwas an seinem Leben ändern muss. Das ist wie bei der Alkoholsucht auch. Ihr könnt ihn mit Rat und Tat unterstützen und es ist sicher gut, wenn ihr in einem klaren Moment mal mit ihm sprecht. Letztendlich muss er aber selbst etwas ändern wollen.

Eine Therapie wäre sicherlich sinnvoll, aber zwingen könnt ihr ihn nicht. Vielleicht gibt es die Möglichkeit ihn in Kontakt mit einem Sozialarbeiter oder einer Drogenberatungsstelle zu bringen? Wenn man Vorhaltungen von seinen eigenen Eltern bekommt hört man weniger darauf als wenn der Rat vielleicht von jemand kommt, der sich in dem Bereich "auskennt" und der mit deinem Sohn auf einer anderen Ebene spricht.

Das Thema Geld ist auch heikel. Wenn ihr euren Sohn finanziell unterstützt wird er das Geld wahrscheinlich zum Großteil in Drogen umsetzen. Andererseits finden Süchtige immer einen Weg an Geld zu kommen um die nächsten Drogentrips zu finanzieren. Das müsst ihr für euch selbst einschätzen. Normalerweise sollte er für sein Geld aber selbst arbeiten müssen. Wenn er seinen Job auch noch verliert, geht jeglicher geregelter Tagesablauf verloren und sein Leben gerät veilleicht noch mehr aus den Fugen.

Ich wünsche euch alles Gute! Leider könnt ihr an seiner Situation nicht viel verändern, solange er selbst nicht mitzieht :(

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Ihr müsst als Eltern eine Drogenberatungsstelle aufsuchen. Am besten mit einer Selbsthilfegruppe für Angehörige. Ihr müsst aufhören, eurem Sohn zu "helfen", das verlängert das Elend nur. Eiserne Konsequenz, keinen Cent Bargeld geben, wenn er aggressiv wird, Polizei rufen, rauswerfen. Klingt hart, ist aber der einzige Weg. Er selbst muss vor den Scheideweg kommen : Entweder ich höre auf oder ich gehe vor die Hunde. Jede mitleidige Unterstützung verhindert das. Er muss auch sicher eine stationäre Entgiftung machen. Aber das muss ER wollen. Geht zur Drogenberatungsstelle.

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Furchtbare Sache! Aber leider werdet Ihr da garnix dagegen machen können! Einen Süchtigen muss man buchstäblich fallen lassen, damit er wieder aufwacht! Erst wenn sie ganz unten angekommen sind, besteht die Chance zur Umkehr!

D.H. Keine finanzielle Unterstützung mehr, aufgestellte Regeln sind einzuhalten und bei Randale folgt Rausschmiss!

Ich wünsch´Euch viel Kraft zur Konsequenz!

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MarisaAnna 09.10.2017, 09:11

Dem kann ich mich nur anschließen. Es kann demjenigen erst geholfen werden, wenn er es selbst will und einsieht, das er suchtkrank ist. Für Eltern eine sehr schwierige Situation. Ich würde auch eine Suchtberatung kontaktieren. Dort gibt es sicher auch eine Beratung für Angehörige. Auf jeden Fall keine finanzielle Unterstützung und konsequent auf die Regeln im Haus bestehen. Bei körperlicher Gewalt keine Kompromisse machen, wer eine Gefahr im Haus darstellt, muss gehen. Nicht einfach. Zugegeben. Aber nur das hilft.

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Drogen sind immer ein Problem, egal ob "harte" oder andere. Entscheidend ist der Negativkreislauf, der zum sozialen Rückzug führt und sich zunehmend auf die Beschaffung der Droge richtet.

Durchbrechen lässt sich dieser Kreislauf oftmals nur durch Umgestaltung des Beziehungsumfeldes in Verbindung mit einer Neuorientierung.

Letztlich heißt das, es muss erst zu massiven Verstößen kommen, so dass das gesamte Umfeld gezwungen wird, sich anders zu verhalten, weil der/die Drogenabhängige von sich aus selbst nichts unternimmt.

Von Fall zu Fall verschieden, wäre herauszufinden, über welche Verständigungsmöglichkeiten er noch erreichbar ist, dann Drogenberatung, betreutes Wohnen mit jungen Menschen, die den Entzug hinter sich haben, Therapie, Ersatzweise Medikamente, psychiatrische Betreuung.

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Wie andere schon geschrieben haben: 

Kein Geld geben. Kein Geld irgendwo liegen lassen. 

Klare Regeln (Wenn ihm die nicht passen, darf er gerne ausziehen. Aber behandelt ihn waehrend des Gespraechs wie einen Erwachsenen. Auch was die Konsequenzen angeht.)

Aber ehrlich gesagt muesst ihr ihn wirklich komplett in Ruhe lassen damit. Bittet ihn einfach nur darum, sich doch mal ueber die Substanzen die er zu sich nimmt zu informieren. 

Hier zB: http://drugscouts.de  Der Verein und die Seite sind super! Zum Drogen nehmen gehoert auch das noetige Wissen fuer einen 'erwachsenen' Umgang mit ihnen. 

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Ich bin eine Tochter die mal Drogen genommen hat...ich bin mittlerweile 29 Jahre alt selbst Mutter und nehme keine Drogen mehr...!!! Die Einsicht das es falsch ist muss von selbst kommen...Aber je nach dem wie sehr dein Sohn bereits im Drogensumpf steckt hilft es durchaus auch mit ihm zu reden...:) was ich aus Erfahrung sagen kann das falscher Freundeskreis eine sehr große Rolle spielt!!! Das bedeutet nehmen zb seine Freundin und sein bester kumpel täglich Drogen dann wirst du mit Gesprächen wohl kaum weiter kommen ...:/

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Freundliche Gesten werden kalt aufgenommen, vieles nimmt er immer mehr für selbstverständlich und er fragt oft für finanzielle Hilfe.

Als erstes die "Freundlichkeit" und vor allem die finanzielle Unterstützung einstellen! Vor allem auch von Seiten Deiner Frau! (Auch wenn ihr das als Mutter schwer fallen wird!)

OHNE WENN und ABER!

Am besten geht ihr zur nächsten Drogenberatungsstelle! Die ist der beste Anlauf für Familienangehörige

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Leider sind seine Verhaltensmuster auf viele Arten zu deuten und keineswegs eindeutig. Es wirkt für mich aber durchaus so, als leide er unter einer Depression. In Kombination mit Drogen-Sucht zwar nicht selten, aber umso schwieriger für ihn zu merken oder zu verstehen, dass er depressiv ist (falls es so ist). Ich würde empfehlen immer und immer wieder das Gespräch mit ihm zu suchen und ihn fragen, wie er sich im Moment fühlt. Ob er zufrieden ist, allgemein, mit seinem Leben und den Umständen unter denen er lebt, ob er glücklich ist. Ob er, wenn es nicht so ist, weiß wieso. Ob er etwas in seinem Leben ändern will und was das ist. Wahrscheinlich kann er auf Anhieb nicht mal richtig darauf antworten, da er mit dem Drogenkonsum solchen Gedanken aus dem Weg geht, aber versucht ihn dazu zu bringen darüber nachdenken und sich über diese Dinge bewusst werden. Ich würde es wieder und wieder versuchen zu ihm durchzudringen und ihm auch den finanziellen Hahn etwas kürzen. Versucht es wieder und wieder und wieder... Es wird schwer, aber das ist das beste was ihr für ihn tun könnt. Denn wenn er ohne eure Verweise irgendwann selbst darauf kommen würde, dass es so nicht weiter geht ist er bereits 30 Jahre alt und hat einen verdammt schweren Wiedereinstieg ins richtige Leben vor sich. 

Alles gute!!

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Dahika 09.10.2017, 09:42

Was du rätst, ist Laien-Therapeutelei und verlängert im Zweifelsfall das Leid.

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K0ll3kt1v 09.10.2017, 10:23

Sowas ist komplett falsch. Klar, er muss wissen, wenn er es begriffen hat und sein Leben wieder in den Griff nimmt, dann darf er mal wieder anklingeln. Aber bis dahin muss er es aus eigenen Stücken begreifen und Handlungen der Veränderung selbst ergreifen. 

Das gilt ebenso, falls es denn welche gibt, für Depressionen, die mitlaufen. Ohne sich zu öffnen und es auch selbst zu wollen, kann kein stabiles Ergebnis einer Heilung erreicht werden.

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Ich wünsche Ihnen viel Kraft in dieser Situation und so Leid es mir tut, kann Ich nur zustimmen. Stellen Sie alles an Hilfe bereit für den richtigen Moment und stellen Sie Ihren Sohn vor die Entscheidung: Drogen oder glückliches Leben.

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Das ist ein ganz schwieriges Thema. Habt ihr eine Drogenberatungsstelle in der Nähe?

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