Sohn macht Theater wegen Urlaub?

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9 Antworten

Ich finde, hier wird sehr viel Frust von der Seele geschrieben - gut - und dem Sohn einiges unterstellt.

Ich verstehe, dass du mit Burnout und Harzt-IV am Ende bist und eine Auszeit brauchst. Hast du mal überlegt, dass der Trotz deines Sohnes vielleicht gar kein Angriff auf dich, sondern eine Verteidigungshaltung sein könnte?

Er ist in der Pubertät, also sowieso schon überempfindlich, ist jetzt in einer für sein Alter sehr demütigenden Situation (Harzt-IV, wenig Geld, Schande, nicht mithalten Können etc.), hat großen Stress wegen der Pubertät (was bin ich wert, wie werde ich wahrgenommen, wer schätzt mich, bin ich gut genug, werde ich ernstgenommen usw.) und wegen der Freundin.

Ihr beide seid dabei, euch festzufahren und den Anderen nur noch als Feind wahrzunehmen. Wenn man soweit ist, kann man nicht mehr an die Situation des Anderen denken, sich in ihn hineinversetzen, sondern ist nur noch mit Verteidigung und Präventivschlägen (du: Jugendlager; dein Sohn: Beleidigungen, Angst um seine Privilegien) beschäftigt.

Was ihr bräuchtet - beide - wäre ein ruhiges Gespräch, Eingehen auf den Anderen, dafür als Voraussetzung Verständnis der Situation des Anderen und echtes Interesse an ihm und seinen Gefühlen. Das geht aber nicht, wenn dein Sohn bspw. Interesse an deiner Situation und Eingehen auf dich als persönliche Niederlage wahrnimmt (er geht auf dich ein > beugt sich deinen Wünschen = gibt seine Wünsche komplett auf). Mit dieser Haltung müsst ihr beide komplett aufhören und dafür müsstet leider du als Mutter und nicht Pubertierende ;-) den ersten Schritt machen, Verständnis zeigen und Interesse an seiner Position. Jugendlager in der Pubertät = "Mama will mich weghaben, interessiert sich nicht mehr für mich. Warum soll ich mir noch Mühe geben?!"Trinken usw.: 

Okay, das würde mir auch nicht gefallen. Fakt ist aber, dass die meisten in der Pubertät saufen, und auch mal Rauchen ausprobieren und vielleicht noch mehr, aber später wieder zurückrudern. 

Trinken aus Rebellion: Verbot verstärkt die Rebellion.

Trinken mit Freunden gegen den Willen der Eltern: Freunde geben Halt und Wertschätzung, Eltern nur Kontra. Das Ganze entspannt sich meist, wenn die Eltern weniger Kontra geben und mehr Verständnis zeigen, auch für Lösungen, die im Interesse des Kindes/ Jugendlichen sind. Lösungen, die aus seiner Sicht gut sind! Also z.B. statt Verbot, sich mit Freunden zu treffen und zu trinken eine Absprache, wann die Treffen stattfinden und wie viel getrunken werden darf/ soll.Meine Eltern sagten immer "ihr dürft trinken und rauchen, aber nur zu Hause!" 

Meine Eltern tranken und rauchten. Keiner der Kinder raucht, mein Bruder - inzwischen erwachsen - trinkt gelegentlich mal etwas Wein oder Bier. Andere, deren Eltern starke Verbote aussprachen, machten in der Mittelstufe Saufpartys mit. Für uns war halt der Reiz des Verbotes überhaupt nicht da.

Wegfahren mit den Eltern: Ist für viele Jugendliche blöd. Die Eltern haben eine ganz andere Vorstellung als sie selbst von einem gelungenen Urlaub. Ihr beide braucht Erholung. Warum kann er nicht zu Hause bleiben, unter "Aufsicht" eines Erwachsenen, dem du vertraust (ggf. Nachbar), der gelegentlich mal reinschaut (mindestens einmal am Tag), bei der Alltagsbewältigung hilft, als Ansprechpartner da ist?

Dann kann dein Sohn seine Freundin überwachen - anderes, trauriges Thema: Warum hat er so viel Angst, betrogen zu werden? Überlegt das mal gemeinsam! - und du könntest dich richtig erholen, ohne ständig aufpassen zu müssen, was er im Urlaub macht und den ganzen Streit aushalten zu müssen. Vielleicht gibt es ja einen Kompromiss zum Jugendlager: Eine Urlaubsmöglichkeit für ihn alleine mit Freundin (falls die Freundin und deren Eltern zustimmen)? Ähnlich dem Jugendlager?

Je weniger Zwang besteht, desto eher kann man auf Vorschläge und Ideen anderer eingehen. Wenn Zwang besteht, muss man, vor allem in der Pubertät, schon aus Selbstschutz immer Kontra geben, um sich nicht (gefühlt) völlig fremdsteuern zu lassen, um seine Würde zu behalten. Lass es nicht so weit kommen, gehe ein paar Schritte auf ihn zu und schätze jeden Schritt, den er auf dich zugeht. Das werden anfangs weniger Schritte sein, als die, die du machen musst, aber wirf ihm das nicht vor, sondern sei dankbar für jede Bewegung in Richtung Verständnis und Kompromissen.

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Kommentar von Elch1
04.07.2016, 10:51

Tasha, danke für deine Sichtweise. Also H4 existiert gerade erst. Er war schon immer egoistisch und ich weiß, dass es ihm sicher auch nicht leicht fällt, und das Kiffen, rauchen, Trinken hat im letzten Sommer angefangen und mein Sohn ist leider jemand, der berechnend sein kann. Nachdem das ganze Kiffen rauskam letztes Jahr, habe ich versucht ihm wieder zu vertrauen und das Ende vom Lied  - vor ein paar Wochen beim Kiffen in der SChule erwischt worden und schwänzen tut er auch. Er weiß, und das sage ich ihm immer wieder, egal was er tut, ich liebe ihn und er weiß, dass er immer zu mir kommen kann, wenn was ist. Ihn aber hierlassen, nur weil es mal wieder nur um seine Bedürfnisse  geht, sehe ich ehrlich gesagt nicht ein.

Er wußte dass wir wegfahren wollen, ihm passt es nur nicht wegen seiner Freundin. Hauptferienzeit ist immer noch Familienurlaub und es ist mit Sicherheit der Letzte. Wenn die kleinen Ferien sind, hätte ich auch nichts dagegen seine Freundin mitzunehmen, aber es geht auch aus organisatorischen Gründen nicht. Seine Freundin ist auch gerade im Urlaub, die macht auch nicht so ein Theater. Es ging immer nur um meinen Sohn, jetzt geht es mal um mich und ich glaube ich habe eine Gute Mischung aus Erlauben und Grenzen. Da kann er sich nicht beschweren. Er will mal wieder seinen Dickkopf durchsetzen und macht mir das Leben schwer, und das reicht mir eben. Er muss auch mal merken, es gibt auch noch mich. Nächstes Jahr kann man darüber reden, ob er hierbleibt, diesen Sommer nicht. Keine Ahnung, warum er so eifersüchtig ist, mangelndes Selbstwertgefühl vermutlich. Mein Sohn ist berechnend, dem Kinderarzt hat  er eine Story aufgetischt von wegen Hanykonsum - 2-3 Std. pro Tag. Er hat das Ding IMMER in der Hand und tippt den ganzen Tag, es vergehen nicht 5 Minuten, wo er mal nicht tippt. In der Stadt, während des Radfahrens, im Unterrricht, beim Zähneputzen, überall. Das ist nicht übertrieben und ich keinen Keinen, der das so zelebriert. Und die jugendlich hängen alle viel am Handy, das ist mir klar, aber bei ihm geht es in keiner Situation OHNE...Da muss auch dringend was passieren.....

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Wie kommt es eigentlich, dass fast alle Antworten hier mehr oder weniger sagen "hau noch stärker auf den Jungen drauf"?

Ist das jetzt eine verbreitete Erziehungsansicht?

Der Sohn ist keine Maschine, die alles kaputt machen muss, weil sie so programmiert wurde, sondern ein Mensch mit eigenen Gefühlen und vermutlich Nöten, Sorgen und Problemen. Draufhauen - Sanktionen etc. - wird ihn nicht bessern, sondern seine Ansicht zementieren, dass die Mutter der Feind ist. 

Wie kann es sein, dass wir positive Verstärkung in der Hundeerziehung als Mittel der Wahl ansehen, Strafe und Sanktionen bei Hunden als unpassende Erziehungsmaßnahme ansehen, und jetzt, nur weil es sich um einen pubertierenden Jugendlichen handelt, mit aller Härte vorgehen wollen und dies als passende Erziehungsmaßnahme ansehen?

Der Junge ist nicht nur ein Problem, er hat auch eines, und vermutlich hat er einen Haufen problematischer Gefühle von Unzulänglichkeit, Angst (Eifersucht), Unsicherheit bzgl. seines Platzes in der Familie usw. Typische Pubertätsprobleme, die aber noch durch die Situation (H-IV, Freundin, "Stress" mit Mama) verschärft wurden.

Er ist auch ein Mensch mit Gefühlen, das sollte man beachten.

Schade, wenn er hier wirklich nur als Problem, das man mit dem Hammer lösen muss, wahrgenommen wird. Ein Hammer kann auch viel kaputt machen! Schlägt man damit auf eine Schraube ein, ist später nichts mehr zu reparieren...

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Einsicht ist ja bekanntermaßen der erste Weg zur Besserung.

Dein Sohn ist 16 Jahre alt und muss lernen, Rücksicht zu nehmen.

Versuche noch ein einziges Mal, vernünftig mit ihm zu reden. Hinsetzen ohne jegliche Ablenkung und so ruhig bleiben, wie es eben geht. Sag ihm, dass Du auch nur ein Mensch bist und dringend einen schönen, ruhigen Urlaub brauchst. Dass Du ihn unter gar keinen Umständen zu Hause lassen wirst und er nur drei Möglichkeiten hat:

- Mitkommen und nett sein
- ins Ferienlager
- zu seinem Vater (wenn die Option besteht)

Fertig, aus. Wenn er Deine Argumente nicht annimmt, musst Du hart bleiben. Lass es nicht zu, dass er Dir Deinen Urlaub versaut. Aber lass auch auf keinen Fall zu, dass er tatsächlich weiterhin sein Leben lebt, wie er es für richtig hält. Du hast da die Zügel in der Hand und nicht er.

Viel Glück!

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Kommentar von Elch1
04.07.2016, 09:12

Mit reden wird es nichts bringen. Entweder blockt er direkt, oder wird frech oder sagt ok, und kurze Zeit  später verfällt er in alte Muster. Da er vorhin so blöd gelacht hat, als die Sache mit dem Camp kam,denke ich, ich melde ihn jetzt an und in Urlaub muss er auch mit. Er denkt ich rede nur, weil ich immer viel zu gutmütig bin. Mir ist es aber jetzt mal echt egal, möchte einmal im Leben an mich denken und nicht immer um das Wohlbefinden der Anderen bemüht sein! Weil ich bin total ausgelaugt und daran ist mein Sohn nicht unschuldig, im Gegenteil. 

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Kommentar von Dackodil
04.07.2016, 09:22

Sie hat die Zügel schon lange nicht mehr in der Hand und wird sie auch nicht wieder bekommen.

Der Zug ist lange abgefahren.

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Zitat von Elch1 am 23.06.2016:

WIr sind wirklich bedürftig....

Und nun geht es schon in Urlaub? Manchmal verläuft die Sanierung der privaten Finanzen schon erstaunlich schnell.

Merkwürdig ist auch wie Du plötzlich von Deinem Sohn schreibst, den Du am 24.05. 2016 noch als "Kind" bezeichnet hast:

https://www.gutefrage.net/frage/ab-wann-gilt-ein-kind-nicht-mehr-im-hotel-als-kind?foundIn=user-profile-question-listing

Sei mir nicht böse, aber wenn man Deine Fragen und deren Inhalt im Zusammenhang liest klingt das alles nicht sehr glaubwürdig.

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Kommentar von Elch1
04.07.2016, 09:02

Was willst du denn? Kind ist er immer noch, wenn auch 16 und steht mir kein Urlaub zu, weil wir H4 beziehen und muss Urlaub immer teuer sein, was kosten? Zelten geht auch und kostet fast nichts. Erstmal denken, bevor man urteilt. Und wenn du keine Ahnung hast, dann einfach mal still sein. In den Urlaubskatalogen/Hotels werden auch jugendliche als Kinder bezeichnet, darum ging es auch in meinem vorherigen Faden. Mich regen solche Leute auf! Er ist für Reisen ein Kind, da kannst du dich quer legen, ist einfach mal so.

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Wenn Du ihn quasi zwangsweise in ein Jugendlager schickst, braucht er sich da nur entsprechend danebenbenehmen und dann kannst Du ihn abholen.

Dürfte also nicht die beste Option sein.

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Kommentar von Elch1
04.07.2016, 09:43

Ich glaube aber nicht, dass er  da den Molli macht. Er meckert erst gerne oft und dann war doch alles nicht so schlimm. Rootcamp wäre besser, kostet aber zuviel!

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Natürlich nimmst du ihn mit. Und ins ferienlager schickst du ihn auch. Und taschengeld wird auch gestrichen.

Du könntest ihm auch ein monatliches taschengeld geben. Davon muss er alles kaufen z.b. seine markenklamotten, aussr essen. Auch sein bier und seine drogen. Dann sieht er dassman mit dem geld haushalten muss.
Wenn erwieder frech wird janbst ihn nicht drei wochen zu seinem vater schicken?
Und er sioll nicht so eifersüchtig sein. Mädels mögen das gar nicht.

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Kommentar von Elch1
04.07.2016, 08:57

sein vater wird sich "freuen"......DIe trinken höchstens zusammen noch Bier!

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Kommentar von Elch1
04.07.2016, 09:45

Taschengeld verdient er sich selbst, da wir uns das gerade mal einsparen und b, lernt er endlich mal, dass Geld nicht auf Bäumen wächst. Wir hatten nie Geldsorgen, uns ging es überdurchschnittlich gut, bis jetzt H4. Also der krasseste Sprung von viel bis nichts.

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Die wichtigste Angabe fehlt.

Wie alt ist dein Sohn?

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Kommentar von Elch1
04.07.2016, 08:55

16, aber unvernünftig 

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schick ihn zu den schlimmsten eltern der welt damit er mal sieht wie gut er es zu hause hat! ein wahnsinn wie sich manche jugendliche benehmen *facepalm*

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Kommentar von Elch1
04.07.2016, 09:52

Ich will aber nicht, dass er ins TV kommt ;-). Die Option wäre mir schon lieb, aber ohne RTL geht das nicht.

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Kommentar von Tasha
04.07.2016, 10:14

Das war hoffentlich ein Scherz!

Meines Wissens wurde die Sendung abgesetzt. Als sie noch lief, dürfte sie, wenn sie so ablief wie gesendet, einen endgültigen Vertrauensbruch zwischen den Eltern und auch den gutmütigsten Jugendlichen bewirkt haben. Falls die Jugendlichen vorher Bescheid wussten, dürfte nach der Ausstrahlung trotzdem ein Vertrauensbruch stattgefunden haben, weil sie im vorhersehbaren, extrem schlechten Licht dargestellt wurden.

Nicht abzusehen, wie sich das auf den Umgang von Gleichaltrigen, Lehrern und potentiellen Ausbildern ausgewirkt haben muss!

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Würde ich genau so machen wie Du es vorhast.

Urlaub und dann Jugendlager. Vielleicht kapiert er dann mal das nicht jeder nach seiner Pfeiffe tanzt.

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Kommentar von Elch1
04.07.2016, 08:38

Eigentlich ist das Jugendlager nicht unbedingt drinnen, aber mir reicht es jetzt. Er lacht noch darüber, wenn ich damit Drohe..

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