Sohn geht nicht in der Schule - was tun?

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7 Antworten

Guten Tag.

Ich muss leider vorweg sagen, dass ich dir wahrscheinlich keine ultimative Lösungsmöglichkeit geben kann, da ich in einer ähnlichen Situation war/bin und auch Menschen kenne denen es ähnlich ergangen ist.

Dennoch möchte ich gerne versuchen dir etwas Mut zu machen, denn ich finde es toll, wenn Eltern sich um ihre Kinder bemühen, selbst wenn diese nicht so perfekt sind wie sie sie gerne hätten und sie nicht aufgeben.

Wie ich anhand deiner Kommentare lese hat dein Sohn eine Soziale Phobie - Die habe ich auch neben anderen Diagnosen. Soweit ich das erkennen kann, weißt du, dass es sich dabei um Erkrankungen handelt für die dein Sohn nichts kann. Das ist wichtig für das Verständnis, denn ich möchte noch einmal betonen, dass dies nichts mit bloßer Faul - oder Sturheit zu tun hat.

Ich lese aus deinen Zeilen eine gewisse Hilflosigkeit und mittlerweile kann ich diese auch sehr gut nachvollziehen. Meine Mutter wird sich ähnlich hilflos gefühlt haben, auch wenn ich die Schule erst nach dem Abschluss gemieden und mich zuvor einfach durchgeschleppt habe. Danach ging dann allerdings gar nichts mehr.

Du hast viel versucht...Wenn dein Sohn jede Hilfe ablehnt rate ich dir als ebenfalls Betroffene, ihn seine Entscheidungen alleine treffen zu lassen. Du kannst ihn unterstützen, zeige ihm, dass du für ihn da bist...Aber lass ihn entscheiden. Das mag sich verantwortungslos anhören, ist für viele aber manchmal einfach nötig.

Lehne ihn nicht ab deswegen. Oft finden Kinder irgendwann zu ihren Eltern zurück, solange es keine schwerwiegenden Gründe gibt. Er ist 15, man muss also auch normale pubertätsbedingte Schwankungen berücksichtigen.

Eventuell muss sich erst einmal euer Verhältnis zueinander bessern, damit er mit dir offener reden kann.

Ich wünsche euch jedenfalls alles Gute, hoffe, dass sich das Ganze für ihn bessert und er irgendwann die nötige Hilfe annehmen kann.

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Die Frage ist, warum. Und er sollte evtl jemanden haben mit den er darüber reden kann, die nicht die Eltern sind. Vielleicht sehr gute alte bekannte oder sowas, den er Vertraut.

Irgendwas stimmt dort nicht und es kann dazu auch noch sehr teuer werden!

Kurze Story zu mir: Als ich etwa in er 8. Klasse war, hatte ich keine Lust mehr zur Schule... bin nicht hin, habe geschwänzt und das sogar fast das komplette 9. Schuljahr. Hatte am Ende über 130 Fehltage und die Quittung das ich vors Gericht musste. Mit meiner Mama und dort musste ich etwa 800€ Zahlen sowie Sozialstunden machen.

Die Frage ist aber nun eher, was bei deinem Sohn ist. Bei mir war es einfach totale unlust da mir das zu langweilig war. Ich habe allerdings oft nur geschwänzt um meine Arbeit zuhause zu schaffen (habe damals Programmieren gelernt und damit heimlich schon Geld verdient). Ich hab die Schule als unnötig angesehen weil ich ja schon "gearbeitet" habe.

Was ich bei dir sehe und auch selbst immer so Empfunden habe während meiner Zeit des Schwänzens - Du sagst ihm immer was er zutun hat oder machen soll oder sonst was. Versuch ihn nicht zu Bestrafen oder irgendwo hin zu ziehen sondern Belohne in mit etwas, was er gerne mag.

Mag er Fußball? Hat er einen Fußball Verein den er mag? Dann könntest du z.B. Organisieren das ihr mal ins Stadion fahrt und er seine Idole sieht und ihm damit klar machen, das er soweit nicht kommen kann, wenn er sich nicht etwas anstrengt.

Früher hatte ich auch oft den Gedanken das es Sinnlos ist im Leben nur zu Arbeiten. Vielleicht solltest du ihn halt mal zeigen was er alles schaffen kann, wenn er sich etwas mehr bemüht.

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Kommentar von Aleavor
21.04.2016, 14:11

Danke für deine Antwort!

Er hat derzeit niemanden zum Reden. Er hat zu JEDEN seiner Freunde den Kontakt abgebrochen und jegliche Sozialen Medien gelöscht.

Ich bekomme zwar nicht viel von ihm mit, aber er programmiert auch. Wie hast du damals schon Geld damit verdient? Vielleicht könnte er so auch eigenes Geld verdienen um eventuell nicht ganz auf der Straße zu landen?

Bei ihm ist es die Soziale Phobie und nicht die Unlust. Er wurde damit diagnostiziert.

Hobbies hat er sonst auch nur, bei denen er nicht raus muss und er alleine machen kann.

Er verlässt ja nun auch schon seit einem Jahr das Haus nicht mehr.

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Aus diesen Text konnte ich herauslesen, dass Du dich nicht sehr viel mit deinem Sohn unterhälst. Ich würde es so machen: Ein paar Stunden Zeit freimachen, sich mit ihm an einen Tisch setzen und ihm komplette Freiheit geben (mach ihm klar, dass du ihn unterstützt, er entscheidet was er tun wird, und du wirst nichts mehr hinter seinem Rücken veranlassen [Stichworte: Psychologentermin, Einweisung]). Und dann fragen: Was möchtest du (vom Leben, jetzt tun, in 20 Jahren)? Du kannst reden, wenn du willst, du kannst gehen wenn du willst. (wenn er geht, musst du ihm noch sagen, dass du hier sitzen bleibst, falls er sich doch umentscheidet)

Dann musst du ihm zuhören, unterbrich seine Gedankengänge nicht, sondern warte bis zum Ende. Vielleicht sagt er dir alles, vielleicht auch nicht, hauptsache er redet mal. Und dann wirst du, je nachdem was er gesagt hat, reagieren.

Sorry, aber so aus der Ferne kann ich nicht gut beurteilen, was in ihm vorgeht, und Du offenbar auch nicht so wirklich. Dass Ihr beide mal redet ist wohl das wichtigste.

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Kommentar von Aleavor
21.04.2016, 14:07

Danke für den Vorschlag. Das habe ich auch schon probiert. Er redet dann auch, aber er lebt irgendwie in seiner eigenen Welt. Er redet davon, dass er verlangt, in Ruhe gelassen zu werden. Er will nach seinen Lebensansichten leben. D.h., dass er das Haus nicht mehr verlassen will, kein Job haben will, aber eben auch dadurch kein Geld mehr verdienen will. Er redet davon, dass er sich dann sehr geizig versorgt. Nur Brot essen, usw.

Er sagt, dass, wenn ich ihn nochmal einweisen sollte, oder in eine Wohngruppe stecken sollte, er da einfach nichts sagen wird und auch keinen zuhören wird. Er sagt, dass er einfach auf Zeit baut, bis er 18 ist. Daran ist nicht zu rütteln.

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Ich kann dich sehr gut verstehen... habe es selber alles durchgemacht leider. Es wird noch einige Zeit dauern, bis er merkt das er Schulabschluss braucht und eigentlich irgendwann für 'Wünsche Geld benötigt und arbeiten muss.

Eigentlich ist es so: er ist Schulpflichtig auch nach Schulende noch Berufsschulpflichtig und die zuständige Schulbehörde (für Schwänzer)  sollte sich eigentlich bei dir melden oder finde es selbst raus, welche 'Schule es ist.

Die werden ihn drauf hinweisen und verwarnen wenn er nicht seine Pflicht nachkommt, gibt es Geldbuße und die wird in Arbeitsstunden umgewandelt die er machen sollte. Verweigert er dieses auch, dann kommt der Arrest. Evtl. hilft da dann der Druck?

Wünsche dir viel Kraft, die wirst du brauchen.

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Kommentar von Aleavor
21.04.2016, 14:00

Vielen Dank für deine Antwort.

Von Geldbußen wird abgesehen, weil bei ihm ja Soziale Phobie diagnostiziert wurde und ich mich noch kümmere, dass es besser wird und nicht komplett aufgebe. Mal sehen, wie lange noch.

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bitte geh auf folgende Seite:

www.bke-elternberatung.de

Dort hast du, nach Registrierung, die Möglichkeit, dich online mit Psychotherapeuten auszutauschen und dich beraten zu lassen. Es ist kostenlos und anonym.

Es gibt auch ein sehr gutes Elternforum - wiederum moderiert durch Psychotherapeuten - wo sich Eltern über ihre Probleme mit den Kindern austauschen können.

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Dein Sohn scheint ziemliche Probleme zu haben. Wie ist denn abseits der Schule sein Bezug zu anderen Menschen? Ist es wirklich nur die Schule oder fühlt er sich in größerer Gesellschaft generell bedroht? Kannte mal jemanden, der ähnliche Probleme hatte mit seinem Sohn, der unglaubliche, unnachvollziehbare Ängste vor der Schule hatte (bei ihm wurde Autismus diagnostiziert). Aber da du schreibst, dass dein Sohn bereits in der Klinik war, musst du doch schon wissen, was das Problem ist und dich an dementsprechende Beratungsstellen wenden können. Es wäre auch gut, wenn du die psychologischen Termine mal mit ihm wahrnimmst. Und nimm ihm endlich den blöden Schlüssel weg, es kann nicht sein, dass er den immer noch hat.

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Kommentar von Aleavor
21.04.2016, 14:22

Habe ich wohl vergessen zu schreiben: Bei ihm wurde Soziale Phobie und Verdacht auf eine paranoide Persönlichlichtsstörung festgestellt.

Den Schlüsse hatte ich eine Zeit lang wieder. Nur hat er ihn aber wieder, weil es nur noch Streit gab. Es hat keinen Sinn. Wenn jemand kommt und er nicht die Möglichkeit hat sich einzuschließen, schaltet er einfach ab. Er starrt und sagt nichts. Macht also keinen Unterschied.

Sein Bezug zu anderen Menschen? Welche menschen? Er verlässt das haus nicht und hat jeglichen Kontakt zu anderen menschen eingestellt. Sogar zu seinem ehemaligen Besten Freund, den er seit dem Kindergarten kannte.

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Kommentar von YoungLOVE56
21.04.2016, 16:47

Das entscheidende "Detail" hätte man ruhig dazuschreiben können, ja. Soziale Phobie kommt oft vor, aber bei ihm scheint es sehr stark zu sein. Er hat einfach nur noch Angst vor der negativen Beurteilung anderer Menschen und schließt sich ein. Wenn du ihm diesen Schlüssel nicht wegnimmst, wird das nie was mit einer Besserung. Er muss lernen, Schritt für Schritt, wieder unter Leute zu gehen. Offenbar hat er ja das eine Mal, wo du dann erfahren hast, dass er Angst vor der Schule hatte, ja weniger "abgeschalten" und sogar ein Bisschen geredet. Aber wenn man dann immer wieder zulässt, dass er sich vergräbt, dann wird es keine Besserung geben, auch nicht mit einem Therapeuten.

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Hallo :)
Ich muss erlich sagen, dass ich es schon krass finde den Jungen einfach einzuweisen weil er nkcht in die schule geht. Dadurch wird es doch nur noch schlimmer. Vieleicht würde ja eine ambulante therapie und ein schulwechsel gut tun. Vieleicht in eine privatschule mit "kleinen Klassen". Ist er noch schulpflichtig ? Wenn nicht kannst du sowiso nichts mehr machen auch wenn ich verstehen kann, dass mann für das kind nur das beste will. Aber wie gesagt einweisen lassen finde ich persönlich (muss nicht heißen das es falsch ist, nur meine persönliche meinung) nicht die Lösung.
Alles Gute für euch !

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Kommentar von Aleavor
21.04.2016, 14:13

Er wurde ja nur eingewiesen, weil er sonst ALLES abgelehnt hatte. Er hatte viele Termine beim ambulanten Psychologen.

Irgendwann wurde ich unter Druck gesetzt, von der Schule und vom Jugendamt, dass endlich ein Fortschritt gemacht werden muss.

Ich fand die Entscheidung auch nicht gut.

Schulpflichtig ist er wohl nicht mehr, aber Berufsschulpflichtig. Aber keiner kann genau sagen, wie relavant das ist...

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Kommentar von anaandmia
21.04.2016, 14:19

Habe gar nicht gewusst das es sowas wie "Berufsschulpflichtig" gibt. Ich kann mir nur vorstellen das mann durch die klinik noch viel mehr kaputt gemacht hatte als vorcher. Wenn ich mir überlege das ich aus irgendwelchen Gründen nicht mein Zimmer etc. verlassen will, muss es doch horror sein gegen meinen Willen in die klinik zu kommen. Aber wie gesagt das ist so eine verzwickte situation ...ich glaube mann kann gar nicht "richtig" handeln.

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Kommentar von anaandmia
21.04.2016, 14:21

Achja falls ihr euch entscheidet in nochmals einweisen zu lassen, würde ich wirklich zu einer guten klinik raten und nicht einfach zur nähersten....habe im bekanntenkreis die erfahrung genacht das privatkliniken viel besser arbeiten.

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Kommentar von anaandmia
21.04.2016, 14:27

Das ist wirklich schwierig ... Wünsch euch wirklich ganz viel Kraft !

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