Sohn (4) hat keine Fortschritte beim Psychologen gemacht - Was sollen wir denn sonst noch machen?

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11 Antworten

Ich kenn dieses Verhalten aus eigener Erfahrung. Ich kann dir nur den tip geben ihn unbedingt zu fördern, was soziale Kontakte angeht. Erwarte nicht zu viel und versucht es mit kleineren schritten. Vllt kannst du mit ihm besprechen, was er sich zutraut und er das nächste mal macht. (ZB auf dem Spielplatz) das ist äußerst wichtig, da er die fehlenden sozialen Erfahrungen sonst nur sehr schwer aufholen wird.
Versucht auch das Selbstbewusstsein zu fördern. Diese zwei Punkte, soziale Kontakte und Selbstbewusstsein fördern ist das A und O.

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Ich denke, als Laie kann man da wenig raten. Vielleicht gebt ihr ihm nochmal ein halbes Jahr Zeit, sich an euch und sein neues Leben zu gewöhnen? Und dann versucht ihr es noch einmal mit dieser Psychologin? Ich würde allgemein den Kontakt zu ihr aufrecht erhalten, denn sicher braucht es Zeit, dass er sich an einen anderen Menschen gewöhnt. Evtl würde ich auch einen Psychiater befragen.

Beschäftigt euch viel mit ihm, fördert ihn und zeigt ihm, dass er euch vertrauen kann. Vor allem braucht er Routine, feste Abläufe, feste Uhrzeiten, Stabilität, denke ich.

Eine befreundete Familie meiner Eltern hatte ein Pflegekind aufgenommen, die ebenso verwahrlost und daher in ihrer Entwicklung weit zurück geblieben war. Soweit ich weiß hat es viele Jahre gedauert, bis sie normal sprach, Kontakt zu anderen suchte und eine Förderschule besuchen konnte.

Sie ist heute immer noch anders als durchschnittliche Kinder, hat auch Lernbehinderungen, geht zu einer Logopädin und zur Ergotherapie, glaube ich, aber sie ist wohl inzwischen ein fröhliches Kind und spielt mit ihren Geschwistern. Mehr weiß ich leider nicht darüber, auch nicht, ob es sonst noch Diagnosen gibt.

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Ich bin kein Psychologe und kein Therapeut...ich versuche mich aber gerade mal in deinen kleinen Sohn hineinzuversetzen...

Für ihn ist die Welt ein gefährlicher Platz... er wurde vernachlässigt, wenn er geschrien hat, gab es Haue... Wenn er was falsch gemacht hat, wurde er vielleicht angeschrien...

Er hat nun Personen gefunden denen er vertrauen kann, ihr schreit ihn nicht an und haut ihn nicht, aber er hat bestimmt Angst etwas falsches zu machen.

Fremde Menschen kann er nicht einschätzen...vielleicht sind sie wie seine leiblichen Eltern, vielleicht lieb wie ihr? Er hat Angst...vielleicht sind sie wie seine ersten Eltern...

Vielleicht wäre es ja eine Möglichkeit mal den Therapeuten zu euch nach Hause zu holen...inzwischen dürfte er in eurem Haus ein vertrautes Umfeld gefunden haben...

Es kann auch ein paar Stunden dauern, bis er warm geworden ist und gemerkt hat, er brauch da keine Angst haben.

Vielleicht wäre auch eine Spielgruppe für ihn gut? Also ihr trefft euch mit anderen Eltern und er findet so vertrauen in andre Kinder?

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Ich kenne einen ähnlichen Fall, da hatte ein Junge einen Erzieher als wichtige Ersatzbezugsperson ausgewählt, weil er sich auf seine Mutter nicht verlassen konnte. Die Bedeutung von "Mama" war bei ihm nicht "Mutter" sondern "ich vertraue dir" und "du bist mein Schutz". Ich sehe es also erst einmal als positiv an, dass sich ein Kind eine neue Bezugsperson sucht. Wie du den Jungen beschreibst, hat er seine Bedürfnisse in den ersten 3 Lebensjahren nicht ausreichend befriedigt bekommen und dafür einige Gewalterfahrungen gemacht, wenn er seine Bedürfnisse geäußert hat. Er ist aber noch jung genug, dass er mit viel Liebe, Geduld und Zuneigung eine gesunde Entwicklung nachholen kann.

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Grüß Dich neuernutzer1978!

Solch eine schwierige psychische Situation positiv zu beeinflussen kann viele Jahre dauern. Alle Ratschläge, die dazu geeignet sind das Kind aus seiner Isolation zu holen, sollten so weit es geht ausgeführt werden. Gerade die Zusammenarbeit zwischen Psychologen und den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten ist elementarer Bestandteil der Therapie. Dabei ist viel Geduld, Empathie und psychische Kraft erforderlich.

Das ist ein langwieriger Prozess. Ihr müsst nur immer dranbleiben und auch zusehen, das ihr selbst ebenfalls psychische Hilfe bekommt.

Herzlichen Gruß

Rüdiger

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Ich hab gerade mal deine andere Frage dazu gelesen...

Hatte er in seiner "echten" Familie beide Elternteile? Oder sagt er "Mama" vielleicht einfach zu demjenigen der zuhause was für ihn macht, bzw sich um ihn kümmert? 

Das er nach all dem erlebten Angst vor fremden hat verwundert eigentlich nicht, gerade wenn es ja "offizielle" Personen sind, weiß nicht wie ich das anders ausdrücken soll...

Geht er in den Kindergarten? Oder mit euch immer und immer wieder zu anderen Kindern/Leuten? 

Ich finde deine Frage liest sich ein wenig nach einem recht isolierem leben mit euch beiden? 

Ich glaube das es wichtig ist das er lernt das fremde Leute auch nett sein können 

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Kommentar von neuernutzer1978
05.07.2016, 18:16

Danke für die Antwort. Wir versuchen natürlich, ihn ganz oft an andere Kinder heranzuführen, aber meistens hat er dann noch größere Angst. Natürlich geben wir nicht gleich auf, aber nach dem 2. Heulkrampf in 10 Minuten ist man schon ein bisschen frustriert. Wir spielen oft und gerne mit ihm, wir sind auch oft bei Nachbarn oder Freunden mit Kindern, aber so richtig leiden kann er andere nicht. 

Als einer meiner Freunde mal da war, hat er zwar wieder geschwiegen, aber zugelassen, dass er mit ihm etwas spielt. Jetzt kennen sie sich eine Weile und mit jedem Treffen wurden sie vertrauter. Jetzt lächelt unser Sohn ihn auch ab und zu mal an, was er bei anderen Kindern nie machen würde. 

Schon komisch, dass er mit einem 30-jährigen besser zurechtkommt, als mit einem Kind seines Alters ...

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irgendwas stimmt da nicht, weil du stellenweise im Konjunktiv schreibst und denkst.. (?) Frage mich überhaupt, was so ein Wurm mit 4 schon jetzt bei nem hochdotierten Psychologen zu suchen hat?? Geh doch mit ihm spazieren auf die Wiese und auf dem Spielplatz, meinetwegen ins Freibad und dort auf die Spielwiese usw.. auch gerne mit (ruhigem) Begleiter hier Hund...

Psychologen, auch und gerad wenn sie überstudiert sind, haben da nichts drauf.. frag den erstmal bitte, ob er selbst Kinder hat und wie sein Familienstatus ist, sonst darfst du perse schon mal nichts erwarten.. (also rausgeschmissenes Geld..)

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Je nachdem, was der Junge mitgemacht hat, sind 9 Monate nicht so lange.

Besonders die Sachen, die vorm Einsetzen des aktiven Bewusstseins geschahen, sind schwieriger zu handhaben.

Könntest du die erbärmlichen Verhältnisse etwas genauer beschreiben?

Davon abgesehen, ist es für kleine Kinder wie ein Schock, wenn sie für immer von ihrer Hauptbezugsperson weg müssen.

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Hi, ich glaube euer Sohn braucht erstmal viel Geborgenheit von euch.

Ihr müsst ihn auch so "annehmen" wie er im Moment ist. Wie ein "normales" Kind verhält er sich nicht und kann es wohl auch nicht, im Moment. Aber er ist ja noch so jung.

Unterstützung von einem/einer Psychologen/in könnte evtl. über längere Zeit notwendig sein, auf jeden Fall solltet ihr euch da Ratschläge holen.

Es ist ganz bestimmt eine schwierige Situation.

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Hallo,

ich habe mit traumatisierten Kindern keinerlei Erfahrungen im eigenen Haushalt.

Nur die, welche jene machen, die diesen ausgesetzt waren bzw. eines meiner Kinder hatte auch eines in der Klasse.

Ich seh das mal so...das es mehrere Möglichkeiten gibt , bitte unbedingt Punkt 3 beachten!:

1.

Schreckliche Vorgeschichten oder auch schwere Krankheiten des Kindes veranlassen Eltern oder eben euch als Adoptiveltern viel zu nachsichtig zu sein.

Der Jung ist nun lange genug bei euch um zu wissen, das du der Papa bist. Hättest du das von Anfang an korrigiert, gäbe es das Problem nicht. Ich bin wahrlich kein Freund des Verhätscheln und Verzärteln und so was muss auch individuell auf das Kind abgestimmt sein.

Du bist der Papa ! Ob der deine Frau nun Mama oder beim Vornamen nennt, ist unerheblich.

Solange du reagierst oder so funktionierst, wenn der Burschi dich Mama nennt, wird sich nichts ändern. Sagt er das richtig, bekommt er das gewünschte oder du reagierst - sagt er Mama passiert gar nichts.

Ich fürchte nämlich das das bei euch noch der arme Junge ist und ihr dem alles durch gehen lasst. Sprich die Erziehung kam von Anfang an zu kurz - nicht zu verwechseln mit Liebe. Nur Liebe reicht nicht. Ihr müsst Grenzen setzen und diese ein einfordern.

Meiner Meinung ist das Problem hausgemacht.

2.

Der Jung hat Angst vor anderen Leuten...mag sein.

Er lernt durch Vorbildfunktion. Immer wieder unter Leute gehen, die man kennt. Ihn in Ruhe lassen, wenn er nicht will. Der kommt schon, wenn was ist.

Er ist noch klein und etwas verkorkst und ich weiß nicht wie ihr im Alltag damit umgeht. Aber zuviel Nachsicht, bzw. sich nur nach dem Kind richten, wird dieses Verhalten eher verstärken.

Er kommt mit dem Kinderpsychologen nicht klar, es wird gewechselt, das gleiche jetzt in grün.

Ihr könnt nun nicht ständig die Bezugspersonen wechseln, weil er mit keinem reden mag. Man muss sich erst annähern und das verweigert er.  Es geht wieder nur nach seinem Kopf.

Ich seh das so, das nicht ihr das Kind, sondern das Kind euch voll im Griff hat.

3. und da ich einen Fall in der Familie habe, wo das deutlich ausgeprügter ist:

Außerdem würde ich den Jungen mal auf Autismus testen lassen, bzw. auf Asberger das Augenmerk legen. Es gibt leichte und schwere Formen und mich wundert

LG

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Kommentar von kiniro
05.07.2016, 20:15

Ich bekomme die Krätze, wenn ich etwas von "leichtem und schwerem Autismus" lese.

Es heißt Autismusspektrumstörung - kurz ASS.

Such mal nach Marlies Hübner.

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Kommentar von sanne172
06.07.2016, 18:21

Diese Antwort ist ebenso kaltherzig wie unpädagogisch. Du suggerierst hier, dass das Kind "Täter" statt Opfer ist und nur eine feste Hand bräuchte, um sich adäquat zu verhalten.

Das ist genau das Gegenteil von dem, was hilfreich wäre. Geduld und liebevolle Unterstützung braucht das Kind - Dinge, die du offensichtich als Verwöhnung verstehst. Dabei sind die die Basis, auf der sich alles andere aufbaut!

Deine eigenen schlechten Erfahrungen mit Kindern, die sich nicht so verhalten, wie du dir das vorstellst, sollten deinen Blick nicht für das Einzelschicksal trüben.

Ich habe tatsächlich selten eine Antwort gelesen, die fachlich (und menschlich) so daneben ist.

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Es könnte eine Autismus Störung vorliegen. 

Sprich doch mal mit einem Autismustherapeuten.

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