Sobald man eine Diagnose hat, braucht man einen Behindertenausweis um "offiziell" behindert zu sein?

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9 Antworten

Nein - maßgebend ist die gesetzliche Regelung:


4. ohne Altersgrenze, wenn sie als behinderte Menschen (§ 2 Abs. 1 Satz 1 des Neunten Buches) außerstande sind, sich selbst zu unterhalten; Voraussetzung ist, daß die Behinderung zu einem Zeitpunkt vorlag, in dem das Kind nach Nummer 1, 2 oder 3 versichert war.

§ 2 SGB IX Behinderung

(1) Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist.

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Kommentar von Westborn
11.10.2016, 13:16

Hallo Norbert, danke für deine Hilfe.

Also muss ich keinen Behindertenausweis beantragen um nach der Diagnose weiterhin (ohne Altersgrenze) bei unserer Familienversicherung zu bleiben um die Therapie zu Ende zu führen?

Vielen Dank

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Irgendwie komme ich bei dieser Frage nicht durch?

Ich bin selbst zu 100% schwerbehindert, besitze einen Schwerbehindertenausweis und bin auch selbst versichert (bin berufstätig).

Welche Behinderung hast du denn? Und um eine Schwerbehinderung anerkannt zu bekommen, musst du einen Antrag bei deinem Amt für Familie und Versorgung stellen. Es ist wichtig, dass eine Behinderung vorliegt, die nicht mehr zu verbessern ist. Also eine dauerhafte Beeinträchtigung.


Dann geht alles seinen Gang.



Sie sind hier:https://www.arbeitsgemeinschaft-finanzen.de/soziales/schwerbehinderung/krankenversicherung.phpStartseiteSozialesSchwerbehinderungKrankenversicherung

Schwerbehinderung und Krankenversicherung

1.03.2013 Hans FrießemInnerhalb
von 3 Monaten können Sie nach Feststellung Ihrer Schwerbehinderung
freiwillig einer gesetzlichen Krankenkasse beitreten, sofern Sie zu
diesem Zeitpunkt noch nicht gesetzlich versichert sind.

Voraussetzung
ist, dass Sie selbst, ein Elternteil oder Ihr Ehe- oder Lebenspartner
in den letzten 5 Jahren mindestens 3 Jahre lang gesetzlich
krankenversichert waren – es sei denn, sie konnten diese Voraussetzung
aufgrund ihrer Behinderung nicht erfüllen.

Die Krankenkasse hat
jedoch das Recht, den freiwilligen Beitritt für Schwerbehinderte per
Satzung auf ein bestimmtes Höchstalter zu beschränken.

Praxis-Tipp

Die
gesetzliche Krankenkasse, in die Sie eintreten möchten, darf die
Aufnahme nicht davon abhängig machen, dass Sie ein Gesundheitszeugnis
vorlegen. Bestehende Vorerkrankungen darf die Kasse nicht vom
Versicherungsschutz ausschließen. Ihr Anspruch auf Leistungen besteht
sofort ab dem Zeitpunkt Ihres Beitritts.

Familienversicherung auch über die Altersgrenze hinaus

Wenn Sie als behinderter Mensch Ihren Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten können, dürfen Sie ohne Altersgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung Ihrer Eltern familienversichert bleiben, ohne dass die Eltern dafür einen Mehrbeitrag zahlen müssen.

Voraussetzung
für die Familienversicherung ohne Altersbeschränkung ist allerdings,
dass Ihre Schwerbehinderung schon bestand, bevor Sie die für Gesunde in
der Familienversicherung geltende Altersgrenze erreicht haben (23 Jahre
bzw. 25 Jahre, falls Sie noch in Ausbildung sind).

Wenn Sie in
einer anerkannten Werkstatt für Behinderte tätig sind oder in Heimarbeit
für eine solche Werkstatt arbeiten, sind Sie unabhängig von der Höhe
Ihrer Entlohnung pflichtversichert in der gesetzlichen Kranken-, Renten-
und Pflegeversicherung.




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Kommentar von Westborn
11.10.2016, 13:13

Es geht darum dass ich eine stark ausgeprägte Sozialphobie und generelle Angststörung habe und erst nun den Mut gefasst habe mich in Behandlung zu begeben.

Ich werde nächstes Jahr 23 und bin dann nicht mehr bei unserer Familienversicherung mitversichert. Ich glaube nicht dass ich mit der Therapie bis dahin fertig bin und einen Job finde, daher möchte ich nach meiner Diagnose der Krankenkasse melden dass ich temporär behindert bin um weiterhin versichert zu bleiben bis ich auf meinen eigenen Beinen stehe.

Es geht nicht um Hartz IV oder sonstiges, das will ich nicht, ich will nur sicher stellen dass die Therapie erfolgreich zu Ende geführt wird und nicht an Mangel von Versicherung scheitert.

Danke für deine Hilfe

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einen Behindertenausweis benötigst du nicht zwingend.

es ist richtig, dass Kinder, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung außerstande sind, sich selbst zu unterhalten, ohne Altersgrenze in der Familienversicherung bleiben können.

Wichtig ist, dass die Behinderung bereits während der Familienversicherung vor Erreichen der ansonsten maßgeblichen Altersgrenzen vorlag und von nicht absehbarer Dauer ist.

Und genau bei dem letzten Punkt sehe ich bei dir ein Problem. deine Einschränkung/Erkrankung wird dich zwar immer irgendwie begleiten, aber du wirst deshalb nicht auf Dauer nicht in der Lage sein, dich selbst zu unterhalten. sprich du wirst therapiert und medikamentös eingestellt in der Lage sein, deinen Lebensunterhalt bestreiten zu können.

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Wenn Du die Diagnose erhalten hast, kannst Du im Versorgungsamt einen Behindertenausweis beantragen oder Du lässt es, bleibt Dir überlassen.

Was diverse Versicherungen betrifft, (welche Du wegen der Erkrankung nicht mehr bekommst)

Du musst, wenn Du eine Versicherung haben möchtest Gesundheitsfragen wahrheitsgemäßt beantworten. Sollte der Fall eintreten, dass Du die Versicherung in Anspruch nehmen möchtest wird von der Versicherung bei Deinen Ärzten nachrecherchiert.

Sollte sich herausstellen, dass Du Fragen falsch beantwortete hast, muss die Versicherung nicht zahlen und die Beiträge bekommst Du auch nicht wieder zurück.

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Ich weiß ja nun nicht, was Du hast, aber um einen Behindertenausweis zu bekommen, musst Du zu 50 Prozent behindert sein. Eine Diagnose allein reicht nicht aus.

Durch Zufall habe ich kürzlich festgestellt, dass meine Krankenkasse überhaußt nicht weiß, dass ich Hashimoto (ist eine chronische Autoimmunerkrankung) und ein Lipödem habe. Ich verstehe es zwar nicht, aber den Kassen scheinen die Diagnosen nicht bekannt zu sein.

Warum willst Du denn keinen Behindertenausweis, falls Du ihn denn bekommst? Verschafft Dir nur Vorteile im Leben und im Berufsleben brauchst Du den sogar dringend, hast dann mehr Urlaub, evtl. musst Du weniger Stunden in der Woche arbeiten, hast einen entsprechenden Arbeitsplatz und und und

lg Lilo

http://www.behindertenausweis24.de/

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Ob du einen Behindertenausweis bekommst, bestimmt ausschließlich der Gutachter der ausstellenden Behörde.

Und den Status "nicht versichert" gibt es in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht mehr. Wenn die Voraussetzung für die Familienversicherung entfällt, bist du automatisch bei der gleichen Kasse "freiwilliges Mitglied" und beitragspflichtig.

Wenn du kein Einkommen hast, musst du das UMGEHEND mitteilen. Sonst wirst du zum Höchstbetrag eingestuft

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Kommentar von DerHans
11.10.2016, 21:13

In einem schwebenden Anerkennungsverfahren wegen des Behinderungsgrades kann der Beitrag evtl. bis zur Klärung gestundet werden.

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Ich Verstehe deine Frage jetzt nicht wirklich, ich geh jetzt mal darvon aus du hast eine Köperliche Behinderrung!.

Ein Behindertenausweis hat für dich vorteil ( wenn eine Körperliche beeinträchtigung vorliegt.

http://www.netdoktor.de/Gesund-Leben/Alter+Pflege/Wissen/Schwerbehindertenausweis-wer-b-6192.html


Behinderte Kinder bleiben ohne Altersgrenze familienversichert,
Bei Kindern, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen
Behinderung außerstande sind, sich selbst zu unterhalten, besteht die
Familienversicherung ohne Altersgrenze fort. Wichtig ist, dass die
Behinderung bereits während der Familienversicherung vor Erreichen der
ansonsten maßgeblichen Altersgrenzen vorlag und von nicht absehbarer
Dauer ist.

http://www.bmg.bund.de/themen/krankenversicherung/versicherte/familienversicherte.html

Aber ich denke die Krankenkasse benötigt die Nachweise, und wer einen
Körperliche beeinträchtigung vorliegt. Besteht ja auch der anspruch auf Pflegegeld welches die Pflegekasse dann leistet.



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Geh mit den Unterlagen zu einer Beratungsstelle oder werde Mitglied beim VDK. VDK kann auch klagen und der anwalt ist umsonst. Würde mich bei der Agentur krank melden. Die wissen auch über vieles bescheid. Behindertenausweis lass es machen den nur du bestimmst wer es wissen darf!

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