Skoliose?op?schmerzen?

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2 Antworten

Ich hab so eine OP hinter mir. (Kyphoskoliose)

Mich würde interessieren welche Gradzahlen duhast und ob du abgesehen von der Optik noch Beschwerden hast?  Nicht "jede" Skoliose wird operiert, bzw es macht nur bei einem Bruchteil von Skoliosen wirklich Sinn. 

Beim aufwachen waren meine Schmerzen sehr stark, ja. Die ersten Tage waren bei mir wirklich heftig, aber ich habs vergleichsweise gut durchgestanden. Allerdings ist das ganze sehr subjektiv: einige berichten von sehr starken, oder sogar unerträglichen Schmerzen, andere stecken das besser weg. Da spielen viele Komponenten eine Rolle.. allgemeine Schmerzempfindlichkeit, wo/welche Strecke wird operiert und wie gut arbeitet der Arzt, wie groß ist die Veränderung der Statik.... Reagiert man gut auf die Schmerzmittel oder nicht, wie stark sind die Schmerzmittel die man bekommt etc.  Ich bin relativ schnell von den harten Sachen runter genommen worden. Das hat nicht so viel Spaß gemacht, dafür hab ich mir eine Abhängigkeit erspart, das kommt leider auch vor. Manchen ist in den ersten Tagen leider auch sehr übel, weil einige der Schmerzmittel ganz schön auf den Magen schlagen können, die Narkose kann auch Übelkeit verursachen. (Bin da zum Glück verschont geblieben). Die OP ist wirklich groß, du kannst Schäden davon tragen. Meistens sind es kleinere Nervenschäden, dass zb ein Teil der Haut am Rücken taub wird (ist bei mir so, stört mich aber nicht sonderlich). Manche berichten davon, dass beispielsweise ein Fuß anschließend mehr friert, weil da offentsichtlich ein Nerv "angekratzt" wurde oder durch die veränderte Statik gereizt wird.. Enztündungen, Wundheilungsprobleme usw können auftreten. Oder allgemeine dauerhafte Schmerzen...

Du musst mit mehreren Monaten "Genesungszeit" rechnen, bis du wieder Alltagstauglich bist. In deinem Alter geht das noch vergleichsweise schnell, wobei das individuell ist. Manche können nach 4 Wochen wieder eingeschränkt zur Schule, andere erste nach einem halben Jahr. Ich bin mit 25 operiert worden und bin nach 5 Monaten ("Teilzeit") wieder ins Studium gegangen.

Letztendlich ist dann ein Teil der Wirbelsäule versteift. Das bedeutet in dem Bereich natürlich eine Bewegungseinschränkung. Bis zu einem gewissen Grad lernen die angrenzenden Gelenke und Wirbelgelenke das etwas zu kompensieren, wie vorher wirds es aber - v.a. bei einer langstreckigen Versteifung - sicher nicht. Besonders bei sportlichen Aktivitäten schränkt das natürlich ein, aber auch im Alltag merken das einige. Bücken usw ist bei vielen ein Problem. Ich selbst kann beispielsweise (zum Glück)problemlos was vom Boden aufheben, aber länger als 2 Sekunden in einer gebückten Haltung bleiben ist schmerzhaft. Am Boden sitzen kann ich ebenfalls nur kurz, etc. Bei manchen fällt sowas noch schlimmer aus, bei anderen weniger schlimm. Besonders "tief" operierte Skoliotiker (LWS...) berichten da von größeren Einschränkungen, die auch im Alltag stören. 

Die anderen Wirbel und Gelenke werden ja auch mehr belastet, also kann es da zu Folgeschäden kommen. Gelegentlich kommt es vor dass nach einigen Jahren die Versteifungsstrecke deswegen verlängert werden muss.

Also mein persönliches Fazit, was denke ich eine gute Fraustregel ist:

Ich hatte vor der OP einen großen Leidensdruck, sprich: ständig starke Schmerzen. Ich bin das Risiko der Folgen usw bewusst eingegangen. Die OP hat meine "Hauptschmerzen" genommen, hat aber auch neue Probleme verursacht, die im ganzen aber weniger schlimm sind als die Situation vorher. (ich hab vor allem unter der Versteifung jetzt Schmerzen - Blockaden und Co, auch spackt mein Hüftgelenk gelegentlich ziemlich rum)Das kann besser laufen - und es kann schlimmer laufen. Ich bereue die OP NICHT. Wenn jemand jedoch vor der OP keine oder nur wenig Schmerzen hatte und dann in meiner jetzigen Situation rauskäme, würde es sicher bereuen. Nur wegen der Optik, würde ich eine OP niemanden empfehlen. Wenn die Skoliose deine Depression verursacht - ganz vielleicht. Wenn die Skoliose die Depreis nur verschlimmern, denke ich nicht dass das eine gute Idee ist. 

Ich würde dir empfehlen: lass dich ausmessen, geh zu einem Skoliose-Spezialisten (und nicht zum Dorforthopäden um die Ecke). Probiere konservative Methoden aus: Physiotherapie, Reha (nach Schroth), ggf Korsetttherapie und mach unbedingt eine Psychotherapie, wenn noch nicht geschehen. 

Eine OP ist nicht rückgängig zu machen. Überlege dir das sehr gut. 

Wenn du konkrete Fragen hast, beantworte ich sie dir gerne.

(P.S.: Ich hab auch Depressionen)

Es gibt bei Youtube die Berichte einiger Leute, die eine derartige OP durchgemacht haben. Einfach "Skoliose OP " ins Suchfeld eingeben.   Ausserdem gibt es wohl auch ein Forum im Internet dazu. Musst es dir halt ergoogeln.



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