Sirius Inkasso, WPK Anwälte

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3 Antworten

Schreib ihnen, dass die Forderung längst beglichen ist, und du keine weiteren Zahlungen leisten wirst. Dann kommen noch paar böse Briefe und dann ist Ruhe. Die Allianz hat mit dem Fall nichts mehr zu tun - die haben ja ihr Geld. Die Inkassofirma kann sehen wo sie bleibt.

Bei der Allianz handelt es sich um ein geschäftserfahrenes Unternehmen

Die Überweisung der Hauptforderung direkt an die Allianz war die richtige Entscheidung

Die weitergabe an einen Inkasso Finanzdienstleister wie Sirius ist zwar erlaubt verstößt aber gegen die Schadensminderungspflicht §254 BGB

Forderung gegenüber Sirius bereits damals schriftlich zurückgewiesen ?

Franticek 05.08.2014, 00:12

Leider verstoßen viele Firmen gegen diese Schadensminderungspflicht. Allerdings dürfte es dann ja keine Inkassounternehmen geben. Und das ist auch nicht richtig. Das Problem liegt darin, dass gerade durch diese Schadensminderungsplficht ganz bestimmte Regeln für die Weitergabe von Forderungen an Inkassounternehmen gelten, die aber sehr häufig nicht eingehalten werden.

Die Allianz sollte sich da aber auskennen, das kommt mir schon etwas komisch vor.

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AgePaxxter 05.08.2014, 14:31

ne hab ich leider noch nicht gemacht. werde ich nun tun. hoffe das reicht den dann.

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EXInkassoMA 05.08.2014, 21:04
@AgePaxxter

Hier dazu ein Beitrag aus dem ELO Forum

Wie reagiere ich gegenüber dem Inkassounternehmen ?

Formulierungsvorschlag gegenüber dem Inkassobüro nachdem die Forderung inkl der oben aufgelisteten möglicher Verzugs Kosten zweckgebunden an den Gläubiger überwiesen wurde und der 2 Inkassobrief eingetroffen ist :

"...Sehr geehrtes Inkasso Team - ich weise die Forderung vollumfänglich zurück - weitere Briefe Ihres Hauses sowie Ihrer Vertragskanzlei werden zu keiner Zahlung führen - einen gerichtlichen Mahnbescheid werde ich deshalb widersprechen - mit der Weitergabe meiner Daten bin ich gem BDSG nicht einverstanden - ich untersage expl die Kontaktaufnahme per telefon .."

Schriftlich retournieren !

Es ist jedoch nicht ausgeschlossen das das Inkassobüro das Schreiben ignoriert und trotzdem weitere Briefe auf den Sünder herabregnen lässt - oft wird z.b in einem weiteren Schreiben eine detailierte "Begründung" für die Zahlungsverweigerung eingefordert ! Eine Begründung oder ein erneutes Zurückweisen der Forderung ist jedoch nicht nötig

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EXInkassoMA 05.08.2014, 21:06
@EXInkassoMA

Hier noch ein aktuelles Gerichtsurteil als Hintergrundinfo für Dich

AG Brandenburg Entscheidungsdatum: 27.08.2012 Aktenzeichen: 31 C 266/11 Dokumenttyp: Urteil

Die Mahnungen von Inkassounternehmen sollen im Übrigen zwar in mehreren Fällen Erfolg haben, in dem Sinne, dass der Schuldner auf diese Mahnungen leistet. Da aber die Mitarbeiter des Inkassounternehmens in der Regel weder über besondere Rechtskenntnisse verfügen, noch über ein nachhaltiges Druckmittel, das über die eigenen Möglichkeiten des Gläubigers hinaus geht, ist dieser Erfolg wohl nur unter den Aspekten zu würdigen, dass der Schuldner ohnehin auf nachdrückliche und mehrfache Mahnungen des Gläubigers geleistet hätte oder der Schuldner den Mahnungen des Inkassounternehmens aus irrationalen Gründen eine größere Bedeutung beimisst als den Mahnungen des Gläubigers selbst und nur deswegen die Forderung bedient. Beides rechtfertigt jedoch noch nicht, dem säumigen Schuldner deswegen allein schon auch die Inkassokosten aufzuerlegen. Denn der behauptete Erfolg von Inkassounternehmen - so dies den überhaupt zutrifft - beruht entweder auf einer Tätigkeit (Mahnwesen), die zunächst eine Aufgabe des Gläubigers selbst ist und auf Kosten des Schuldners in unwirtschaftlicher Art und Weise auf das Inkassounternehmen ausgelagert wird oder ggf. sogar auf der Ausnutzung einer unterschwelligen irrationalen Angst.Zahlt der Schuldner nicht innerhalb der üblichen Frist, ist es nämlich zunächst Sache des Gläubigers, sich um die Erfüllung der Forderung zu bemühen. Dazu gehören nach herrschender Auffassung die Überwachung der Zahlungseingänge und Zahlungsfristen sowie zumindest eine zweimalige Mahnung. (...) Die Beauftragung des Inkassounternehmens dient insofern nämlich ausschließlich der Bearbeitung und außergerichtlichen Abwicklung des Anspruchs. Solche Aufwendungen kann der Gläubiger von dem Schuldner aber regelmäßig gerade nicht ersetzt verlangen (BGH, BGHZ Band 181, Seiten 233 ff. = ZGS 2009, Seiten 369 ff. = NJW 2009, Seiten 2530 ff. = Das Grundeigentum 2009, Seiten 974 ff. = VersR 2009, Seiten 1121 ff. = Schaden-Praxis 2009, Seiten 304 f. = NZM 2009, Seiten 595 ff. = WM 2009, Seiten 1664 ff. = DAR 2009, Seiten 515 ff. = ZfSch 2009, Seiten 558 ff. = MDR 2009, Seiten 1166 ff. = VRS Band 117, Seiten 23 ff., Nr. 7; BGH, NJW 1977, Seite 35; BGH, BGHZ Band 66, Seiten 112 ff. = NJW 1976, Seiten 1256 ff. = VersR 1976, Seiten 857 ff. = MDR 1976, Seiten 831 f.; OLG Dresden, NJW-RR 1994, Seiten 1139 ff.; OLG Köln, WM 1989, Seiten 246 ff.; LG Berlin, Urteil vom 20.07.2009, Az.: 5 O 468/08, u. a. in: "juris"; AG Kehl, Urteil vom 26.04.2011, Az.: 4 C 19/11, u. a. in: "juris").Diesen grundsätzlich somit nicht ersatzfähigen Eigenaufwand für die Einziehung einer eigenen Rechnung hat die Klägerin vorliegend aber nur "ausgelagert", indem sie nach Eintritt des Verzugs ein Inkassobüro mit der Beitreibung beauftragt hat. Ihr stand selbstverständlich frei so zu verfahren. Jedoch kann sie die damit verbundenen Kosten nicht ohne weiteres auf den Schuldner umlegen, weil es sich gerade um Kosten des grundsätzlich nicht ersatzfähigen Eigenaufwands handelt.

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...weil mir mal gesagt wurde...

Schoen geschrieben, hier handelt es sich um eine 100% sichere Quelle.
SCNR

EXInkassoMA 04.08.2014, 23:45

Die unbekannte Quelle hat aber diesmal recht ;)

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Franticek 05.08.2014, 00:04
@EXInkassoMA

Das wollte ich damit noch nicht beurteilen. Mir ging es hier erst mal darum, dass dieses "ich habe gehört" von den meisten schon als 100%iger Beweis für die Richtigkeit angesehen wird, egal, um was es geht.

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