Sirenenmythos: Beziehung zu Persephone und Buch

...komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Die Sirenen (Σειρῆνες; Singular: Σειρήν; lateinisch: Sirenes oder Sirenae; Singular: Siren oder Sirena) der griechischen Mythologie sind weibliche Fabelwesen mit verführendem Gesang. Ihre Gestalt ist gewöhnlich eine Mensch-Vogel-Mischung, am häufigsten ein Vogelleib mit Frauenkopf.

Die Erzählungen sind wie häufig in der griechisch-römischen Mythologie vielfältig und unterschiedlich.

Nach einem Strang der Erzählungen waren die Sirenen Nymphen und Gefährtinnen/Begleiterinnen/Gespielinnen der Göttin Persephone (Περσεφόνη; auch Φερσεφόνη; episch: Περσεφονείη; attisch: Φερρέφαττα und andere Varianten; lateinisch: Proserpina), auch Kore (Κόρη; dorisch: Κόρα; ionisch: Κούρη) genannt, der Tochter der Göttin Demeter (ionisch-attisch: Δημήτηρ; dorisch-boiotisch: Δαμάτηρ; aiolisch: Δωμάτηρ; attische Kurzform Δηώ). Persephone wurde von dem Gott Hades (ᾍδης; es gibt andere Schreibweisen wie Αἵδης, Ἀΐδης, Ἀΐδας, Ἄις, Ἀїδωνεύς; lateinisch: Pluto) geraubt und in die Unterwelt entführt (vgl. in der Spätantike Claudianus, De raptu Proserpinae, 190 – 192 und 204 – 205).

Eine nicht ganz eindeutige Verbindung zwischen Sirenen und Persephone enthält Euripides, Helena, Vers 167 – 178 (der Wortlaut des Textes ist an einigen Stellen nicht zuverlässig überliefert und bereitet Schwierigkeiten). Möglicherweise wird an sie unter anderem als einen Chor gedacht.

In hellenistisch-römischer Zeit hat es verschiedene Erklärungen der Mischgestalt der Sirenen gegeben. Dabei beziehen sich zwei der Deutungen auf das Verhalten der Sirenen beim Raub Persephones durch Hades.

a) Strafe der Demeter für Vernachlässigung ihres Wächteramtes/keine erbrachte Hilfe beim Raub ihrer Tochter Persephone (Hyginus, Fabulae 141; Apollonios Rhodios, Argonautika 4, 894 – 897; Orphische Argonautika (Ὀρφέως Ἀργοναυτικά; lateinisch: Argonautica Orphica) 1295 – 1296; Seneca, Medea, 335 – 336

b) eigener, von Gottheiten erfüllter Wunsch, um auch auf dem Meer nach Persephone suchen zu können (Ovid Metamorphosen 5, 551 – 563; Lactantius Placidus, Argumenta Metamorphosen Ovidii zur Stelle; Mythographi Vaticani 1, 86 und 2, 101)

Nach Ovid gehörten die Sirenen zu den Gespielinnen, als Persephone (Proserpina) Frühlingsblumen auflas. Als die Sirenen auf dem Land vergeblich gesucht hatten, wünschten sie auch über dem Meer im Flug schwebend suchen zu können.Geneigte/bereitwillige/zugängliche/gefällige Götter (facilesque deos) erfüllten den Wusch. Die Sirenen bekamen Vogelfedern und –Füße, behielten aber ihre menschliche Stimme und ihr menschliches Gesicht.

Informationen enthalten Nachschlagewerke zur Antike und zur griechisch-römischen Mythologie sowie spezielle Untersuchungen, z. B.:

Balbina Bäbler, Sirene. In: Der neue Pauly (DNP) : Enzyklopädie der Antike ; Altertum. Herausgegeben von Hubert Cancik und Helmuth Schneider. Band 11: Sam -Tal. Stuttgart ; Weimar : Metzler, 2001, Spalte 593 - 594

Johannes Zwicker, Sirenen. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft : RE III A,1: Silaceni bis Sparsus. Stuttgart : Metzlersche Verlagsbuchhandlung 1927, Spalte 288 - 308

Georg Weicker, Seirenen. In: Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Herausgegeben von Wilhelm Heinrich Roscher. Band 4: Qu – S. Leipzig : Teubner, 1909 - 1915, Spalte 601 – 639

Matthias Egeler, Walküren, Bodbs, Sirenen : Gedanken zur religionsgeschichtlichen Anbindung Nordwesteuropas an den mediterranen Raum. Berlin ; New York : de Gruyter, 2011 (Ergänzungsbände zum Reallexikon der Germanischen Altertumskunde ; Band 71), S. 351 - 458

Eva Hofstetter, Sirenen im archaischen und klassischen Griechenland. Würzburg : Triltsch, 1990 (Beiträge zur Archäologie ; Band 19). ISBN 3-87825-042-8

In Büchern zur Mythologie gibt es längere oder kürzere Abschnitte über die Sirenen, z. B.:

Simon Frosch, Sirenen. Antike Mythen und ihre Rezeption : ein Lexikon. Herausgegeben von Lutz Walther. Stuttgart : Reclam , 2009 (Reclam-Taschenbuch ; Nr. 20051), S. 229 – 236

Lambert Schneider/Martina Seifert, Sphinx, Amazone, Mänade : bedrohliche Frauenbilder im antiken Mythos. Stuttgart : Theiss, 2010 (Archäologie in Deutschland / Sonderheft ; 2010), S. 34 - 42

Herbert Jennings Rose, Griechische Mythologie : ein Handbuch. Aus dem Englischen übertragen von Anna Elisabeth Berve-Glauning. 2. Auflage. München : Beck, 2007 (Beck'sche Reihe ; 1530), S. 27, S. 200, S. 240 – 241, S. 390 – 391 Anm. 220

Michael Grant und John Hazel, Lexikon der antiken Mythen und Gestalten. Aus dem Englischen von Holger Fließbach. Ungekürzte Ausgabe. 1. Auflage. Berlin : List, 2009 (List-Taschenbuch ; 60928), S. 374 – 376

Reiner Abenstein, Griechische Mythologie. 3., überarbeitete Auflage. Paderborn ; München ; Wien ; Zürich : Schöningh , 2012 (UTB KulturKompakt. UTB ; 2592), S. 30, 43, 161, 166, 231

Guus Houtzager, Illustrierte Griechische-Mythologie-Enzyklopädie. Übersetzung aus dem Holländischen: Michael Meyer. Eggolsheim : Edition Dörfler im Nebel-Verlag, 2006 (Dörfler-Nachschlagewerke), S. 58, S. 93, S. 182 und S. 231 – 232

Gerhard Fink, Who's who in der antiken Mythologie. 9. Auflage. München : Deutscher Taschenbuch-Verlag, 2001 (dtv ; 32534 : Sachbuch), S. 284 – 285

Edward Tripp, Reclams Lexikon der antiken Mythologie. Übersetzung von Rainer Rauthe. 8., bibliographisch aktualisierte Auflage. Stuttgart : Reclam , 2012, S. 482 – 483

Kai Brodersen und Bernhard Zimmermann (Hrsg.), Antike Mythologie. Stuttgart ; Weimar : Metzler , 2005 (Metzler kompakt), S. 159

0

es gibt verschiedene Theorien

aber alle drehen sich um den Raub der Persephone durch Hades;

nach Ovid machten sich die Sirenen auf die Suche nach P. und um auch auf dem Meer nach ihr suchen zu können, baten sie die Götter um Hilfe und wurden so in die Wesen "halb Frau - halb Vogel" verwandelt. (Metamorphosen, Buch 5)

eine andere Version besagt, dass Persephones Mutter Demeter erbost über den Raub ihrer Tochter, die Sirenen, die diesen Raub nicht verhindert hatten, in geflügelten Wesen verwandelte.

Was möchtest Du wissen?