Sinnvoll als Kleinunternehmer, Differenzbesteuerung anzuwenden?

...komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Kleinunternehmer und Differenzbesteuerung schließen sich m. E. aus.

Differenzbesteuerung geht nur beim Weiterverkauf von etwas, was man i. d. R. von privat gekauft hat, was also ein Einkauf ohne USt ist. Vom späteren Verkaufspreis zieht man den Einkaufspreis ab und erhält die Marge, die Umsatzsteuerpflichtig ist. Natürlich muss man die Differenzbesteuerung auf der Rechnung angeben. Damit man die entsprechenden Einkaufspreise nachvollziehen kann, muss man über die entsprechenden Gegenstände eine genaue Liste führen. Bei Gebrauchtwagenhändlern ist dies recht einfach über die Kfz-Identifizierungsnummer in Verbindung mit Marke und Modell.

Beispiel: Ein Tisch von Privat gekauft für 100,- €. Den verkauft man weiter für 150,- €. Ein Kleinunternehmer darf keine Umsatzsteuer berechnen. Also brutto = netto. Bei Regelbesteuerung, also mit Umsatzsteuer wären 150,- € brutto. 150/1,19=126,05 € netto (also 23,95 € Umsatzsteuer). Bei Differenzbesteuerung Verkauf-Einkauf: 150-100=50 € Marge. 100 werden dann als steuerfreier Umsatz gebucht und 50 als steuerpflichtig wegen Differenzbesteuerung. 50/1,19=42,02 € netto (7,98 € Umsatzsteuer). Die Differenz sind also 23,95-7,98=15,97 € Umsatzsteuer.

Hallo,

die Differenzbesteuerung ist in der Regel nur für Warengeschäfte zulässig, z.B. Kfz-Handel.

Für Kleinunternehmer bis zu einem gewissen Umsatz gilt § 19 UStG, das heißt es wird keine MwSt. ausgewiesen u. keine abgeführt, natürlich kann man dann keine VSt. geltend machen.

Bin selbständige Buchhalterin - für Fragen: ... Gruß c

EnnoBecker 23.06.2010, 08:58

Eigentlich ging es um die Sinnhaftigkeit und nicht um die Zulässigkeit der Differenzbesteuerung. Ob sie hier zulässig ist, wird der Fragesteller sicherlich selbst beurteilen müssen.
 
Nebenbei bemerkt, wird auch bei der Differenzbesteuerung die Umsatzsteuer nicht ausgewiesen, § 14a (6) Satz 2 UStG.

0
Support15 23.06.2010, 09:20

Liebe/r clauwoe,

Fragen, Tipps und Antworten dürfen auf gutefrage.net nicht dazu genutzt werden, eigene kommerzielle Dienstleistungen anzubieten.

Bitte schau diesbezüglich noch einmal in unsere Richtlinien unter http://www.gutefrage.net/policy. Die Beiträge werden sonst gelöscht.

Vielen Dank für Dein Verständnis.

Herzliche Grüße,

Karina vom gutefrage.net-Support

0

Differenzbesteuerung ist nur sinnvoll, wenn du mit gebrauchten Gegenständen handelst - in allen anderen Fällen nicht. Falls es bei dir paßt, ist der Umfang deines Gewerbes eigentlich unerheblich.

Wenn Du die Wahl hast sollte die Kleinunternehmerschaft schon das Beste Ergebnis bringen.

Um Enno`s Bsp zu nehmen mit 80/100. Im Normal verbleibt es ja beim Bruttopreis. Dh bei Differenzbesteuerung müßtest Du den Teil von 20 der USt unterwerfen, d.h. 3,19 wandern zum FA.

Wenn Du allerdings erhöhte Kosten hast, größere Anschaffungen planst, dann sollte die Regelbesteuerung gewählt werden, dann bekommst Du aus den Anschaffungen die USt wieder zurück.

EnnoBecker 23.06.2010, 10:10

3,80.
 
Aber daran denken: Die Option zur Regelbesteuerung ist für fünf Jahre bindend.

0
RautenMiro 23.06.2010, 10:12
@EnnoBecker

Lieber Enno, mein Bsp war Marge 20 Brutto!!! dann wird mit 19/119 herausgerechnet, und das sind 3,19 Stell Dir den Autokauf vor. Hey Alder ich brauche 103,80 für den Wagen....oder runden wir auf 1038 EUR .... alles klar, da bleit es doch bei 1000 oder?

0
EnnoBecker 23.06.2010, 10:30
@RautenMiro

Das ändert aber an der Gesamtaussage nichts. Ohne 25a wären es eben 16,81 und nicht 20.

0

Um die Differenzbesteuerung anzuwenden, müsstest du zunächst zur Regelbesteuerung optieren. Ich sehe nicht, wo das sinnvoll sein soll, denn du kannst weder als Kleinunternehmer noch als Differenzbesteuerer die Vorsteuer geltend machen.
.
Beispiel:
.
Einkauf der Ware für 80, Verkauf soll für 100 erfolgen.
.
Behandlung als KU: Verkaufspreis 100, Gewinn 20
.
Behandlung nach § 25a: Verkaufspreis 103,80, Gewinn 20.

RautenMiro 23.06.2010, 09:21

Oha Enno, als Differenzbesteuerer kannst Du sehr wohl die volle Vorsteuer aus allen anderen Kosten ziehen.

0
EnnoBecker 23.06.2010, 09:27
@RautenMiro

Ähm....ja, aus allen anderen, da hast du recht. Hier könnte tatsächlich eine Sinnhaftigkeit liegen.
 
Da hab ich wohl zu tunnelhaft gedacht und mich nur auf diesen einen Vorgang konzentriert. Danke für deinen Hinweis.
 
Etwas ist mir noch eingefallen: Bei der Differenzbesteuerung hat man ja auch bei jedem Umsatz die Wahl, ob man sie überhaupt anwenden will. Auch hier könnte sich einiges an Sinnhaftigkeit ergeben.
 

0

Was möchtest Du wissen?