Sinn von Stereo im PA-Bereich: Warum ist auch PA-Equipment meist "zweikanalig" ausgeführt?

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3 Antworten

Bei Konzerten wird durchaus Stereo gefahren.

Und es geht eben nicht darum, allen Besuchern den gleichen Klang zu ermöglichen, sondern darum, dass der Typ am Mischpult den bessten Klang hat^^

Mittig hinten stehen lohnt sich also.

Wie bereits geschrieben haben einige Instrumente Stereoeffekte, und die sollen auch im Publikum ankommen. Die schlagzeugtoms werden meist ein wenig aufgeteilt, Keyboards sowieso, auch Gitarreneffekte können Stereo sein.

Das klingt deutlich spannender als ein "langweiliger" Monomix.

Wenn du willst kanst du ja auch alle deine CDs nur Mono abspielen (gestern hat hier glaub einer nach einer Möglichkeit gesucht, das Signal zu Mono zusammen zu fassen, um nur mit einem Lautsprecher auszukommen), es gibt also Leute die das wollen.

Ich zumindest empfinde gute Stereoeffekte als Genuss und freue mich, dass die verschiedenen Instrumente (und Gesangsstimmen) mit den Pan-Reglern aufgefächert wurden. Dann kann man die Band quasi vor sich hören, wie auf einer Bühne verteilt, jeder an seiner Stelle, und nicht auf einem Haufen zusammengepresst.

Dazu muss dann natürlich das komplette Equipment Stereo sein, weil man sonst unmöglich die beiden Seiten komplett gleich behandeln könnte.

Zu Digitalzeiten mag das kein Problem mehr sein, aber Analogtechnik (und daher kommt ja alles) musste so symmetrisch wie möglich aufgebaut sein, damit bloß beide Kanäle identisch klingen. Also wurden sämtliche Geräte möglichst mit paarweise als identisch ausgemessener Elektronik verbaut (Matched Pair), um somit den Linken und Rechten Kanal gleich Laut zu haben. Sonst wäre das eine Gerät ein wenig Lauter, das andere hat ein wenig mehr Hall eingestellt, dafür wird dort wiederum stärker komprimiert, hier ein wenig mehr Delay, dafür weniger Mitten und schon klingen Links und Rechts zusammen nurnoch wie Müll. Also alles als Stereogerät, beide Kanäle durchlaufen die selben Audiobearbeitungsprozesse und schon klingts super.

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Kommentar von NoHumanBeing
17.01.2016, 01:34

Ich gebe Dir Recht, dass Stereo, insbesondere beim heimischen Musikgenuss, eine Wohltat ist. Wobei für richtig "gutes" Stereo Panning nicht reicht. Man muss auch die Laufzeitdifferenz der Schallwelle vom linken zum rechten Ohr berücksichtigen und das Signal phasenverschieben. Wird vermutlich selten gemacht, ist aber sehr viel besser, als "Intensitätsstereophonie", insbesondere, wenn man über Kopfhörer hört.

Ich weiß aber eben nicht, ob das beim Live-Sound auch so relevant ist, weil man dort eben keine so kontrollierte "Hörsituation" hat. Es wird auch ein Zusammenhang festgestellt, dass, je stärker durch die Künstler auf der Bühne (Bühnenshow) oder durch Beleuchtung, etc. für "Unterhaltung" gesorgt wird, desto mehr das Publikum den Klang "vergisst", sodass bei einer Band, die das Publikum "fesseln" kann, der Audioingenieur sich sogar ein paar "grobe Schnitzer" leisten kann, ohne dass sie jemandem auffallen, während bei einer eher "langweiligen" Performance jedes Detail "angekreidet" würde. Eigentlich auch logisch, dass es diesen Effekt gibt. ;-)

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Kommentar von Zamon
17.01.2016, 01:39

Aber ja, du hast recht. In vielen Diskotheken mit vielen Lautsprechern ist Stereo nicht unbedingt das gelbe vom Ei. Allerdings würde ich die Lösung nicht in Mono suchen, sondern die Schuld der (aufgrund von Inkompatibilitäten konkurrierender Hersteller) gescheiterten Quadrophonie geben und heute auf Surroundtechnik setzen, die im Idealfall immer mehr (beliebig positionierte) Lautsprecher unterstützt und sich z.B. im Kinobereich durchgestzt hat.

Die Musikbranche ist da zwar am aufholen, aber das Problem ist, dass nur wenige HiFienthusiasten das Geld für viele Teure Lautsprecher, Verstärker und (u.U. schon wieder) komplett neue Technik ausgeben wollen, bloß um dann in 4 Jahren "wegen Mangelnder Nachfrage" keine Systemunterstützung mehr zu haben.

Ein weiterer Punkt: Viel Musik, die heute produziert wird, ist ja auch nur auf billigen Konsum ausgelegt, da setzten sich neue Trends/techniken noch schwerer durch...

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Dass PA-Boxen paarweise aufgestellt werden, hat ja auch bei Mono-Betrieb einen gewissen Sinn.

Zum einen kann man ja schlecht den Lautsprecher in die Mitte stellen und damit die Band verdecken.

Zum zweiten haben PA-Boxen einen engen Abstrahlwinkel, was man durch paarweisen Betrieb ausgleichen muss.

Mono ist im Bühneneinsatz am pflegeleichtesten, Stereo macht eher Probleme, es sei denn, man nutzt die Bose-Philosophie einer mehrkanaligen Wiedergabe, bei der jeder Musiker sein eigenes Beschallungssystem hat, das geht aber nur mit Säulen-Lautsprechern.

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Bei Konzerten nutzt man durchaus Stereo. Wobei es sich i. d. R. auf Keyboard und Drumset und ggf. Effekte beschränkt, da Gitarre, Bass, Vocals etc. natürlich von Haus aus Mono sind.

Und auch in der Disko kann man bei 4, 6 oder 8 Boxen rechts und links unterscheiden und Stereo nutzen. Sicherlich ist der Höreindruck bei solchen Boxenanordnungen anders als bei Kopfhörern oder zu Hause, aber ein überblenden von rechts nach links nimmt man i. d. Regel war.

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Kommentar von NoHumanBeing
17.01.2016, 01:04

Ok, danke!

Gehe ich richtig in der Annahme, dass z. B. bei 4 Boxen die Stereo-Kanäle sinnvollerweise "über Kreuz" gelegt werden, also

L-----R
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| |
| |
R-----L

Bzw. bei Sechs- oder Achtecken, etc. eben auch immer "im Wechsel"? Oder wird das ganz verschieden gemacht?

da Gitarre, Bass, Vocals etc. natürlich von Haus aus Mono sind.

Man spielt ja im Regelfall nicht die Gitarre/Bass direkt in die PA, sondern durch einen Amp, den man dann mikrofoniert oder aber direkt durch ein Effektgerät mit "speaker emulation" (Floorboard oder Rack-Gerät). Insbesondere Multieffektgeräte sind in der Regel durchaus in Stereo ausgeführt.

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