Sinn von der 5 jährigen Bindung der Kleinunternehmerregelung?

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3 Antworten

Man ist nicht an die Kleinunternehmerregelung gebunden, denn aus der fällt man raus, wenn man eine bestimmte Umsatzhöhe übersteigt.

Wenn man auf die Kleinunternehmerregelung verzichtet, obwohl sie greifen würde, dann wird man fünf Jahre an die Regelbesteuerung gebunden.

Das sollte anfangs Gestaltungsmissbräuche unterbinden, da man sonst bei Betriebseröffnung die Vorsteuer aus den Anschaffungen ziehen kann und die nächsten Jahre verkauft man ohne Umsatzsteuer.

Allerdings setzt inzwischen der § 15a UStG dem ganzen die Grenzen. Wer Vorsteuer aus Anschaffungen zieht und in den nächsten fünf Jahren zur Kleinunternehmerschaft wechselt, muss die anteilige Vorsteuer zurückzahlen.

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Kommentar von Meandor
31.01.2013, 06:20

Zudem, der Sinn der Kleinunternehmerregelung ist nicht "Wettbewerbsvorteil". Der Sinn ist Entbürokratisierung. Man will den KU von der Abgabe von USt-Voranmeldungen befreien.

Einen Vorteil hat er nicht. Er kann zwar teurer verkaufen, zumindest an Privatkunden, er kauft aber auch teurer ein.

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Es darf natürlich nicht sein, dass man sich in einzelnen Jahren, in denen man Investitionen tätigt, die Vorsteuern auszahlen lässt, während man die dann erzielten Umsätze nicht mehr der Umsatzsteuer unterwirft. Irgendwo muss man dem halt einen Riegel vorschieben, und dafür hat man fünf Jahre als passend erachtet.

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Kommentar von mannermagman
29.01.2013, 23:20

meinst nicht, dass es zu viel ist und es 2 oder 3 Jahre sein könnten?

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Mit Sicherheit handelt es sich um die Verhinderung von Gestaltungsmißbrauch, wie die anderen Antworten schon festgestellt haben.

Du hast gefragt, ob da nicht auch zwei oder drei Jahre ausreichen würden. Nein. Nimm die Anschaffung des beliebtesten Betriebsvermögens in deutschen Betrieben. Das Fahrzeug.

Wird ein Auto gekauft, dass jetzt vielleicht noch im Privatvermögen bleibt wird es dann "natürlich" betrieblich werden. Der Gesetzgeber wird es nicht zugeben, aber er will verhindern, dass mit einer solchen Anschaffung die Vorsteuer geholt wird und er nicht auch irgendwie profitiert. Damit sind die fünf geeignet relativ sicher zu einem Umsatzsteuerüberschuss zu kommen.

Auf der anderen Seite geht es um den Verwaltungsaufwand. Allein die Regeln zwischen den gesetzlichen Zuständen der Umsatzsteuerpflicht und Umsatzsteuerfreiheit führen schon zu häufigen Wechseln. Wenn jetzt noch der Unternehmer da eingreifen könnte, dann hätten wir noch mehr hin und her.

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