Sinn Linienformation Napoleonische Zeit?

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2 Antworten

Man muss die Kriegsführung des angegebenen Zeitraums mal rückwirkend aus der Sicht der Kriege des 20. Jahrhunderts betrachten.

Die Aufrûstung bis zum I. Weltkrieg nahm ungekannte Ausmaße an. Feuerte man Jahrzehnte vorher mit Kanonen noch auf Sichtweite und richtete relativ geringen Schaden an, konnte man im ersten Weltkrieg auf wesentlich größere Geschütze und Granaten mit größerer Durchschlagskraft zurückgreifen. Ebenso entwickelten sich andere Waffen emens weiter, neue wurden erschaffen. Artillerie schoss ohne direkte Sicht aufs Ziel, Waffen könnten Feuerstösse abgeben. Dazu kamen schon erwähnte Waffensysteme hinzu, wie z.B. Panzer und Flugzeuge und Luftschiffe. 

Hieraus entwickelte sich u.a.der Stellungskrieg.

Frûher verfügte die Infanterie über Voderlader mit einer niedrigen Schussfrequenz. Um Erfolge zu erzielen und die Trefferquote zu erhöhen, musste man so nahe wie möglich an den Feind heran.

Die Preußen setzten als erste Zündlader ein und konnten so während des Ladens Deckung nehmen, während der Gegner zum Nachladen weiterhin stehen musste, um die Kugel in den Lauf stopfen zu können.

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Als Grundsatz muss man in der Miltärgeschichte immer sehen: Es wird alles gemacht, was möglich ist und es setzt sich durch, was zum Sieg führt.

Ich würde deine Zeitabgrenzung  gern erweitern :  Die ZEit 1700  bis  1860er war die Zeit in der die Heere in denen die Infanterie domminat in Linien aufeinandertrafen. Wobei natürlich in mittleren Einheiten von Regimentern. Die ZEit bedeutet: Die Bevölkerungszahlen nahmen in der späten Neuzeit zu - in der Napoleonischen Zeit gab es zum ersten Mal in der Weltgeschichte Millionenheere (fälchlicherweise wird manchmal behauptet, dass es schon in der Antike solche großen Heere gab)

Das darf nicht darüberhinwegtäuschen, dass Kavallarie und die Feldattillerie eine wichtige Rolle spielten und dass Gefechte abseits des Schlachtfeldes in der ZEit wichtig waren, um eine gute Position für das eigene Heer zu arrangieren! 

Das typische Karree der Napoleonzeit war ein Kompromiss, Angriffe bestmöglichst zu parieren, mobil und flexibel auf dem Schlachtfeld zu bleiben, aber auch schnell eine Feuerlinie zu bilden!

Du hast recht, man erleidet vom  Feind in der Linie gut Schaden, aber man fügt dem Gengner eben auch den maximalen Schaden zu! Und die Vorderlader waren zu unpräzise, um echte Fernwaffen zu sein. Darum gehts! Solange der Vorderlader die BEwaffnung ist: Feuern, die hintere Linie tritt vor und feuert, während dessen laden die hintere Linien nach usw.. Zu treffen oder getroffen zu werden war also eine Frage der Stochastik! Es hätte bei der Bewaffnung keinen Sinn ergeben, kleine mobile EInheiten zu Fuß in die Hauptschlacht zu schicken - diese hätten mit den Gewehren kaum Schaden anrichten können, hätten aber schnell eine vernichtende Salve bekommen! An den Rändern des Schlachtfeldes gab es diese Auseinandersetzungen zwischen kleinen Infantrieeinheiten durchaus - sie konnten auch wichtig sein, um Nachschub, Anmarsch, Abmarsch der Armee zu sichern!     

Diese Kriegsführung machte keinen Sinn mehr, als die GEwehre und die Feldkanonen präziser wurden und schneller zu laden waren. Als Übergang sieht man den amikanischen Bürgerkrieg.

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