Sinn des Lebens - Wie,Wo,Was?

16 Antworten

Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst! Das kannst Du jetzt positiv oder negativ sehen wenn Du es zuende denkst. Ich neige dazu, es positiv zu sehen und zu versuchen, meinem Leben eine positive Richtung zu geben, die mich glücklich(er) macht. So dass ich auf meinem Weg ein gutes Gefühl habe.

Welchen Sinn Du Deinem Leben geben möchtest, ist Dir selbst überlassen. Das kann vieles sein, Nachkommen zu zeugen, eine gute Familie zu haben, die Welt etwas besser zu verlassen als Du sie bei der Geburt vorgefunden hast oder was auch immer.

Einem kritischen und wissenschaftlich gebildetem Menschen erscheint die Erklärung einer gottgewollten, gut gemeinten Schöpfung mit Homo Sapiens als dessen "Krönung" sicher nicht mehr besonders glaubwürdig. Die Menschheit ist eher ein unbeabsichtigtes, kosmologisch unbedeutendes, vorübergehendes Randphänomen eines sinnleeren Universums, betrachtet man die Milliarden Jahre seit dem Urknall (Alter des Universums etwa 13,8 Milliarden Jahre, der Erde etwa 4,56 Milliarden Jahre usw.). Gerade die Akzenptanz dieser tiefen metaphysischen Sinnlosigkeit unsere Existenz gibt aber auch den Freiraum zur invividuellen Sinnstiftung ;-). Deshalb glaube ich, dass es am besten ist, in einem "an sich" sinnlosen Universum den Sinn seines eigenen Lebens aus seinem eigenen Leben selbst zu schöpfen. Das ist als denkende Wesen ein Privileg sozusagen. Ob das allerdings Karriere, Reichtum oder Macht usw. sein sollte, bezweifele ich persönlich.

Erstmal danke für die ausführliche Antwort. Initial war gefragt wie die Frage nach dem Sinn des Lebens aufkam und welche Nachwirkungen sie hatte. Ich bleibe bei du. Du hast mir geantwortet mit deinem Umgang mit der Frage, der nahe an meinem aktuellen Umgang ist, jedoch fällt es mir schwer die involvierten Gefühle zu deuten.Mich stimmen Gedanken an einen Sinn des Lebens, genährt durch Materialismus, Status, Glaube,Familie etc. mit Hinsicht auf mein wissenschaftliche Verständnis des Menschen, melancholisch. Absicht der Frage war es, vielleicht andere Ansichten und Verhaltensweisen zu erfahren und daraus meinen Lösungsweg mit diesem Umstand zu finden, jedoch vergeblich. Du sprichst von "Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst", doch gibt es Szenarien von einem Leben, dass meiner Meinung nach sinnfrei mutmaßt. Angenommen ich bin ein Mensch, geboren mit unheilbaren, schmerzhaften, tödlichen Krankheiten, wie könnt ich dieses Leben als Sinn anerkennen, wie kann ich einen Sinn finden, wenn die Krankheiten all meine Sinne beansprucht und von Geburt bis Tod stärkste Präsenz hat? Ist es deiner Ansicht nach irrelevant was der Sinn ist, du lebst weil du lebst und wennschon, dann pro-aktiv Positives herbeiführen? Also ein "pro-aktives Schicksal"? Würde mich über eine Antwort freuen.

0
@ChristBorgelt

(Beginn Teil 1)

Ich denke die Frage nach dem Sinn des Lebens kam bei mir praktisch beiläufig auf, als in angefangen habe über "Gott und die Welt" nachzudenken. Das war so mit etwa 14 oder 15 Jahren, also zu Beginn meiner Pubertät. Das ist die Zeit, in der das Gehirn massiv umgebaut wird. weshalb man da auch besser noch keine bewusstseinerweiterten Substanzen nehmen sollte ;-). Damit habe ich mit 19 angefangen, allerdings von den illegalen Drogen bisher nur Cannabis. Mit Mädchen hatte ich weniger Probleme :-).

Zu dieser Zeit hatte ich auch die Einsicht, alles zu hinterfragen und mir zu allen Themen möglichst wertfrei eine eigene Meinung zu bilden. Ich lege also wenig Gewicht auf Prägung, Erziehung, Konventionen oder Dogma. Alles in Frage stellen heiß umgekehrt aber auch nicht, prinzipiell allem zu widersprechen, das wäre ebenso falsch, nur in die andere Richtung. Was mich seit diesem Alter beschäftigt ist, was eigentlich Bewusstsein ist bzw. wie es entsteht. An einen persönlichen Gott kann ich nicht glauben. Als Kind bezeichnete ich mich als Atheist (wie mein Vater), heute sehe ich mich eher als agnostischen Pantheisten.

Wiso erzähle ich das alles? Vielleicht, damit Du mein Denken besser verstehst, obwohl ich natürlich noch viel mehr dazu schreiben könnte. Ich denke der Sinn des Lebens ist für die Menschen deshalb eine so zentrale Frage, weil keiner gerne nach seinem Tod sinnlos gelebt haben möchte. Was wir allerdings weitergeben können sind Gene (physische Vererbung) und Meme (Erfahrungen, Bewusstseinsinhalte, Gedanken) die kommunikativ weitergegeben werden. Diese Meme halten sich über mehrere bis viele Generationen, wobei das gut oder schlecht sein kann. Die gesamte Kultur basiert darauf aber auch Technik (wer möchte immer das Rad neu erfinden?). Also haben z.B. Ratschläge, Traditionen teilweise auch ihren Sinn. Wenn es zu einem schädlichen Mechanismus wird, (Familienehre/Blutrache, mißhandelte Kinder die später wieder zu Tätern werden) dann ist es problematisch.

Dass belebte bewusste Materie aus total unbewusster Materie entstehen kann fällt mir schwer zu glauben. Es gibt da z.B. eine Theorie, nach der auch alles andere im Universum, jedes Atom, jeder Stein usw. sein Bewusstsein haben soll. Andererseits scheint mir das Bewusstsein doch sehr vom Gehirn abzuhängen. Nicht als dualistisches Körper/Seele Prinzip (dann müsste es ja einen Übergang, eine Kommunikation zwischen beiden geben) sondern als neue Qualität von dem, was wir Leben nennen. Harald Lesch bezeichnet Leben als "selbstorganisierendes, selbstreproduzierendes dissipatives Nichtgleichgewichtssystem". Ein sehr interessanter Ansatz dem ich viel abgewinnen kann :-). Einfach mal danach googeln, sehr interessant!!!

Natürlich könnten einem diese vielen Gedanken auch melancholisch machen, das passt mir aber nicht ;-) !!! Im Endeffekt möchte ich glücklich sein! Und da ich schon irgendwo zwischen absoluter Unvollkommenheit und absoluter Vollkommenheit relativ dazwischenstehe (Mikrokosmos/Makrokosmos) bleibt mir nichts anderes übrig als die Richtung zu wählen, in der ich mich entwickeln möchte und besser fühle ;-). Und das ist Neugier, Wissen, Optimismus usw. Natürlich kann ich gut reden, da ich keine körperlichen (möglicherweise chronischen) Schmerzen habe. Aber selbst stark behinderte Menschen können ein erfülltes und sinnvolles Leben haben. Als Extrembeispiel möchte ich da Stephen Hawking nennen, welcher 2018 verstorben ist. Wenn das Leben zur Qual wird und man deshalb nicht mehr leben möchte ist das meiner Meinung nach auch legitim. Jeder Mensch hat von Geburt an das "uneingeschränkte Recht auf Leben", jedoch keineswegs die "unbedingte Verpflichtung zu Leben". Ob dieses Leben einen Sinn erfüllt und wenn ja welchen, wie umfassend, wichtig oder was auch immer kann man nie wissen (Caostheorie). Kleine Weichenstellungen können langfristig rießige Wirkungen haben. Dazu fällt mir eine chinesische Parabel ein, welche ich eigentlich hier gerne am Stück wiedergeben möchte, Aber der Platz reicht nicht :-(.

(Ende Teil 1)

0
@LieberKiffer

(Begin Teil 2)

Die Parabel des Bauern:

Ein Bauer hatte ein Pferd, den einzigen wertvollen Besitz den er hatte. Eines Tages war ein starkes Gewitter, das Pferd geriet in Panik, sprang über das Gatter und floh aus dem Gehege. Als die Nachbarn davon hörten, gingen sie zum Haus des alten Mannes, um ihm Solidarität zu zeigen: "Das ist wirklich ein Unglück, wie wirst du nun ohne ein Biest auskommen, das dir bei der Arbeit hilft!". Der Bauer antwortete jedoch: "Mag sein…"

Am nächsten Tag kam das Pferd zusammen mit sieben anderen Pferden, die ihm aus dem Wald folgten, zurück in das Gehege. Der Bauer wurde so der reichste Mann im Dorf, und alle Einwohner kamen zu ihm, um ihm zu gratulieren: "Was für ein Glück du hast, es ist ein Wunder!" Der Bauer antwortete auch dieses Mal: "Mag sein…"

Am nächsten Tag versuchte der Sohn, eines der wilden Pferde zuzureiten. Er wurde abgeworfen und brach sich ein Bein und mehrere andere Knochen. Der Winter stand vor der Tür und der Bauer würde es nicht schaffen, sich um die Felder zu kümmern. Die Nachbarn gingen, um den jungen Mann zu sehen, der seinen Vater mit trauernden Worten tröstete: "Es ist eine schreckliche Sache, die dir passiert ist!" Der Bauer antwortete wiederum: "Mag sein…"

Am nächsten Tag kam die Armee in das Dorf, um gesunde junge Leute zu rekrutieren, um einen unmöglichen Krieg zu gewinnen: Der Sohn des Farmers wurde nicht genommen, weil er schwer verletzt im Bett liegen musste. Alle Nachbarn kehrten zum Haus des alten Mannes zurück: "Was für ein Glück hast du gehabt! Unsere Kinder sind alle in den Krieg weggegangen. Vielleicht sehen wir sie nie wieder!" Und wieder sagte der Bauer nichts mehr als "Mag sein…"

Daher: Unglück bewirkt Glück und Glück bewirkt Unglück. Dieses passiert ohne Ende und niemand kann langfristig abschätzen was passiert. Man sollte nicht vorschnell urteilen. Wir sehen immer nur einen Ausschnitt der Realität, nie das Ganze. Der unheilbare Kranke kann eventuell für andere Kranke ein Segen sein, weil er als einziger wegen einer Laune der Natur (Mutation) über Abwehrstoffe verfügt, mit denen man ein neues Medikament entwickeln kann.

Wir sollten daher mit unseren Urteilen und Bewertungen vorsichtig sein. Man weiß nie, für was etwas gut sein könnte oder nicht!

Ich hoffe das hilft Dir etwas weiter :-).

0

Die Frage des Sinn des Lebens kam auf, nachdem ich meine Philosophie (Menschenbild, Gesellschaft und Politik) aufgebaut habe und dann mit denen von Philosophen (juhu ... Ethikunterricht) sowie der anderer Personen konfrontiert wurde. Dort haben dann einige dies (Sinn des Lebens) aufgegriffen - und im Endeffekt hat sich bei mir nichts geändert. Vorher gab es in meiner Philosophie keinen Sinn, weil er schlicht nicht in Entscheidung trat, jetzt ist ein solcher Sinn auch durchdacht und entschieden abgelehnt - also nach wie vor nicht für mich relevant.

mir kommt die Frage nach dem Sinn des Lebens immer wieder einmal im Laufe meines Leben. Gründe oder Situationen dafür sind:

-einfach so, weil ich ja ca 12 Std. wache Zeit am Tag habe da denke ich immer wieder einmal nach.
-an Tagen an denen ich mich nicht so gut fühle, bzw. während ich krank bin.
Dann denke ich mir, was habe ich falsch gemacht dass ich jetzt krank bin, habe ich überhaupt was falsch gemacht? Lebe ich womöglich nicht so wie ich es gerne täte und habe damit die Krankheit/Abgeschlagenheit ausgelöst? Wenn ich gegen meine Vorstellung gehandelt habe, was ist dann genau meine Vorstellung, mein Sinn des Lebens...

-an Tagen an denen ich mich besonder gut/fit fühle kommt diese Frage auch auf.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung
Wie kam die Frage nach dem Sinn des Lebens bei euch auf

Ich würde behaupten über die "Medien". Immer wieder hört man die Frage und dass man nach einer Antwort suchen soll. Dass die Frage so schwer zu beantworten wäre.

hatte sie Einfluss auf euer Leben?

Ich würde sagen ja, denn ich habe über die Frage nachgedacht und festgestellt, dass es ganz allgemein dumme/schwachsinnige Fragen gibt. Dass Menschen in Mustern wie Ursache und Wirkung denken. Selbstverständlich gibt es dumme Fragen, einige sind leicht zu erkennen, andere wie nach dem "Sinn des Lebens" sind schwerer zu identifizieren. In der Folge habe ich mich mit Philosophie beschäftigt, was aber sicher nicht nur an dieser Frage lag, aber eben auch.

Gruß

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Ich wurde auch nicht gefragt ob ich auf dieser Welt sein will? Ich bin aber da, ich freue mich auch über die kleinen Dinge im Leben. Ich bin derzeit glücklich habe einen Mann, einen Job der mir Spaß macht, tolle Freunde und Hobbys und bin einfach zu Frieden. Manche möchten in ihrem Leben unbedingt etwas herausragendes Leisten oder haben ein bestimmtes Ziel. Ich bin so zufrieden.

Was möchtest Du wissen?