Sinn der Linientaktik im 17.-18. Jahrhundert?!

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5 Antworten

Grundsätzlich ist der Gedanke schon so richtig, nur vergisst Du dabei, dass in einer solchen Schlacht noch Dutzende andere Faktoren auf die Feuerbegegnungen (sog. "Treffen") einwirken:

  • Welche Truppe ist besser gedrillt (lädt schneller nach und schießt somit öfter)?
  • Welche Truppe hat die bessere Ausrüstung (versagende Gewehre waren eher die Regel als die Ausnahme)?
  • Welche Truppe hatte die höhere Moral und hielt dem Beschuss eher stand (vorangegegangene Siege etc.)?
  • Welche Truppe war geschickter auf dem Schlachtfeld positioniert (Ausnutzung der topographischen Bedingungen)?

Das Feuern einer solchen Liniensalve hatte zwar theoretisch eine verheerende Wirkung (Kaliber und Form der Kugeln war völlig anders als heute), jedoch waren Treffer tatsächlich weniger häufig als angenommen. Auf Distanzen von mehr als 100 Metern sank die Trefferquote massiv. Sieht man sich die Verlustzahlen damaliger Schlachten an, sind diese oft verhältnismäßig klein (so kämpften die Österreicher z.B. in der Schlacht von Hohenfriedberg 1745 mit 71.000 Mann, von denen "nur" 1.800 getötet wurden - und das, obwohl sie die Schlacht verloren).

Die Unterstützung durch Artillerie und Kavallerie war häufig schlachtentscheidend, da diese Waffengattungen a) auf bzw. über große Distanz wirken konnten und b) besonders schlagkräftig waren. Die Infanterie hatte vor allem die Aufgabe, Lücken, die in die gegnerische Schlachtordnung gerissen wurden, zu erweitern und durch Angriffe den Gegner zur Bewegung seiner eigenen Truppen zu "verleiten". Auf das Feuern der Linienformationen aufeinander folgten Sturmangriffe, die meist zum Nahkampf mit dem Bajonett führten - hier waren die Verluste oft deutlich höher als beim Feuerkampf.

Eine Schlacht der klassischen Linienzeit war dann entschieden, wenn die eigene Schlachtordnung so in Unordnung geraten war, dass sie nicht mehr kontrolliert werden konnte (das konnte angesichts der schwierigen Gefechtsfeldkommunikation in der damaligen Zeit sehr schnell gehen) oder die Verluste so hoch wurden, dass die Kampfkraft der eigenen Armee als Ganzes in Gefahr geriet. Echte "Vernichtungsschlachten" gab es erst deutlich später im 19. Jahrhundert - zuvor waren ausgebildete Soldaten für die meisten Herrscher bzw. Feldherren buchstäblich ein zu teures "Gut", um sie wirklich in Masse in den Tod zu schicken. Lieber akzeptierte man eine örtliche Niederlage und einen Rückzug - dafür konnte man sich dann später wieder neu zur Schlacht stellen.

Super Antwort danke!

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Im prinzip taktischer als die us kriegsfürhrung. Denn durch taktisches verhalten auf dem schlachfeld konnte mit der hälfte der männer gewonnen werden. Wenn man die artellerie und kavallerie mitzählt dann wir aus der sache pure taktik. Klar sterben weniger, wenn man sich in den schützengraben wirft, aber man kämpft dann nicht für jeden m^2. Die schlachten wurden übrigen manchmal wegen schlecht wetter verschoben. Hoffe ich konnte dir helfen und du kannst das da oben lesen!! :) Lg ich

So einfach ist das nicht ganz. Linien sind zwar sinnvoll um viele Soldaten gleichzeitig schießen zu lassen, aber positionierung und Moral ist auch wichtig. Wenn man von zwei Seiten beschossen wurde hatte man z.B. mehr Angst

Ist schon klar ich meine jetzt nur mal theoretisch gedacht zwei linien gegenüber ohne andere Einflüsse das ist doch Sinnlos?

Dann zeig mir mal einen sinnvollen Krieg.

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ES WIRD NIE EINEN GUTEN KRIEG ODER EINEN SCHLECHTEN FRIEDEN GEBEN Mahatma Ghandi wenn mich nicht alles täuscht

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Und tot war noch lange nicht nur weil jemand mit Muskete auf einen Geschossen hat. Die Trefferquote war ja nicht so hoch.

Wenn mann getroffen wurde war man zumindest ausgeschaltet

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