Sind wir wirklich frei?

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23 Antworten

Man sagt ja "die Gedanken sind frei" (das stimmt schon), allerdings sind wir ja durch allerlei Dinge gebunden (ich kann mir meine Eltern, meine Familie usw. nicht aussuchen, meinen Geburtsort nicht, und vieles andere mehr). Wir haben einen bestimmten Körper, bestimmte Schwächen und Begabungen.

Wir sind aber weitgehend frei darin, was wir denken, und was wir aus den gegebenen Möglichkeiten machen.

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Das ist eine Frage, bei der es zumeist besser ist, so diplomatisch wie möglich zu antworten. Eine feste Stellung einzunehmen fördert meistens den Verdruß.

Ich versuche es einmal so:

Tatsächlich sind Menschen in erheblichen Teilen frei von Vernunft und Erkenntnis, und ich halte es für unwahrscheinlich, daß es auch Menschen gibt, für die das nicht gilt.

Doch von etwas frei sein bedeutet immer, in dem Gegenteil davon gefangen zu sein. Wem es an einer Erkenntnis fehlt (er ist frei davon), der ist dann eben im Irrtum gefangen, der sich aufgrund der fehlenden Erkenntnis ergibt.

Legt man für alles das Prinzip von Ursache und Wirkung zugrunde, dann zeigt sich auch dabei, daß die sog. Entscheidungsfreiheit nur geglaubt ist.

Und selbst bei dem, was wir nicht wissen, sondern nur glauben, scheint es so zu sein, daß das, was wir glauben, auf Zwängen nach dem Prinzip von Ursache und Wirkung beruht.

Das alles schafft eine sehr paradoxe Weltsicht. Beispiel: Ein Straftäter verteidigt sich vor dem Gericht mit dem Ursache-Wirkung-Prinzip und trägt vor, daß er aus diesem Grund unschuldig ist. Der Richter verurteilt ihn dennoch und begründet es damit, daß auch er nur diesem Prinzip unterliegt.

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Kommentar von Azdak
24.05.2017, 20:17

Eine sehr gute Erklärung. Aber warum so kurz und knapp? Ich habe mal in der Schule in der 5. Klasse (?) zu Beginn der Naturwissenschaftlichen Fächer gelernt:

Alles, was ist, und alles, was geschieht,
ist aufgrund und geschieht aufgrund von Naturgesetzen.

Dies impliziert (führt zu) verschiedenen weiteren Gesetzmäßigkeiten und Gegebenheiten, welche ich nicht bestimmen kann. Gesetzt natürlich der Fall, dass ich ein natürliches Wesen und nur ein klitzekleiner Bestandteil der Natur und nicht alles (die gesamte Natur/Schöpfung / das gesamte Universum/Sein / die gesamte Existenz) bin.

Ich habe erkannt und festgestellt, dass ich nur eine Marionette meiner Triebe, Ängste, Wünsche, Sehnsüchte, Vorlieben, Neigungen, Abneigungen, Gefühle und Emotionen bin. Genauer gesagt bin ich nur trieb- und reflexgesteuert. Das ist natürlich eine zuerst bittere Erkenntnis. Aber bei genauerer Betrachtung wird dadurch verantwortungsvolles und -bewusstes Handeln erst möglich. Erst dann, wenn wir uns darüber im Klaren sind, das alles seine Konsequenzen hat, dann gelingt es uns vorausschauend zu handeln und Unglück und Übel vorzubeugen.

Oder anders gefragt: Was passiert, wenn wir den Zufall dem Zufall überlassen? - Ich denke, dann wird Murphys Gesetz wirksam:

What could go wrong, that would go wrong. - Zu deutsch:

Was schief gehen könnte, das wird auch schief gehen.

 

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Wieder ein breites Thema, über das man wohl stundenlang diskutieren könnte, ohne zu einem Schluss zu kommen. 

Ich denke den größten Teil macht die Freiheit im Kopf aus. Erstens finde ich, dass man Freiheit schon dadurch gewinnt, wenn man sich selbst annimmt. Wenn man immer Selbstzweifel hat, ist man immer in einer Art Hamsterrad, man wird zwischen fremden Meinungen hin,- und hergeschubst - womit man nicht frei ist. Frei ist für mich, möglichst geringe Erwartungen zu haben, das Leben so zu nehmen, wie es kommt, sich an kleinen Dingen freuen können, sich vom Leben, aber auch von seinen Wünschen leiten zu lassen. 

Was äußerliche Dinge angeht, bekommt man Freiheit schon auch durch materielle Dinge, das ist nicht zu leugnen: festes Einkommen, Dach über dem Kopf, Nahrung, usw. Wenn zumindest Grundbedürfnisse nicht erfüllt sind, ist auch die Freiheit nicht gegeben.

Und dennoch setze ich die geistige Freiheit höher an.

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Natürlich nicht. Aber so manche Unfreiheit ist für einen auch wichtig. Die Abhängigkeit zum Beruf mag einen häufig schlauchen aber andererseits einem auch immer wieder etwas ganz Besonderes geben. (Den Verdienst als lediglich Existenzbedürfnisse erfüllendes Etwas lasse ich jetzt bewusst mal außen vor.)

Die Beziehung zu einem Partner kann eine gewisse Abhängigkeit bedeuten - genausogut kann sie einem aber auch sogar eine doppelte Freiheit bescheren. Denn man kann ja auch im Partner leben und umgekehrt.

Die Frage, die man sich hier stellen muss : Was ist einem denn wichtiger ? Völlige Freiheit oder eine gewisse Abhängigkeit zu bestimmten Dingen ?

Beides, sowohl Freiheit in bestimmten Situationen sowie gewisse Abhängigkeiten besitzen ihre durchaus positiven Daseinsberechtigungen.

Fazit: Sind wir doch froh, dass wir teilweise nicht zu frei sind ! :)

CHICAGO - "Free"

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Kommentar von chiara19911
03.02.2017, 02:29

Wie meinst du das ... Man kann ja auch im Partner leben und umgekehrt? ??

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Frei sein, bedeutet für jeden etwas anderes.Absolut frei ist wohl niemand.Man müßte auch zunächst einmal klären was frei sein bedeutet, frei von was?Unsere Grundbedürfnisse machen uns bereits unfrei:wir müssen essen und trinken, also für unsere Nahrung sorgen, dann brauchen wir ein Dach über dem Kopf, müssen also auch dafür sorgen, Geld muß also her dafür, also brauchen wir eine Arbeit um Geld zu bekommen.Die Arbeit wiederum schränkt unser Freisein ein .Für den Arbeitslohn verlangt der Staat von uns Steuern und Sozialabgaben.

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Das kommt darauf an, was Du unter Freiheit verstehen willst, persönliche, berufliche, familiäre usw. !!

Da jeder unter Freiheit etwas anderes versteht, kann Dir sicher niemand so pauschal diese Frage beantworten.

Du müsstest das schon näher beschreiben oder einengen.

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Ja das sind wir.

Wir könnten heute einfach sagen "Ich hau ab" und in ein anderes Land ziehen oder reisen gehen. 

Uns geht es so gut, besonders in Deutschland. Klar gibt es eine Regierung und Firmen die uns beeinflussen aber die Menschheit in der ersten Welt ist heutzutage so Frei wie nie zuvor. 

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Das Leben besteht aus Wechselbeziehungen. Je mehr Dinge sich ein Mensch zulegt, damit steigen dann auch die Verpflichtungen.Das koennten Familie, Haus, Auto, aber auch Posten jeglicher Art sein. Somit ist da in keiner Weise noch eine persoenliche Freiheit zu erkennen, Aerger ist vorprogrammiert.

Keiner will es wahrhaben, aber am gluecklichsten, oder auch frei, ist derjenige, mit den geringsten Anspruechen.

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Kommentar von zetra
03.02.2017, 11:35

Robison Crusoe, alias Selkirk, der war frei. 

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Komme gerade zurück aus mir. Mein Ich sagte mir, dass wir das doch schon längst diskutiert haben. Wir sind nicht frei.

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Ich war gerade in mir und mir wurde gesagt, ich soll doch einfach das Richtige wählen und mich vom Rest befreien. Ich fahr dann mal zu Aldi. 

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Es kommt auf die Bedingungen an.

In der Eigenverantwortung sind wir frei, aber nicht in der Fremdverantwortung.

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Ich habe Hunger und Durst, kann ich stillen, kein Ding. Aber ich weiß dass ES wieder kommt...und denke ich an meinen Toilettengang jetzt -  dann einfach NEIN.

Noch etwas kurzes:

Schopenhauer wird nachgesagt das er sagte : „Denn alles Streben entspringt aus Mangel, aus Unzufriedenheit mit seinem Zustande,

ist also
Leiden, solange es nicht befriedigt ist.

Keine Befriedigung aber
ist dauernd, vielmehr ist sie stets nur der Anfangspunkt eines neuen Strebens.

Das Streben sehen wir überall  vielfach
gehemmt, überall kämpfend.

Solange also immer als Leiden: kein letztes Ziel des Strebens, also kein Maß und Ziel des Leidens."

(Ist auch irgendwo, meine Kritik am Kinder zeugen, da jeder nach etwas strebt, anderen damit zwangsläufig in die Quere kommt und schadet. Desweiteren sind Kinder auch wieder Energieschlucker die Essen (isst Hans, etwa Peter das Futter weg? Wie viel Schweine sterben für ein Neugeborenes?) und kackern und natürlich auch mehr wollen . Halt also fest; durch Fortpflanzung entstehen neu gezeugtes Leid. Und f alls wer Argumente dagegen findet sucht mal bitte im Forum nach „Ist es unethisch sich fortzupflanzen, falls ja - warum?“ )

Also
a
lles Streben - ist Unfreiheit, auch das Streben nach
Selbsterhalt.

Arbeit macht Uns auch nicht frei. (sie gibt uns nur eine Schein-Aufgabe, manchen fast einen Grund weiter zu existieren, bis das Sterben ansetzt. Ich nenne das einfach mal Unterhaltung. Und wie jeder weiß kann man Spaß an Unterhaltung finden ;D )

Der Tod aber ist auch nicht "Freiheit",
da mir mein Tod nicht erlebbar ist. Aber zumindest kann man hier
schreiben, ist man „frei“ von jeglichen Bedürfnissen, die wir
durch unsere Existenz zu tragen haben. (Kann man sich auch fragen; muss man Freiheit erleben? Oo)

So gesehen sind wir in unsere ganzen Existenz
nichts weiter als Abhängige, Bedürftige, welche unter Bedürfnissen(unseren/denen anderer/u.ä.) immer mal wieder zu „leiden“ haben.

Ach und Deine Frage ist zu ungenau, deswegen von
mir auch so ein Palaver.

Gruß!

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Natürlich

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Ich frage mich eher wie du auf die Idee kommst, wir wären frei..

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Kein Mensch ist wirklich frei! - Allein schon das Zusammenleben in Gesellschaft und Familie fordert Kompromisse und macht unfrei. 

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Kommentar von Tigerkater
02.02.2017, 18:33

Wenn ich nun aber diesen Zustand nicht als Unfreiheit empfinde ??

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Freiheit und Verantwortung gehören zusammen.

Freiheit kann nur funktionieren, wenn man fähig ist, die Verantwortung zu übernehmen, die die Freiheit mit sich bringt.

Und je verantwortungsvoller man ist, desto freier ist man.

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Ja, Luther hat uns frei gemacht.

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Ich habe viele Verpflichtungen.
So gesehen ist niemand wirklich frei

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Definiere "frei sein".

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definiere frei

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