Sind wir nicht die Ursache dafür, dass Flüchtlinge zu uns kommen?

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16 Antworten

Ja natürlich tragen wir eine Mitverantwortung für das Leiden in der Welt.

Wenn deutsche Politiker mehr oder weniger heimliche Geschäfte mit Diktatoren und totalitären Herrschern machen, dann finanziert Deutschland die Unterdrückung und den Terror in diesem Land.

Allerdings ist auch jeder, der ein kostengünstiges Produkt nutzt, das auf Ausbeutung und Umweltverschmutzung beruht, Teil eines größeren Problems, als er sich vielleicht bewusst ist.

Ich finde es sehr fragwürdig, mit dem Finger auf Politiker zu zeigen und gleichzeitig völlig unkritisch gegenüber dem eigenen Konsumverhalten zu sein und sich nicht mit der eigenen Verantwortung zu befassen.

Viele denken von sich, als "kleiner Mann" sei man ja ohnehin machtlos, könne sich gegen das Regime nicht wehren, sei daher frei von Verantwortung und könne daher guten Gewissens den ersten Stein werfen - gegen Politiker, Asylsuchende, Juden, Muslime...

Bevor man "die Regierung" verdammt und von Revolutionen oder angeblichen Alternativparteien schwafelt, sollte man sich vielleicht zunächst selbst an die eigene Nase fassen.

Natürlich ist es nicht jedem möglich, einen Flüchtling bei sich aufzunehmen - wie das ja gerne mal in provokativer Absicht gefordert wird - aber jeder kann dazu beitragen, das Leid auf der Welt zu verringern.

Sich über die eigene Verantwortung zu informieren und dann entsprechend zu handeln, ist meiner Meinung nach viel mehr wert, als in bester Stammtisch-Manier über die "bösen Politiker" zu schimpfen.

Auch Verschwörungstheorien helfen nicht wirklich weiter, sondern schüren in der Regel sogar noch Vorbehalte gegen bestimmte Staaten, Gruppen und Menschen.

Es ist also eher an uns selbst, etwas zu unternehmen. Vielleicht nicht zwangsläufig in der Flüchtlingsfrage, sondern im Bereich Klimaschutz, Kinderarmut, moderne Sklaverei usw.

Langfristig werden nämlich ALL diese Probleme zu Flüchtlingen führen.

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Wir haben mit unserem Verhalten sehr viel in der Hand, solange alle nur Billig Billig wollen wird ein anderer billig arbeiten müssen . Ein Unternehmen billig Produzieren müssen um am Markt zu bleiben .

Ein Unternehmen richtet sich nach dem was der Kunde kauft.
Wenn wir als Kunde nur Produkte kaufen würden , nachweislich  die Arbeiter  von ihrem Lohn leben können , einen sauberen Arbeitsplatz haben und die Natur nicht Gnadenlos ausgebeutet und zerstört wird. Würden die Unternehmen Zwangs weise so Produzieren . Also bestimmen  wir als Endverbraucher sehr viel mit . 

Es ist aber ja immer leicht und einfach die anderen Schuldig zu sprechen .
Die da oben , die Politiker , Unternehmen . Nur nicht wir selber .

Wir können zwar nicht alles ändern  aber wir können durch unser eigenes Verhalten viel dazu beitragen das es mehr Gerechtigkeit auf der Welt gibt
und den Menschen anderswo besser geht .  Ich Glaube auch fest daran das sich vieles ändern wird , den gerade die Jüngere Generation, denen ,  gerade auch aus meiner Generation 60 geb.  vorgeworfen wird ,  das sie nur feiern ,Urlaub , Freizeit usw im Kopf hat  , sind doch aufgeklärter .
Auch das Internet hat viel dazu beigetragen das die Jungen Menschen sich mehr Gedanken machen , und auch nicht mehr alles glauben was denen erzählt wird , sondern  sich selber mehr informieren . 

Deine Frage z.b.  trägt   dazu bei , es ist ein denk anstoß in die richtige Richtung .  Ich sehe immer mehr Junge Leute die viel bewusster einkaufen.
Gerade auch bei Lebensmittel , sich Gesünder ernähren , auf Bio achten unter welchen Bedingungen etwas hergestellt wird u.s.w .  

Ich glaube fest an der kommenden Generation . Die riesige Flüchtlings welle wird vielen die Augen öffnen das es ein weiter so nicht geben kann und darf.

Ich weiß nicht ob ich die richtigen Worte gefunden habe  um deine Frage zu beantworten . Aber eines weiß ich sicher, du bist auf einen guten Weg.
Stelle   weiter fragen , auch wenn du nicht immer eine Antwort bekommst oder  findest ,alleine die Fragen bewirken eine Diskussion und das ist Wichtig . 

Ich wünsche dir für die Zukunft alles Gute 

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kayo1548 30.03.2016, 21:58

"alle nur Billig Billig wollen wird ein anderer billig arbeiten müssen "

einerseits ja, andererseits darf man ja auch die Unterschiedlichkeit der Wärhungen nicht vergessen, d.h. es muss nicht unbedingt so sein - es kann auch durchaus eine Win Win Stiuation sein.

Andererseits muss man sich auch die Frage stellen was passiert wenn man andersweitig produziert und es sich nicht mehr lohnt aufgrund billigerer Löhne Arbeiten ins Ausland zu verlegen - das kann dort zu einem Verlust von Arbeitsplätzen führen.

Das ist also keine ganz einfache Sache.

Insgesamt sollte man allerdings schon für gerechte Löhne und gute Arbeitsbedingungen sorgen und ich denke wenn die Nachfrage größer wird, wird man da auch als Unternehmen vermehrt darauf achten.

Problem bei dem "alles nur billig billig haben wollen" ist, dass viele auch darauf angewiesen sind;

Wenn man jetzt im Schnitt 500 Euro mehr ausgeben müsste wäre das etwas, das sich wohl kaum jemand leisten könnte.

"Es ist aber ja immer leicht und einfach die anderen Schuldig zu sprechen .
Die da oben , die Politiker , Unternehmen"

In der Politik läuft auch einiges falsch aber auch da sehe ich den Bürger in der Schuld: alleine schon wenn man sich anschaut wie lächerlich da Wahlwerbung ablauft und warum? nur um gewählt zu werden

Ich denke vielen Politikern wäre es lieber sich auf sachliche Dinge konzentrieren zu könne aber das funktioniert natürlich nur dann wenn man als Wähler sachlich vergleicht und nicht wählt weil die Oma schon in der Partei war oder man irgendwelchen Kugelschreiber bekommt oder sich jemand einschleimt.

"und auch nicht mehr alles glauben was denen erzählt wird , sondern  sich selber mehr informieren . "

Naja, auch dort wird viel Mist beschrieben was dann geglaubt wird - ob das jetzt zu mehr Aufklärung führt weiß ich nicht.

Entscheidend ist ein gewisses Grundwissen und der Wille Informationen nachzuprüfen.

 

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AJuergen 30.03.2016, 23:01
@kayo1548

Das alles hast du sehr gut beschrieben, da hast du Natürlich recht. Ich habe einfach zu Grob formuliert .  Es sind sehr viel Verschiedene Ursachen , was ich damit sagen wollte ist das Heutzutage einfach der Konsum ohne wenn und aber , ohne fragen zu stellen wie unser Verhalten sich auf andere auswirkt , die Ursache für viele Probleme sind .

Mir sagte vor zig Jahren ein Unternehmer einmal , diese Geiz ist Geil Kompanien  , die Werbung lief damals ja ständig .Wird alles nach unten ziehen , Preise runter Löhne runter , Entlassungen,Kosten Sparen um jeden Preis . 

Und ich kann mich an Berichte erinnern das die Menschen in Afrika keine Chance bekommen , die müssen zu jeden Preis der ihnen Diktiert wird verkaufen , Kaffee Bohnen ,Kakao , u.s.w.
 Seit Jahren halt  . Andererseits hast du recht , wenn wir gar nicht da mehr kaufen geht denen das noch schlechter . Somit ist es ein Teufelskreis lauf . 

Was ich damit meinte ist das wir bei Produkten die aus anderen Ärmeren Länder kommen vielleicht bewusster einkaufen , und nicht jeden Angebot hinter her laufen . 

Eine Näherin in Indien bestätigt deine Aussage , sie meinte aber auch das wir in Europa mehr drauf achten sollen das wir nicht Blind kaufen sondern schon zeigen und sagen das wir bereit sind etwas mehr zu zahlen wenn es denn wirklich den Arbeitern zu gute kommt . Wenn wir gar nicht da kaufen haben die nichts mehr , so sagte sie . das geht also auch nicht . 

Und Politik , ja genau das meinte ich , Politik macht was  sie will, alle meckern . Wenn die Wahlen kommen gibt es halt paar Kugelschreiber , alle sind Freundlich nett und und .
Alle die ständig meckern machen aber ihr Kreuz da wo immer weil.... Und dann geht das Gemecker von vorne los.

Wahl Kampf , das sagt doch schon alles. Der Wähler vergisst alles was in den 4 Jahren , beim letzten Wahlkampf versprochen aber nicht eingehalten wurde . Wieso brauchen wir Wahlkampf , der Wähler sollte danach wählen was 4 Jahre geleistet wurde . 

Und Politiker müssten abgestraft werden wenn sie versprechen machen und nicht einhalten , natürlich kann man nicht im voraus sagen was auf einen zukommt , aber manches kann man doch wirklich erkennen was nur versprochen wurde um die Wahl zu gewinnen  . 

Ich finde deine Bemerkung eine Win Win   Situation herzu stellen gut . Ich weiß aber auch das das sehr schwer und Kompliziert ist .

deinen Schluss finde ich auch sehr gut , da hast du natürlich auch Recht , auch im Internet steht viel was nicht stimmt , aber immerhin sind da viele Möglichkeiten sich zu Informieren .

Und Grundwissen braucht man, aber eben auch den willen nicht nur ein Artikel zu lesen sonder sich mehrere Meinungen und Berichte anzuschauen um zu Prüfen was stimmt u.s.w .

das sollte man immer , mehrere Meinungen führen meist auch zum Erfolg . 

und man sollte bereit sein dazu zu lernen . 

Aber ich finde auch es muss mehr darüber Diskutiert werden , vielleicht schaffen wir das dann eines Tages . 

Ich Danke dir für dein Kommentar , ich finde es gut das du es aufgegriffen hast  . 

 

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Das ist eine wirklich gute Frage. Ich bin auf jeden Fall deiner Meinung in dem Punkte, dass Flüchten sicherlich keinen Spaß macht , das sie ihr komplettes "leben" eigentlich verlieren und nur noch weg wollen von ihrer Heimat, egal ob wegen Krieg , Hunger oder politischer Gründe. Aber ich würde nicht sagen das wir also Deutschland daran schuld ist, denn wir führen ja keinen Krieg in diesem Land oder nehmen ihnen die Nahrung weg auch haben wir nichts zu sagen wie deren politische Lage aufgebaut ist. Deshalb glaube ich nicht das wir daran schuld sind zumindest nicht alleine. Deutschland bekommt zwar mengen an Geld wegen dem Waffenhandel, aber direkt sind wir meiner Meinung nach nicht daran schuld. Ich glaube aber trotzdem, dass den Menschen, die diese Reise trotz aller Gefahren auf sich nehmen, geholfen werden muss, denn wir sind alle die gleichen Menschen und sind gleich viel wert, egal wie sie nun sind. Und jeder hat das Recht zu leben, so steht es ja im Grundgesetz. Aber uns jetzt als Schuldig zu verurteilen finde ich nicht richtig.

Sorry, dass ich so von der eigentlichen Frage abgewichen bin, aber ich hoffe, dass dir diese Antwort trotzdem irgendwie weiterhilft.

LG Hoppel500

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Ich sag mal so: Deutschland hat mit eine der größten Rüstungsindustrien der Welt und gehört zu den Hauptexporteuren für Waffen.

,,Wir'' = der Westen haben Schuld, mitunter ja. Als Hauptschuldigen würde ich aber die USA nennen, denn die sind überhaupt erst auf die Idee gekommen, im Nahen Osten Krieg zu führen, weil sie sich für das Öl da unten interessiert haben.

Zurückgelassen wurden Elend und keine Perspektiven. Der perfekte Nährboden für Islamismus, welcher der Grund für die Flucht der vielen Menschen ist.

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Was heißt hier "wir". Meinst du damit die Herrschenden oder auch die Beherrschten gleich mit dazu? Letzere tragen keinerlei Schuld dafür, dass nun so viele Asylsuchende kommen. Man unterscheide schon mal in Staat und Staatsvolk, sowie Kapital einerseits und Lohnabhängige, Arbeitslose und Rentner andererseits. Du kannst sie nicht alle in einen Topf werfen, auch wenn das hier im "Wertestaat" so üblich ist.

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Apfelkind86 30.03.2016, 16:56

Achja, der arme kleine Bürger, der nie was für irgendetwas kann. Der deutsche Konsument will toll leben und dafür so gut wie nichts  zahlen! Daher beutet unsere Wirtschaft andere Länder gnadenlos aus, damit wir 1kg Rind für 4,99€ oder ein Hemd für 1,99€ kaufen können! Also lass das Märchen, dass das ja nur die große Diktatur, in der wir ja angeblich leben, Schuld sei.

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voayager 30.03.2016, 20:12
@Apfelkind86

Du segnest so die hier bestehende Ausbeutung ab,transferiert sie ausschließlich auf die "Ferne". 

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optiofabricae 31.03.2016, 13:26

Wer Schuld hat, kannst du im Strafgesetzbuch nachlesen - langweilig. Verursacht wird die Flüchtlingsbewegung u. a. durch die Weltpolitik der Bundesregierung - die immerhin vom Staatsvolk mit voller Absicht und mit Willen gewählt wird, um sich dann ans Werk zu machen. Umgekehrt ist das doch der Grund, warum so ein Staatsbürger/Untertan von "wir" redet: Als Volksgemeinschaft verstehen die sich eben schon. Und was daran falsch sein soll, hast du nicht gesagt.

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palzbu 31.03.2016, 20:05
@optiofabricae

Ihr habt die gleiche Meinung, redet aber aneinander vorbei. Europa und auch die USA lebten über 300 Jahre (ganz grob gesehen) auf Kosten der wenig entwickelten Länder  -   das ist wohl bald vorbei, weil das Wissen dort wächst. Die weltweiten Umwälzungen sind auf Dauer nicht aufzuhalten. 

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Das hast Du ganz richtig erkannt.

Die Mehrzahl der im letzen Jahr gekommenen kommen aus Syrien. Der dort schwelende Konflikt ist auch von externen Einflüssen mitbestimmt.

Es ist aber immer falsch, hier monokausale Erklärungen zu postulieren. Die ganze Misere im Nahen Osten hängt zusammen mit Jahrzehnte währenden Einflüssen, Stellvertreterkriegen und Interessen verschiedenster "Globalplayer". Das im Einzelnen auszuführen, ist hier nicht möglich.

Nur mal so als Kostprobe. Nach dem Einmarsch der Russen in Afghanistan haben die US-Amerikaner Kräfte unterstützt, die hier gegen die Aggressoren kämpfen sollten. Am Ende ist daraus Al Kaida und auch der IS hervorgegangen. Das ist natürlich stark verkürzt.

Aber auch die EU trägt ihren Teil zum Elend der Welt bei. Wir subventionieren den Export von Milchpulver nach Nordafrika, der die dortige Milchwirtschaft ruiniert hat.

Wir fischen die Küsten vorm Jemen leer, so das aus Fischern Piraten werden.

Wir liefern Waffen in die ganze Welt, die rgendwann in Konflikten eingesetzt werden, vor denen Menschen dann zu uns fliehen.

Das Verbot von Waffenexporten und Agrarsubventionen in Mangelgebiete wäre schon ein wichtiger Schritt, Fluchtursachen zu bekämpfen statt Flüchtlinge verwalten und versorgen zu müssen.

Letztlich kann man es keinem übelnehmen, dessen Lebensgrundlage auch durch uns zerstört wurde, wenn er sich auf den Weg hierher macht.

Die Pegidioten und AFD-Spackos sind einfach nur dumm oder egoistisch. Meist wohl beides in Personalunion.

Die Flüchtlinge abzuweisen heißt, sich vor der Verantwortung für den zu unserem Wohlstand führenden Ursachen zu verweigern.

Was wir letztes Jahr erlebt haben, war erst der Anfang, wenn wir es nicht hinbekommen, den Menschen in ihrer Heimat keine Perspektive zu geben.

Als Verursacher und Profiteur der Situation haben wir hier eine Verantwortung.

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realsausi2 30.03.2016, 19:57

Huch, Auf die Falle der doppelten Negation hereingefallen. Es muss natürlich heißen:

Was wir letztes Jahr erlebt haben, war erst der Anfang, wenn wir es
nicht hinbekommen, den Menschen in ihrer Heimat eine Perspektive zu geben.

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palzbu 31.03.2016, 09:26

Sehr richtig und die Situation klar erkannt. Danke.

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Es wäre falsch zu sagen, dass "wir" die Ursache dafür sind. Es wäre aber ebenso falsch zu sagen, dass "wir" nichts mit der Flüchtlingskrise zu tun haben.

Das ist ein komplexes Thema und hier ist sicherlich der falsche Ort, um so etwas zu besprechen.

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Ja sind wir. Nicht nur "wir", aber vor allem "wir".Mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen.

Allerdings muss man fairerweise sagen, dass "wir" nicht ganz richtig gewählt ist. Es waren unsere Politiker und ihre Vorgänger, die an der Ausbeutung und Zerstörung der dritten und zweiten Welt beteiligt waren - allerdings leben wir in demokratischen Staaten und haben somit einen Einfluss auf die Politik.

Selbst wenn wir diesen Einfluss nicht wahr nehmen, gibt unsere Art und Weise zu konsumieren (-> Herstellungsprozesse und Ausbeutung wieder in ärmeren Ländern) auch ein politisches Statement ab. 

Niemand kann allen ernstes eine Cola kaufen und sich dann beschweren, dass die Menschen, die dank der Softdrink-Industrie nicht mehr an ihr Wasser kommen, ihre Reise in die westliche Welt planen.

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atzef 30.03.2016, 16:10

Ideologisierter Humbug, der ignorant die Augen vor den eigentlichen Ursachen verschließt.

Die besteht darin, dass nationale Oligarchen ihre jeweilige Bevölkerung ausplündern - übrigens umso intensiver, je größer die antiimperialistische Rhetorik ist (z.B. Mugabe in Zimbabwe...).

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OhneRelevanz 30.03.2016, 16:34
@atzef

Das ist nur solange ideologisierter Humbug, bis man erkennt, wer denn für diese Oligarchien verantwortlich war und ist. Gaddafi war mal ein Freund des Westens, jetzt ist er tot.

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Also bei der Flüchtlingsfrage nach Schuldigen zu suchen bringt absolut nichts. Fakt ist dass jene Länder die die Möglichkeit haben Flüchtlinge aufzunehmen es tun sollten. Schuld sollte da keine Rolle spielen.

Und mir persönlich springt das Messer in der Tasche auf wenn ich lese 'Wir haben doch keine Schuld an deren Leid, also brauchen wir doch auch nicht handeln.'
Diese furchtbare Einstellung ist aber typisch und begegnet einem auch hier auf den Straßen wenn man mal in Not ist. Und bis einem selbst mal was passiert gucken die meisten einfach weg.
Furchtbar ist auch was einige unserer lebensälteren Mitbürger für  fragwürdige Meinungen zu diesem Thema haben. Und da diese bald einen großen Teil unserer Wählerschaft ausmachen, frage ich mich persönlich wo das hinführen soll. 'Ich trau mich nicht mehr auf die Straße wegen denen.' 'Das lauert einem auf das Pack.' 'Die sollen mal Kämpfen gehen'
Gerade so noch das Grauen des Krieges miterlebt, selbst aber nicht gekämpft und dann altklug solche Floskeln heraushauen.
Arme Welt

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realsausi2 31.03.2016, 16:08

Im Wesentlichen stimme ich Dir zu, aber...

... bei der Flüchtlingsfrage nach Schuldigen zu suchen bringt absolut nichts.

Es geht auch nicht um Schuld, sondern um Kausalitäten.

Es ist schon wichtig, die Ursachen zu erforschen. Nicht, um sich um etwas zu drücken, sondern um das Problem zu verstehen und daraus Handlungsoptionen zu entwickeln.

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echoscream 01.04.2016, 16:59

Das ist doch sonnenklar, dass an anderer stelle die Frage nach den Zusammenhängen und der Schuld eine Rolle spielt, da widerspreche ich nicht. Kausal ist zunächst aber alles, nur zurechenbar nicht. Aber ob einem etwas zugerechnet werden kann oder nicht - mit solchen Fragen beschäftigt man sich nicht in Situationen der Not. Und in dieser stecken die Menschen.

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realsausi2 02.04.2016, 01:14
@echoscream

Man muss das Eine tun ohne das Andere zu lassen.

Natürlich ist die Nothilfe das Gebot der Stunde. Es ist schlicht ein moralischer Imperativ, den Flüchtlingen ohne Relativierungen zu helfen.

Aber parallel muss und kann man sich dem Aspekt der Fluchtursachen zuwenden.

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Der
Flüchtlingsstrom hat viele Ursachen. 

Kriegsflüchtlinge:

Länder werden mit Krieg überzogen um dort dem westlichen Konzernen hörige Regierungen zu installieren. Klappt schon, Benzin ist billig.

Landraub:
Internationale Konzerne kaufen oder pachten in Afrika ganze Landstriche mit
dutzenden Dörfern. Die Bevölkerung wird vertrieben, die Dörfer zerstört. Die
Bewohner ganzer Landstriche machen sich dann auf den Weg nach Europa. Von den Konzernen werden dann dort industriell Blumen, Gemüse und Obst für den Export angebaut. Also auch für uns.

Wasserprivatisierung:
Konzerne wie Nestle, Coca-Cola, Danone und andere kaufen Wasserrechte in vielen
Ländern. In Algerien hat Nestlé Trinkwasserquellen gekauft und lässt die Abfüll-Fabriken
bewachen und einzäunen. Wer kein Geld hat, bekommt kein Wasser. Es sollte sich niemand der Illusion hingeben, wenn der Krieg in Syrien vorbei ist, kämen keine Flüchtlinge mehr. Die Menschen flüchten, auch ohne Krieg. Was wir jetzt erleben ist der Anfang riesiger Völkerwanderungen, ausgelöst von der Profitgier einzelner Menschen. 

Indirekt sind wir im Moment natürlich auch alle Nutznießer
durch Erhalt unserer wirtschaftlichen Stärke.

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Wenn du in Armut aufwachsen würdest, ohne jegliche Bildung, Geld und Perspektiven und auf einmal erfährst du: in Deutschland gibt es für Jeden - ohne Ausnahme oder Begrenzung -  Geld und Häuser, ohne etwas dafür tun zu müssen. Wie wäre deine Entscheidung?

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realsausi2 31.03.2016, 16:05

Geld und Häuser, ohne etwas dafür tun zu müssen.

Man muss es gar nicht so hoch hängen. Vielen wäre ein voller Bauch einmal am Tag schon Anlass genug.

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Also ich habe nichts getan, was die Leute veranlassen könnte sich auf die Reise zu begeben. Außerdem gehören immer zwei dazu. Nicht nur unsere westlichen Regierungen sind daran schuld, sondern auch deren.

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Die westliche Politik allen voran die von Amerika trägt n grossen Teil bei ist aber nicht alleine Ursache 

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eins ist klar wir deutschen sind nicht die Ursachen, bei den ist krieg im land, es wird tolles über Deutschland erzählt und alle wollen dann zu uns, und weil Deutschland sich in den krieg einmischt

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OhneRelevanz 30.03.2016, 15:27

Deutschland war am Afghanistan- und ist am Syrienkrieg beteiligt. Im Irakkrieg haben wir die USA, die Franzosen und Briten mit Waffenlieferungen und Infrastruktur unterstützt. Zu sagen, "wir" würden nichts mit dem Krieg in diesen Ländern zu tun haben, ist falsch.

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realsausi2 31.03.2016, 16:10

eins ist klar wir deutschen sind nicht die Ursachen,

Nicht wir allein, das ist schon richtig. Aber auch Deutschland hat Anteil an den Ursachen für dieser Konflikte. Daher haben wir auch eine besondere Verantwortung zu helfen.

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Deutschland exportiert Unmengen von Waffen, was zum Krieg/Terror beiträgt. 

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Nein.

Kein Mensch flüchtet wegen "Schweinereien der westlichen Welt". Das ist weit überwiegendes Propagandagesülze von zwielichtigen politischen Positionen aus, die oftmals reine Apologetik für tatsächliche Fluchtursachen sind.

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realsausi2 31.03.2016, 16:14

Kein Mensch flüchtet wegen "Schweinereien der westlichen Welt".

Klasse, dass Du da so gut Bescheid weißt. Hast Du denn wirklich mit allen gesprochen? Kennst Du denn alle Schweinereien, derer wir uns schuldig gemacht haben?

Das Elend auf der Welt ist ursächlich durch unseren Lebensstil induziert. Das nicht zu erkennen ist Dummheit, dass wider eigene Erkenntnis zu bestreiten ist Propagandagesülze von zwielichtigen politischen Positionen aus.

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