Sind wir Freunde und was ist Freundschafts Liebe?

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4 Antworten

Schade eigentlich, dass deine Frage nur so wenig Antworten hat, ist sie doch sehr interessant.

Alles was ich nun schreibe ist mein persönliches Empfinden, also sehr subjektiv. Wenn jemand nicht d'accord sein sollte, bitte ich zu beachten, dass ich nur aus meiner Sicht schreiben kann :)

In meinen Augen kann man so ziemlich alles lieben, also selbstverständlich Freunde! (es gibt ja auch den Ausdruck platonische Freundschaft ;) Les dich da mal ein, ist ein philosophisches Konzept, aber nicht schwer zu begreifen).

Für mich fühlt man Freundschaft einfach. Sie ist nicht greifbar, aber sie ist einfach da. Wie ein unsichtbares Band, das zwischen dir und einer Person da ist (auch wenn sie weit weg ist)
Früher dachte ich, dass man sich tausend Jahre kennen muss, mindestens eine Millionen Abenteuer und coole Unternehmungen miteinander hinter sich haben muss - nicht zu vergessen das Baumhaus, das man zusammen errichtet. Oh ja, Baumhäuser sind sehr wichtig. Aber bei der strengen deutschen Bürokratie, wer hat da schon Lust auf all den Papierkram, den man ausfüllen muss? (ein Scherz, zwar kein guter, aber ein Scherz :P )

Ich dachte man müsse so und so viele Streitereien miteinander erlebt haben und sich so oft wieder zusammen gerauft haben, bis es sich eine wahre Freundschaft nennen kann. Denn dann sieht man, dass der Person wirklich etwas an einem liegt, nicht wahr?

Auch habe ich meine Freunde oft gefragt was genau sie an mir mögen - ein bisschen wie du. Wieso genau mögen mich meine Freunde?
Das kommt aber eigentlich nur aus Unsicherheit, denke ich.

Heute sehe ich das alles aus einem sehr, sehr anderen Blickwinkel.
Viele meiner Freunde habe ich erst sehr spät kennen gelernt - in der Uni, nach der Uni, meine Mitbewohner sind auch meine Freunde geworden.
Das heißt, dass wir gar nicht die Möglichkeit hatten uns 5 Jahre zu streiten und zu vertragen, unser Baumhaus zu bauen und mit einem aus Ikea Bleistiften gebauten Floß die Welt zu umsegeln.

Ja, manchmal brauchen Freundschaft viel Zeit und passieren auch so leise, dass du eines Tages aufwachst und dir denkst "wow, diese Person liegt mir unglaublich am Herzen, wann ist es nur dazu gekommen!?".
Andere Freundschaften geschehen mit einem Knall, da spürt man eigentlich schon, dass man sich sehr gut verstehen wird.
Ich hatte beides und würde gar nicht werten was besser ist oder schlechter.
Gerade wenn man irgendwann aus der Schule und Uni raus ist und die Möglichkeiten neue Menschen zu treffen und sie kennen zu lernen immer mehr schrumpfen, weil man irgendwann arbeitet und man es sich sehr gut überlegt wie man seinen Freitagabend nach einer Woche mit Überstunden und Streitereien mit Kollegen und Chef verbringen will - eine Bar oder Disko sind dann nicht immer die erste Wahl ;)

Freundschaften und die Liebe, die du für deine Freunde empfindest, können sehr facettenreich sein.
Bei mir ist es zumindest so.
Ich liebe alle meine Freunde, aber es gibt hier und da etwas an jedem einzelnen, das ich besonders liebe und was mir nur diese eine bestimmte Person "geben" kann (klingt nach Humankapital, aber es ist sehr emotional gemeint ;) )
Bei einer Freundin kann ich mich super ausheulen und sie hört sich dieselbe Geschichte auch noch 50 Mal an, die andere finde ich so super, weil sie mir auch einen ordentlichen Tritt in den Hintern gibt wenn ich mal aus dem Quengeln nicht raus komme und wieder eine andere reisst einen einfach mit mit dem was sie tut und inspiriert mich sehr.

Habe ich es ihnen gesagt? Ja, aber nicht zu Beginn. Irgendwann einmal und einfach weil ich das Gefühl hatte es ihnen einfach sagen zu müssen, weil ich sie so sehr liebe und auch weil ich sie es gerne wissen lassen wollte, weil ich mir auch dachte, dass es sie glücklich machen würde.

Ah, das ist für mich auch noch wichtig.
Meine Freunde sind Menschen, die ich nicht nur glücklich sehen will, sondern auch glücklich machen will.
Ich sage mal, dass ich die meisten Menschen sehr neutral sehe.
Ich wünsche niemandem was besonders Böses, aber auch nichts besonders Schlechtes. Halt plus minus null.
Bei meinen Freunden möchte ich einen aktiven Beitrag dazu leisten, dass sie glücklich sind und gebe mir dabei auch deutlich mehr Mühe als nun Michael Müller aus der Medien Abteilung.

Ich finde es problematisch, dass in den Medien so viel verallgemeinert wird was Freundschaft und Liebe angeht.
Das Prädikat "besonders ätzend" bekommen an dieser Stelle "inspirierende Instagram Sprüche mit dem Meer / einer Sternennacht / einem Feld voll Ähren / im Hintergrund", die dann in schiefer Schrift Dinge behaupten wie "einem wahren Freund musst du nicht sagen wie du fühlst, er weiß es sogar vor dir",
Ach, ist dem so?
Nun, da keiner meiner Freunde seinen Master of Witchcraft an Hogwarts gemacht hat, will ich das stark bezweifeln!

Jeder Mensch ist anders und zeigt auch seine Zuneigung anders.
Nur, weil nun ein Freund sich vielleicht nicht zum hundersten Mal mit dir hinsetzt, damit du dich über deinen gemeinen Exfreund auslassen kannst, ist es kein schlechter Freund (ganz ehrlich, ich täte es auch nicht und ich bezeichne mich schon als sehr guten Zuhörer. Aber sobald ich die Hasstirade selbst frei aufsagen kann, ist Ende im Gelände).

Manche Menschen tun sich sehr schwer mit Worten und lassen lieber Taten sprechen. Das ist nicht weniger Wert.

Ich kann auch nicht alles und bin nicht in allen Situationen der richtige Ansprechpartner. In manchen Dingen hingegen bin ich ein toller Ansprechpartner.
Das wissen auch meine Freunde.

Freunde mögen dich einfach.
Das klingt vielleicht so simpel und auch unbefriedigend, aber eigentlich ist es für mich persönlich sogar ungemein beruhigend, denn "ich mag dich einfach" ist an nichts gebunden. An keine Konditionen. Es ist für mich einfach befreiend.

In einem kurzen Satz, um jetzt endlich aufzuhören:

Freundschaft ist für mich dann, wenn ich aufhöre mir darüber Sorgen zu machen wieso diese Person gerade mit mir befreundet ist und mich einfach so sicher und wohl fühle, dass diese Angst verschwindet.

Ich hoffe, dass es dir ein bisschen helfen konnte :)

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Barcelona1990 20.02.2016, 15:18

Ich danke Dir ganz herzlich, dass Du Dir für mich Zeit genommen hast. Ich hatte sehr lange keine Freunde, durch das mobben wollte ich auch nichts mehr groß mit anderen zu tun haben. Doch in der Klase inder ich jetzt bin ist es ganz anders. Vorallem ein Junge hat mich durch seine Art ganz umgestimt. Mir war, neben meiner Familie, seit Jahren keine Person mehr so wichtig wie er. Er hat mich verstanden, er war total lieb, er bringt mich zum lachen und allein wenn ich ihn morgens in der Schule Wiedersehe bin ich glücklich. Leider habe ich mich nur ziemlich blöd verhalten. Ich hatte angst ihn zu nerven und immer wieder alles nachgefragt, ich habe mich bemitleidet, habe ihn belogen...... Das ist nun alles ein und zwei Monate her. Am Anfang war es noch lockerer und lief besser. Seitdem ich due Fehler machte und ihn so dolle mag bin ich total unsicher und verkrampft geworden. Wenn ich etwas sage oder schreibe denke ich oft, war das falsch, albern, nervig, was denkt er nun. Ich bin ein ängstlicher Typ, das weiß er auch. Man traut mir auch nichts zu, ich traue mich nichts. Es ist stiller geworden. Wir schreiben wenig, unterhaltungen entstehen nicht, es endet immer so schnell nach ein paar Sätzen. Mir fallen auch keine Themen ein. Leider hören wir auch unterschiedliche Musik....... suche interessen.

Mit anderen macht er Selfies, lacht, unterhält sich usw. Ich würde es mir auch so sehr wünschen. Nur leider ist der Stempel schon da,  wie ich ihn weck bekommen soll weiß ich nicht. Ich kene ihn seit letztens Herbst und im Sommer endet die Schule.

was soll ich bloß tun, es ist mir so wichtig?

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Freundschaftsliebe gibt es nicht. Na wenn ihr öfter was zusammen macht dann seid ihr Freunde. Mit Sicherheit feststellen kannst du das erst nach ner Weile wenn du ihn/sie besser kennst. Du meinst verliebt? Na das ist wenn er dich anschaut, lächelt. Aber jetzt mal ehrlich. Möchtest du nicht noch etwas warten wenn du all das fragen mußt. Sorry aber das erkennt man alles an der Reaktion des anderen.

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Barcelona1990 20.02.2016, 13:26

Wenn er erst ganz offen und nett ist und es dann stiller wird

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Hallo Barcelona,

ich glaube, da wir alle Menschen sind, lässt sich kein Katalog von Kriterien aufstellen. Wir erkennen aber, ob der andere Mensch sich sehr mit uns beschäftigt, sich für uns interessiert, von sich etwas preisgibt.

Und - Liebe ist ein allgemeiner Begriff, der auch auf eine Freundschaft angewandt werden darf. Wer liebt, der oder die schenkt sich selbst dem geliebten Mensche (nach meiner Auffassung). Und das machen wir auch in einer Freundschaft - in der wir im Vergleich zu einer Partnerschaft vielleicht etwas weniger intensive Dinge miteinander teilen.

Besteht die Freundschaft daraus, dass jeder zu irgendeiner "Leistung" verpflichtet wird, brauchen wir nicht von Liebe zu sprechen (vielleicht nicht mal mehr von Freundschaft).

Viele liebe Grüße
CelestialPilot

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Liebe in einer Freundschaft ist schlicht und einfach, wenn man keine Verliebtheitsgefühle hat. Man sogar dem anderen sagen das man ihn liebt, aber da regt sich nichts. Sobald man Gefühle für den Freund bekommt ist es zu spät. Dann hat s gefunkt.

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