Sind wir Frei?

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Wer ist WIR und wenn ja, wie viele? Welche Metaphysik steckt hinter dieser Definition? Die Sicht von "unten nach oben", die empirische, die von der Erfahrung ausgeht und uns Menschen ganz und gar als Teil der Natur sieht? Die Sicht von "oben nach unten", die über uns als Ursprung ein Göttliches, ein Geistiges sieht und Welt als Schöpfung? Für diese beiden Sichtweisen bedeutet FREIHEIT etwas Grundverschiedenes!

In beiden Sichtweisen gibt es eine Neigung zum Determinismus wie zu Indeterminismus, doch jeweils anders begründet. In der empirischen Fraktion ist Demokrit als Vertreter eines strengen Determinsimus jemand, der die Welt als "großes Urwerk" sieht, Rädchen greift in Rädchen. Sein Gegenpart ist Epikur, der zwar den Menschen als Teil der Welt, eingebettet in Gesetze der Natur und Gesellschaft sieht, aber nicht so streng, dass kein Raum für Entscheidungsfreiheit bleibt, aber nicht beliebig. Kant ist ein Zwitter, der Freiheit anders als David Hume nicht in der erfahrbaren Welt festmachen kann, aber in eine Welt an sich ausweicht, in der Vernunft angesiedelt ist und uns die Möglichkeit der freien Entscheidung gibt. Damit quält sich auch Schopenhauser ab.

Die "Himmels- oder Geistabteilung" spricht uns je nach Anteil, den wir als Untergeist am großen Geist haben, fast göttliche Freiheiten zu oder, wenn die göttliche Vorsehung alles dominiert (Kismet im Islam), einen puren Determinismus. Das Christentum ist diesbezüglich in sich widersprüchlich. Die Stoa sah Freiheit als Einsicht in die göttliche Ordnung des Logos, in die Notwendigkeit. Da ist auch der zentrale Unterschied zum Epikureismus, der anstelle der göttlichen Ordnung des Logos die sich prozesshaft, zukunftsoffene Fügung der natürlichen Prozesse setzte. Innerhalb dieses Prozesses gibt es nach Epikur auf die Zukunft gesehen immer wieder Wahlfreiheit zwischen Alternativen. Dieser Prozess ist nach vorne offen und wir lassen uns zu gern täuschen, wenn wir die Frage im Rückblick von einem Knotenpunkt der Entscheidung zum andern nachvollziehen und dabei durchaus Gründe finden, uns oft gar nicht vorstellen können, wie es gelaufen wäre, hätten wir anders entschieden.

Zur Beantwortung der Frage kommt es also auf die jeweiligen Konzepte an, was unter WIR und FREIHEIT verstanden wird.

Einiges spricht dafür das subjektiv freie Entscheidungen schon durch vorausgehende unbewusste Hirnaktivität determiniert sind. Schon 2–3sek. vor einer motorischen Handlung lässt sich im Gehirn ein elektrophysiologisches Korrelat dafür sichtbar machen. Im präfrontalen und parietalen Kortex sogar schon 10 sek. vor dem Bewusstwerden der Entscheidung eigenen Entscheidung. Es wird also bereits bei Entscheidungen vorbereitet und der Kortex und (bewusste Verstand) hervorhebt und nur zur Kenntnis nimmt. Also ich würde sagen Nein!

Kommt darauf an wie man Freiheit definiert, bzw sieht! Ich fühle mich eigentlich im großen und ganzen frei, ausser das ich jeden Tag arbeiten muss und von Geld abhängig bin!

Manchmal wünschte ich es wäre wieder so wie früher, als man noch sein Akker und sein Gut hatte und Essen und sowas getauscht hat, obwohl das ja warscheinlich auch nicht ganz so einfach gewesen ist.

Freiheit sieht aber jeder anders, zum Beispiel wir deutschen haben ja im großen und ganzen Freiheit so viel wir wollen, dürfen überall hin können essen anziehen trinken usw. was wir wollen. Das ist nicht überall in jedem Land so!

Für mich ist Freiheit, das ich meine Freizeit und mein Geld gestalten und ausgeben kann, so wie ich das möchte, das ich lieben darf und kann wen ich möchte! Das ich einfach sein kann, wie ich bin =)

Der Freiheitsentzug begann schon mit Zigarettenverbot in Gaststätten und der schönen Glühbirne, die durch die Ökobirne ersetzt wird. Das hat sich T.A.Edison bestimmt nicht erträumt.

Hut ab vor Altkanzler Schmidt, der uns zeigt wie lächerlich sich die Politik mit ihren Vorgaben macht.

Wer hat uns gefragt, ob wir das alles überhaupt wollen? Wer hat uns gefragt, ob wir mit 67 in Rente wollen, man lässt uns nicht und macht es uns unmöglich, vorzeitig Rentner zu werden, ist das Freiheit?

Wir bekommen diktiert, was wir wollen dürfen. Und wer was falsches will, der muss sich anpassen. Ist das Freiheit?

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Wirklich frei ist sicher niemand, da man sich immer im Rahmen der gesellschaftlichen Normen zu bewegen hat, ansonsten wäre ein Chaos vorprogrammiert.

Auf der Erde sind wir in unseren Körper gefangen. Wir können nur bis zu einem gewissen Prozent frei entscheiden, was wir tun wollen, einiges ist einfach so, können wir nicht ändern. Das ist auch gut so, wenn wir bedenken, was für blödsinn wir sonst alles angestellt hätten.

Wenn wir die Erde verlassen, verbleibt unser Körper hier. Unsere Seele geht dann ins Jenseits über. Dort wartet auf uns die grosse Abrechnung vor unseren SCHÖPFER. Je nach dem, wie wir hier gelebt haben landen wir in den Ort der Belohnung oder der Bestrafung.

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