Sind wir eigentlich alle einsame Wesen?

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8 Antworten

Im Prinzip ja. 

Du kannst aus deinem Kopf nicht raus und niemand anderes kann hinein. Das Problem ist, dass man Qualia nicht von einem Menschen zum anderen übertragen kann. 

Ein Gespräch zwischen zwei Menschen ist immer nur ein Datenaustausch, nie ein Informationsaustausch. Die Daten, die in Form von Schallwellen gesendet werden, müssen beim Gegenüber erst wieder interpretiert werden. Ob sie beim Empfänger wieder zur selben oder in irgendeiner Weise ähnlichen Information interpretiert werden, kann man nicht wissen. 

Ob das jetzt deprimierend ist weiß ich nicht. Manchmal vielleicht schon. 

Iremm58, möchtest du jetzt gerade daran teilnehmen, was ich mir über deine Fragestellung und deinen Erläuterungen dazu denke, bevor ich´s hier beschreibe ?

Solltest froh darüber sein, zunächst dazu keine Verbindung zu meinem Gehirn zu bekommen.

Du findest das deprimierend, meine Gedanken nicht lesen zu können und fühlst dich dadurch so vereinsamt, gar traurig darüber ?

Mit meiner kurzen Antwort versuche ich jetzt Gesellschaft mit deinem Gehirn herzustellen, um bei dir Überlegungen anzuregen, wozu "abhörsichere" Denkprozesse gut sind.

Das darüber Nachdenken musst du aber wieder in deiner gefürchteten Einsamkeit vollziehen, denn die Gedanken sind frei, niemand kann sie erraten.


Zusätzlich: So ganz allein bist du eigentlich nicht, denn dein Gedächtnis beteiligt sich auch an deinen Gedanken-Durchführungen und gibt dir helfende Hinweise dazu.

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Es geht um die Sinne und Wahrnehmung, nicht Gedanken! Das sind mMn zwei unterschiedliche Dinge. Gedanken kann man wie gesagt durch die Logik "lesen", in dem man zB vergleiche macht, womit man das SELBST vergleichen(!) könnte. Doch egal wie sehr ich versuche den selben Geschmack zu empfinden, was die Person beim Kuchen geschmeckt hat, ich werde es einfach nicht erfahren. Das ist kein Pessimismus sondern Fakt.

Außerdem bin doch mein Gedächtnis ICH selbst, mein Gehirn, mein Bewusstsein, meine Wahrnehmung. All das bin schon ich. Es befindet sich keine 2. Gestalt oder Person in mir, wie du das Gedächtnis ja darstellst, als wäre es etwas fremdes in meinem Körper, das mir meine "Einsamkeit" wegnehmen soll...

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@iremm58

Ich verstehe dich nicht! Deine Sinne und Wahrnehmungen führen doch zu den Gedanken, um was zu verstehen !

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@dfllothar

Sie meint, dass ihre Wahrnehmung nie dieselbe sein wird wie die eines anderen Menschen, da jeder anders sieht, hört, fühlt, riecht und schmeckt. Die Einzigartigkeit jedes Menschen macht also den individuellen Menschen einsam. Ist es das was du meinst?

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Hallo,

Jeder Mensch ist einzigartig. Niemand nimmt etwas genauso wahr wie sein Mitmensch. Die Unterschiede sind zwar minimal, aber genau gleich wird es nie sein.

Du denkst also, dass wir einsam sind, weil niemand die genau gleiche Wahrnehmung wie wir selbst haben.

Aber das ist nicht wahr. Indem wir uns anderen öffnen, und versuchen zu verstehen, wie sie Sachen wahrnehmen, lernen wir andere Menschen kennen und sind nicht mehr einsam.

Es wäre doch langweilig, wenn jeder gleich wäre.

Und sei froh, dass du in deinem Kopf alleine bist, denn eine zweite Stimme die mit anderen Gedanken kommt wäre auf Dauer wirklich anstrengend.

Du hast Recht, man wird nie hundertprozentig erleben, wie ein anderer Mensch etwas wahrnimmt. Jedoch können sie erzählen, wie sie es wahrnehmen, und du kannst versuchen es zu verstehen.

Du möchtest, dass die Menschen jede Wahrnehmung mit den anderen teilen, oder? Dass wir eine Einheit sind? Aber das ist schwierig. Und doch können wir den anderen unsere Wahrnehmung erklären, auch wenn es ziemlich schwer in Worte auszudrücken ist.

Was meinst du dazu?

Liebe Grüße

Vany

Ach ja, ich habe mal eine Bücherreihe (Obsidian) gelesen. Dort ging es um Wesen, die wenn sie in großen Gruppen zusammen waren, praktisch wie eine Person waren. Man fühlt immer, was der andere fühle, und nahm wahr, was der andere wahrnahm. So war die einzelne Person auch leicht zu beeinflussen. Es war also recht anstrengend auf Dauer, mit so vielen anderen individuellen Personen verbunden zu sein. Hast du dir so etwas ähnliches bei Menschen vorgestellt?

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