Sind wir die Schöpfer unserer Realität?

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5 Antworten

Sind wir.

Es ist immer genau so, wie du glaubst, dass es ist. Ob bewusst oder unbewusst.

Je mehr Dogmen, Überzeugungen, Urteile, Gedankenkonstrukte, wir in uns tragen, desto unangenehmer wird sich die eigene Realität gestalten, die wir Kraft unserer Ablehnungen und der entprechenden Schwingungen (die auch in verdrängten Gefühlen und Emotionen gebunden sind) selbst erzeugen.

Damit ist JEDER für sich selbst, seine Realität, voll verantwortlich!

Wie genau funktioniert dieser Übergang vom virtuellem zum Realen?

Ich weiß nicht, ob sich dies so trennen lässt, ob dies nicht letztlich EINS ist.

Je dichter und langsamer die Schwingung, desto höher die Wahrscheinlichkeit der Manifestation (unbewusst).

Je lichter und schneller die Schwingung, desto eher hast du die Wahl, was du manifestieren willst (bewusst).

Mehr kann ich dazu im Moment nicht sagen. Ist eine interessante Frage, über die ich noch ein wenig sinnieren werde .-)))

beemaya 17.03.2012, 16:23

Wenn nun unser Bewusstsein tatsächlich Realität erschafft, indem es eine dieser

varianten als seine erlebte Realität "auswählt" dann könnetem wir uns doch Bewusstsein eines Individuums als einen (körperlosen) reinen Beobachter vorstellen der durch ein Multiversum (paraelwelten) wandert und an jeder Position seines pfades eine neue Variante der Welt wahrnimmt und damit als seine persönliche Wirklichkeit (einschließlich seines materiellen Körpers) erschafft. Aus der höherdimensionalen Perspektive hingegen bewegt sich hier ausschließlich das beobachtende Bewusstsein, während die erlebte "Außenwelt" ewig konstant bleibt – das Bewusstsein nimmt lediglich in jedem Moment einen anderen Ausschnitt des Möglichkeitsraumes wahr (so wie sich die Landschaft beim Blick aus einem fahrenden Zug scheinbar ständig "verändert", obwohl sie sich nicht wirklich bewegt oder ihre Form ändert)

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Angel84 17.03.2012, 16:32
@beemaya

Ja. Stimme ich zu.

Ich stelle es mir (als Hilfskonstrukt .-) eher so vor:

Kennst du diese russischen Matrjoschka Puppen? Das EINE ist in ALLEM enthalten. Oder so: Beobachter und Beobachtetes sind EINS.

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beemaya 17.03.2012, 16:29

@Angel84 Danke dir, schön dass ich dann mit dem Sinnieren nicht alleine bin. Klingt schon ganz gut deine Begründung

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Angel84 17.03.2012, 16:40
@beemaya

Gerne :-)

Aber besser als sinnieren ist eigene Erfahrung :-) Achtsamkeit für die eigenen Gedanken, Gefühle und Empfindungen. Denn letztlich ist es mit dem Verstand nur schwer zu erfassen, aber je freier du in deinem Geiste bist, desto mehr wird es erfahrbar, fühlbar und bleibt nicht als Konstrukt im Kopf stecken .-).

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Angel84 18.03.2012, 22:36

Dankeschön!

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Leider ist aus Sicht der modernen Physik der erste Satz:

so stellt sich heraus dass Wirklichkeit und Bewusstsein tatsächlich kaum zu trennen sind

bereits eine Fehlinterpretation. Er besagt nämlich nicht, dass der Beobachtende (Physiker und sein Experimentalaufbau) die Realität erzeugt. Er besagt, dass das Ergebnis des Experiments nicht neutral ist gegenüber dem Experimentierenden und seiner Messaparatur. In diesen sensiblen Bereichen sind auch physikalische Experimente nicht mehr unabhängig vom Experimentierenden. Das gleiche gilt schon immer in der Wirtschaftswissenschaft, in der Soziologie und Politologie und erst recht in der Psychologie, eigentlich auch in der Medizin, soweit psychologische Reaktionen des Patienten ins Spiel kommen. Der letzte Satz Deiner Einleitung

Erst der Akt der Beobachtung lässt aus einem solchen unscharfen und im Raum verteilten Gebilde ein reales "Teilchen" an einem bestimmten Ort entstehen.

ist ein (bereits bei Epikur in seiner Atomlehre angenommenes) Argument gegen einen strengen Determinismus, eine lückenlose Kausalität.

Bereits nach Vorstellung des Parmenides und des Heraklit ist Sein ein ständiger Wandel, ein unendlicher Prozess der Realität. Wir sind nicht nur passiver Teil davon. Wir agieren auch MIT, aber gemessen am Gesamten nur minimal. Dennoch können Nietzsche und der Existentialismus zu Recht annehmen, dass wir den Sinn unseres Lebens selbst MITgestalten, je nach Charakter die einen mehr, die anderen weniger.

Deine Aussage:

In der Quantenphysik werden Elementar"teilchen" – die Grundlage der materiellen Welt – nicht als substantielle Objekte, sondern als Wahrscheinlichkeitswellen beschrieben.

hat z.B. Karl Popper zur Aussage veranlasst, dass es nicht mehr sinnvoll ist wie in der Philosophie bis zum 18. JH nach dem WESEN der Dinge zu fragen, weil man selbst in der Physik nicht mehr zu einer klaren Aussage kommt. Wichtiger ist, wie etwas in der jeweiligen Konstellation mit anderen Konstellationen kommuniziert.

Deswegen würde ich davon abraten, bei einem Auto, das mit 100 kmh auf Dich zukommt,, zu sagen: Lass mal, ist ja kein substantielles Objekt, sondern nur eine Erscheinung von Wahrscheinlichkeitswellen. Spätestens, wenn Dich das Auto umgefahren hat, weißt Du, dass das so in der Quantenphysik nicht gemeint sein kann. Es nutzt Dir auch nichts, zu murmel, "da kommt nur eine Feder, da kommt nur eine Feder", weil Du dann von der Wucht der "Feder" sehr überrascht würdest.

Die Welt ist meine Vorstellung. Schopenhauer erklärte schon, dass Objekt und Subjekt dependent sind (auf wikipedia kann man das sogar recht schön nachlesen). Er postuliert dann noch den Willen, der allen Dingen zugrundeliegt und man am ehesten als das beschreiben kann, was du und Angel84 "eins sein" nennt. Wir sind hier aber schon tief im Bereich der Metaphysik. Die Fehler in deiner Frage und was es aus Sicht der Physik und Philosophie dazu zu sagen gibt, hat berkersheim schon erläutert.

Wir können uns das "Bewusstsein eines Individuums als einen (körperlosen) reinen Beobachter " vorstellen, weil die Phantasie nahezu unbegrenzt ist. Dass diese Vorstellung sinnvoll ist, oder der Realität entspricht bezweifle ich (ohne es wissen zu können). Man kommt relativ schnell in logische Probleme, wie erschafft dein Bewusstsein mein Bewusstsein? Die Antwort dass alles EINS und Einheitsbrei ist, finde ich nicht sonderlich attraktiv.

Trotzdem kann man natürlich sagen, dass wir unsere Realität selbst erschaffen. Wir nehmen die Welt (die auch dich und mich ist) mit unseren Sinnesorganen wahr und interpretieren das Wahrgenommene, auf der Grundlage unserer Erfahrungen und unserer Persönlichkeit. Selbst wenn zwei Menschen das physikalisch gleiche sehen, können sie doch völlig verschiedene Realitäten erleben.

Die Sache ist weiter gediehen als der Welle/Korpuskel - Dualismus. Das ganze ist komplex geworden, bei dr du n-Dimensionale Komplexität hast. Der Welle-öKorpuskel Dualismus ist nur ein Beispiel dafür. Du meinst sicherlich auch den Einfluss des Experiment als solches auf das Ergebnis.

Die eigentliche Frage aber, die dahinter steckt ist nicht, ob wir durch Beobachtung Teilchen "herstellen", sondern ob diese Teilchen

a) Auch unabhängig von unserer experimentellen Beobachtung existieren

b) Was das Sein der Teilchen ausmacht, wenn sie unabhängig von uns existieren.

Dazu kann ich nur sagen: Das Sein, wie es ist, ist unerkennbar. Egal wie wir Experimentieren, messen, Wahrnehmen: All dies ist nur Ausdruck unserer Methoden geschaffen durch den menschlichen Verstand. Das überhaupt etwas existiert nennt man für gewöhnlich das --> Staunen. Der Ursprung der Philosophie schlechthin.

Ja und Nein.
Im Geistigen würde ich sagen, Ja.
Wie ich die Welt "beobachte", so zeigt sie sich mir.
E vice versa.

Im Materiellen habe ich recht arge Bedenken und echt moralische Probleme mit spirituellen Erklärungen auf Basis dieser Quantenbanalisierungen. Ist ein Kind, das bei einem Busunfall ums Leben kommt Schöpfer dieser traurigen Realität gewesen? Warum sollte es so etwas realisieren, wenn es sich doch gerade darauf freut, nach Hause zu kommen, zu den Eltern und den Freunden? Oder hat jemand Drittes im falschen Moment geguckt, und Peng ist es passiert?

Das anders zu sehen erforderte nicht Quantenphysik, sondern Erleuchtung ;-))

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