Sind Verbände (Interessengruppen) gut oder schlecht für die Demokratie?

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4 Antworten

An sich ist die Idee der Interessenvertretung förderlich für die Demokratie, weil dadurch viel Fachwissen in die Politik fließt.

In der Realität scheitert dieser gute Vorsatz an  der Machtverteilung. Je ungleicher Macht (z.B. Vermögen oder Beziehungen) in der Gesellschaft verteilt ist, umso unausgewogener wird die Interessenvertretung, umso stärker wird der Lobbyismus zu einer unkontrollierten und treibenden Kraft.

Heute sehen wir, dass der Lobbyismus als Freilaufprinzip  nicht funktioniert und zu immer stärkerer Umverteilung nach oben führt. Auch die Gesetze zeichnen sich nicht mehr durch einen roten Faden aus (ein hinter den einzelnen Passagen erkennbarer Gedanke), sondern werden komplexer, unverständlicher und zielloser, was all jenen zu Gute kommt, für die Gesetze einen formbaren Charakter haben müssen, damit sie ihren Zielen dienen.

schmerberg 17.01.2017, 20:22

Sinnvoll formuliert!

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Die sind gut und wichtig. Politiker sind nicht allwissend. Im Gegenteil von manchen Dingen haben die keine Ahnung. Schau mal wie viele Arbeitsplätze und wirtschaftlicher Wohlstand an den Branchen hängen. Natürlich kann falscher Lobbyismus schlecht sein, aber diese grundsätzliche Ablehnung verstehe ich nicht. Auch Gewerkschaften sind Interessenverbände. Ein Politiker sollte sich mehrere Seiten anhören und dann zum Wohle und nach bestem Gewissen objektivst wie möglich entscheiden. 
"Ein gescheiter Mann muß so gescheit sein, Leute einzustellen, die viel gescheiter sind als er.
In der Vielzahl der Berater liegt die Sicherheit."

John F. Kennedy (1917-63), 35. Präs. d. USA (1961-1963)

Demetrina 17.01.2017, 19:24

wieso kann Lobbyismus auch schlecht sein?

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Chogath 17.01.2017, 19:46
@Demetrina

Manche Interessenverbände haben ein großes finanzielles Gewicht und können dementsprechend vernetzter, umfassender und professioneller auftreten, als andere Interessengruppen; die Wahrscheinlichkeit, dass ihre Interessen durchgesetzt werden, steigt dadurch erheblich.

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Das wäre absolut sinnvoll, wenn die Macht der Interessengruppen etwa der Zusammensetzung der  Bevölkerung und deren individueller Interessen entsprechen würde.

Das Ungleichgewicht ist das Problem der Demokratie

Sie sind geradezu deren Existenzvoraussetzung.

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