Sind Varianzanalysen zur Auswertung zwingend erforderlich Was haben solche Analysen mit der genauen Fragestellung zu tun?

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3 Antworten

Varianzanalysen dienen der Aufklärung darüber, welcher Aspekt wie viel Varianz im Datensatz erklärt.

Beispiel: Wenn du Mobilitätseinschränkung untersuchst, um dir einen Überblick zu verschaffen, wirst du vielleicht wissen wollen, wie Mobilitätseinschränkung zustande kommt. Deshalb fragst du nach vergangenen Unfällen, Alter, angeborenen Behinderungen und (um es spannender zu machen) Ernährungsgewohnheiten. Die Varianz im Datensatz soll nun analysiert werden und es stellt sich anhand der Kovarianzen heraus, dass Alter 48% der Varianz im Datensatz erklärt, Unfälle 7% und angeborene Behinderungen 4%. Ernährungsgewohnheiten erklären nur 0,7% der Varianz im Datensatz. Mit Signifikanztests findet man nun heraus, dass die aufgeklärte Varianz durch Ernährungsgewohnheiten nicht signifikant von 0 verschieden ist, angeborene Behinderungen knapp signifikant und Alter hochsignifikant. Die übrigen 40,3% der Varianz werden durch weitere nicht erhobene Variablen und durch Methoden- und Messfehler erklärt. Damit wärest du der eigentlichen Fragestellung: "Wie kommen Mobilitätseinschränkungen zustande?" schon einen Schritt näher. Voreilige Schlüsse wären zwar noch lange nicht angezeigt, aber:

Eine Varianzanalyse ist bei den allermeisten Fragestellungen unerlässlich für ein gutes Forschungsergebnis.

Hallo!

Varianzanalysen sind eine Form, ein allg. lineares Modell zu prüfen, bzw. das Maß der Übereinstimmung von Daten und Modell(-annahme). Entscheidend ist nicht unbedingt die Fragestellung, sondern genauer die (aus der Fragestellung abgeleiteten) Forschungshypothesen, woraus sich das Versuchsdesign ergibt. Das setzt natürlich inhaltliche wie auch mathematisch-statistische Vorarbeiten, auch meßtheoretische, voraus.

Varianzanalytische Designs sind sehr sehr mächtig, können aber gleichermaßen Müll produzieren. Das Problem ist, dass heute Varianzanalysen nur als Auswertunsgstool (stat. Test zur Prüfung von Mittelwertsunterschieden) vermittelt wird, ohne dass das (IMHO notwendige) mathematische Hintergrundwissen vermittelt und (wenigstens intuitiv) verstanden wird.

VG

varianzanalysen sind nicht zwingend erforderlich. sie sind EINE form der inferenzstatistik. je nach datengrundlage wendet man das geeignete verfahren an, um eine hypothese statistisch zu testen. varianzanalyse kann ein solches verfahren sein, kann aber auch vollkommen unangemessen sein.

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