Sind Studentenverbindungen wirklich rechtsextrem?

Das Ergebnis basiert auf 9 Abstimmungen

Nein 77%
Ja 22%

16 Antworten

Nein

Ein Freund möchte einer Studentenverbindung beitreten, weil er eine Wohnung sucht.

Natürlich steht bei vielen späteren Verbindungsstudenten die Wohnungssuche am Studienort am Anfang, war bei mir auch so. Eine Studentenverbindung hat oft ein Haus, das durch einen Hausverein getragen wird, der sich im Regelfall aus fördernden Mitgliedern der Verbindung zusammensetzt, in Männerverbindungen oft Alte Herren genannt. Dort gibt es eben auch Zimmer, wo Studenten wohnen können.

Mit Beitritt oder Mitgliedschaft hat das erst einmal nichts zu tun. Natürlich bietet die Verbindung die Zimmer schon in der Hoffnung an, dass sich unter den Hausgästen jemand findet, dem der Laden gefällt.

Und umgekehrt. Wer (ob Hausgast oder nicht) Mitglied einer Verbindung werden will, muss sich von jemandem, der schon ständiges Mitglied ist, auf einem Convent zur Aufnahme vorschlagen lassen, die einstimmig erfolgen muss (Gegenstimmen müssen begründet werden). 

Bei vielen Verbindungen wird man dadurch erst einmal vorläufiges Mitglied (Fuchs). Als solcher muss man irgendwann eine Prüfung ablegen oder einen Vortrag halten und, bei pflichtschlagenden Verbindungen, eine sog. Partie schlagen, um dann, ebenfalls durch einstimmigen Beschluss, endgültiges Mitglied zu werden, in Männerverbindungen oft Bursch genannt, in Corps speziell Corpsbursch.

Das Wort „Bursch“ bezieht sich übrigens keinesfalls allein auf Burschenschaften, auch ein aktives Mitglied eines Corps, einer Landsmannschaft, Turnerschaft, des Wingolf (christliche Verbindung), einer CV-Verbindung (katholische Verbindung) etc. heißt „Bursch“.

Das Wort „endgültig“ ist auch so gemeint und nennt sich Lebensbundprinzip. Die Regel ist, dass man in der Verbindung bleibt, auch nach dem Studium als Alter Herr.

Ich habe gehört, dass die alle rechtsextrem sind…

Das ist Schwachfug, der leider einen wahren Kern hat.

Eine Studentenverbindung ist natürlich eine tendentiell  konservative Angelegenheit, weil sie Traditionen pflegt, die von Außenstehenden oft als martialisch empfunden werden, etwa das akademische Fechten (darauf bezieht sich das erwähnte Schlagen einer Partie), das sich letztlich aus dem Duell entwickelt hat. Von außen wird dies ggf. als Pflege eines bestimmten, ggf. als elitär und/oder reaktionär empfundenen Männlichkeitsbildes wahrgenommen.

Abgesehen davon, dass viele Verbindungen fakultativ (optional) schlagend oder dezidiert nichtschlagend sind, trügt dieser Eindruck jedoch:

Gerade die durchweg pflichtschlagenden Corps haben das Toleranzprinzip, was bedeutet, dass man einem Mitglied über allgemeinmenschliche Werte hinaus keine Vorschriften machen darf, wie er politisch zu ticken hat. Das Äußerste, was ein politisch linker Corpsstudent von Seiten seines Corps zu befürchten hat, sind politische Diskussionen. Wenn er gleichzeitig Juso ist, muss er zwar einen Ausschluss befürchten, aber von Seiten der Jusos und nicht von Seiten des Corps.

Im Übrigen sind Corps und andere Verbindungen immer schon von Grund auf basisdemokratisch organisiert, sie haben das Conventsprinzip. Das gilt auch für die Dachverbände, auf denen die Vorsitzenden der einzelnen Verbindungen (bei Corps Senior genannt, deshalb auch Senioren-Convent oder Senioren-Convents-Verband, hat also nichts mit dem Alter zu tun) im Sinne des eigenen Convents zu stimmen haben.

Natürlich steht und fällt das Klima in einer Verbindung mit seinen Mitgliedern. In der Weimarer Zeit beispielsweise drifteten viele Verbindungen nach „rechts“ ab, auch Corps. Man fing sogar an, „Arierparagraphen“ einzuführen, was die Burschenschaft schon Ende es 19. Jahrhunderts getan hatte. So hätte ein Ferdinand Lasalle da schon nicht mehr Mitglied werden können, weil er Jude war.

Die Zwangsauflösung der meisten Verbindungen auf Betreiben der NS-Regierung 1935 macht aus diesen sicherlich keine Widerstandshelden, sie ist eher ein später Schlag gegen eine Organisation, die noch immer das Conventsprinzip hatte, das man durch das „Führerprinzip“ ersetzen wollte.

In der jungen Bundesrepublik setzten sich Studentenverbindungen natürlich auch stark aus Leuten zusammen, die noch von der Weimarer Zeit geprägt waren. Das änderte sich allerdings im Laufe weniger Jahrzehnte. In den 1990er Jahren habe ich oft den Eindruck gewinnen, dass etliche Aktive deutlich konservativer waren bzw. weiter „rechts“ standen als die Mehrheit der Alten Herren, wobei das auch von Verbindung zu Verbindung unterschiedlich war.

Rechtsradikale gab es freilich auch, und nicht wenige. Man kann aber selbst von deren Verbindungen nicht behaupten, dass sie als solche durchweg rechtsradikal bzw. rechtsextrem gewesen wären. Die übelsten Burschen, die ich kennengelernt habe, hatten eher „Dorftrottel“-Status, und selbst sie waren übrigens nicht gewaltbereit, denn das ist ein „No go“ für einen Verbindungsstudenten.

Der wahre Kern des erwähnten Schwachfugs ist zum Teil allerdings auch Folge einer self-fulfilling profecy: Da Studentenverbindungen in der Studentenschaft als „rechts“ bis „rechtsextrem“ verschrieen sind, fühlen sich natürlich Studenten zu ihnen hingezogen, die in der Tat eine ziemlich reaktionäre Einstellung haben, und andere, die das nicht haben, fühlen sich eher abgeschreckt. Dennoch sind die meisten Studentenverbindungen kein Sammelbecken für Rechtsextremisten.

Diese Burschenschaften sind teilweise zumindest sehr konservativ/national-konservativ veranlagt, was ansatzweise in diese Richtung ginge. Teilweise sind sie auch sehr linksgerichtet und dahingehend beinahe extrem.. man muss da immer beide Seiten im Blick haben.

Aber nach außen gerät kaum etwas, das wird alles hinter verschlossenen Türen und weitestgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit "gepredigt."

35

Hey rotesand

Aber nach außen gerät kaum etwas, das wird alles hinter verschlossenen Türen und weitestgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit "gepredigt."

Richtig-das sind Traditionen über viele Jahrzehnte. So halten wir das auch. 

Trotzdem ist es unangemessen und falsch hier die Nazikeule schwingen zu wollen. 

2
Nein

Es kommt völlig auf die Verbindung an.

Angst würde ich an deiner Stelle haben, wenn es sich um eine Burschenschaft handelt, welche im Dachverband der Detuschen Burschenschaft gegliedert ist.

Hier sind die Tendenzen schon eher rechts, wobei es sich nicht pauschalisieren lässt.

Andere Verbindungen wie beispielsweise Corps sind völlig unpolitisch und dulden kein politisch extremes Gedankengut.

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