Sind Statussymbole wie zum Beispiel große Geländewagen häufig eine Kompensation von an sich selbst empfundenen Mängeln?

15 Antworten

Hallo!

Ich sage mal so: Kann gut sein, ja!

Große Autos oder andere Statussymbole wie ein Boot oder "exklusive" Hobbys, mit denen man offensiv protzt und angibt, sind für die jeweiligen Besitzer/Betreiber zum Teil (nicht überall) sicherlich ein Stückweit Statusgehabe ------> ich kenne z.B. einen Mann, der damit kokettiert Jäger zu sein & in angeblich "besten Kreisen" mit einem ehemaligen Arzt und einem früheren Ratschreiber zu verkehren ... wer ihn aber näher kennt weiß, dass genau diese "besten Kreise" ihn nie akzeptiert haben und da viel Selbsteinbildung herrscht.

Es gibt aber auch Leute, die einen großen Geländewagen aus verschiedenen Zwecken brauchen. Einer meiner Bekannten etwa ist Landwirt und fährt seit Jahrzehnten immer nur diese großen Mitsubishi Pajero Fünftürer, weil es für ihn kein besseres Zugfahrzeug gibt und er damit auch über Felder und Ackerland fahren kann. Ein anderer Bekannter von mir (Beamter i.R., ein an sich sehr schlichter Zeitgenosse) fährt den Volvo XC60 deswegen, weil er nach einer Hüft-OP und einem Bandscheibenvorfall nur noch sehr beschwerlich in seinen vorigen 5er-BMW einsteigen konnte und eine höhere Alternative suchte, ihm aber die gängigen Kompaktvans zu familiär wirkten. Und bei BMW war man bezüglich des X3 wohl etwas arrogant, deswegen ging's aus Protest zum direkt benachbarten Volvohaus.

In solchen Fällen muss man zwischen den Zeilen lesen & aufpassen nicht zu sehr auszuholen. Wer aber den SUV nur zum Flanieren und Paradieren benutzt und allgemein recht großspurig auftritt, auch mit Markenkleidung, großem Gerede und anderen Dingen zu brillieren versucht, beweist damit wirklich nur offenbar i.was kompensieren zu müssen. Solche Menschen sind echt zu bedauern, wenn man sich über so etwas definiert. 

Aber an so einer Lage ist dieser "immer höher, immer schneller, immer weiter"-Leistungsgesellschaft im Grunde selber schuld!

Hallo,

eben für ältere Leute ist die Klasse deswegen interessant, weil man sich wie auf einen Stuhl setzen kann ohne sich zu verrenken.Was nämlich im Alter auch ohne OP nicht mehr so einfach ist.

Dazu kommt noch, das man durch die erhöhte Sitzposition auch einen besseren Überblick hat.

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  • Lies dir mal meine Antwort auf diese Frage durch: https://www.gutefrage.net/frage/wie-viel-status-ist-gut-und-woraus-sollte-ein-mensch-seinen-status-ziehen?foundIn=list-answers-by-user#answer-259082027
  • Statussymbole repräsentieren im besten Fall den realen Status. Wenn das so ist, dann sind sie Zeichen für die soziale Stellung und keineswegs Kompensationsverhalten. Welche Statussymbole jeweils angemessen sind, hängt vom sozialen Umfeld und dessen Gewohnheiten ab.
  • Wer das nötige Geld hat, kann durchaus einen teuren Wagen fahren, ohne damit anzugeben oder zu kompensieren. Es kann einfach sein Traum oder Wunsch sein oder gar normales Sozialverhalten in seinem persönlichen sozialen Umfeld.
  • Wer sich dagegen Statussymbole zulegt, die gar nicht seinem realen Status entsprechen, der will mehr vortäuschen, als er tatsächlich ist. Das wäre dann Möchtergern-Verhalten und Angeberei. Es kann im Einzelfall durchaus auch mit selbstempfundenen Mängeln zu tun haben, es kann aber auch einfach nur Protzerei sein. Mehr gelten zu wollen, als man wirklich zu bieten hat, ist sicherlich eine Charakterschwäche, aber Kompensationsverhalten ist es meistens nicht. Das ist eher billige Küchenpsychologie.

Hey, ich hab auch einen SUV. 

Warum? 
Wollte ein Auto. 
Mit Platz. Und Automatik. Und Allrad. Und nicht untermotorisiert.

Suchkriterien in Mobile.de gehauen, und raus purzelten jede Menge SUVs. 

Ok.

SUV gekauft. 

Kompensation? Nööö

Ist doch der selbe Mist wie: 

Sind Kleinwagenfahrer alle zu Arm um sich was besseres zu kaufen? 

Haben Porsche-Fahrer alle Midlife Crisis?

Sind Motorradfahrer alle Lebensmüde?

etc. etc. etc. 

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