Sind Satiriker eigentlich an das Urheberrecht gebunden?

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4 Antworten

In manchen Fällen greift UrhG § 24 Freie Benutzung:

"(1) Ein selbständiges Werk, das in freier Benutzung des Werkes eines anderen geschaffen worden ist, darf ohne Zustimmung des Urhebers des benutzten Werkes veröffentlicht und verwertet werden."

Dies gilt allerdings nicht für die Musik:

"(2) Absatz 1 gilt nicht für die Benutzung eines Werkes der Musik, durch welche eine Melodie erkennbar dem Werk entnommen und einem neuen Werk zugrunde gelegt wird."

Für veränderte Lieder gilt - wie für alle geschützten Werke, auf die Absatz 1 nicht zutrifft - UrhG § 23:

"Bearbeitungen oder andere Umgestaltungen des Werkes dürfen nur mit Einwilligung des Urhebers des bearbeiteten oder umgestalteten Werkes veröffentlicht oder verwertet werden. (...)"

Zum Unterschied zwischen § 23 und § 24 UrhG lese man "Was ist eine freie Benutzung?" http://www.schmunzelkunst.de/saq.htm#freinutz

Gruß aus Berlin, Gerd

PS. Für eine normale Cover-Version eines Liedes, das bei der GEMA.de registriert ist, genügt eine Anmeldung dort und das Bezahlen einer Gebühr. Für erhebliche Umgestaltungen bedarf es aber zusätzlich einer Einwilligung der Urheber des Liedes.

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Soweit ich weiß sind natürlich auch Satiriker an alle Urheberrechte gebunden. Für die Verwendung von Musik braucht man keine Genehmigung, man zahlt einfach.

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Das würde mich auch mal interessieren. Sarah Connor wurde vor kurzem mal in einer Talkshow gefragt, ob Carolin Kebekus um Erlaubnis gebeten habe, bevor sie Connors Lied verwendete. Hatte sie nicht. Connor sagte, sie habe erst mal abgewartet, wie das Publikum den Satire-Song fand und dann nichts unternommen, weil er gut ankam und Frau Kebekus sogar eine recht gute Stimme habe. Ich habe das mal so verstanden, dass es rechtlich eigentlich nicht ganz sauber war.


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Es gehört zur künstlerischen Freiheit, Ereignisse und künstlerische Produkte satirisch zu verfremden, um damit etwas zu schaffen, das einen kritischen Blick auf das Parodierte schärft. Das ist ja kreative Schöpfung einer neuen Verständnisquelle.

Eine bloße Kopie, möglicherweise sogar, um lediglich Geld damit zu verdienen, ist etwas ganz anderes.

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