Sind sämtliche menschliche Kultur und Erfindungen nur entstanden, damit sich der Mensch von der letztendlichen Unbedeutsamkeit seiner Existenz ablenken kann?

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9 Antworten

Bedeutsamkeit ist auch nur eine kulturelle Verirrung. Im Weltall gibt es sie nicht. Das Weltall verteilt weder Sinn noch Bedeutsamkeit. Das ist ein menschlich-gesellschaftliches Phänomen, nicht mal ein privates. Niemand kann sich allein Bedeutsamkeit verleihen. Das wäre wie ein Schauspieler, der sich vor leerem Saal für einen nicht vorhandenen Applaus verbeugt. Den bekommt er nur, wenn Zuschauer auch sein Spiel bewundern. Und ein selbsterklärter König ist unbedeutend, wenn er als Eremit auf einer einsamen Insel haust. Bedeutsamkeit braucht Publikum, das versteht und zu würdigen weiß. Kultur entstand in Gruppen und Gesellschaften und begann mit der primitiven Arbeitsteilung. Kultur hat den Sinn, uns das Leben zu erleichtern, was uns manchmal gelingt und manchmal werfen wir mit dem Hintern um, was wir vorne gerade erst aufgebaut haben.

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Gewissermaßen hast du Recht. Zu einem gewissen Punkt in der Evolution des Bewusstseins ist dies auch notwendig. Das betrifft beinahe alles: Gesellschaft, Beziehungen, Familie, Ziele. Dies alles sind Aussagen darüber, dass wir nicht wissen wer wir sind. Bislang war es nur eine geringe Anzahl von Menschen die die Wahrheit erkannt haben. Wenn sie gefunden wurde, gibt es nichts mehr zu finden - nichts mehr zu erreichen, nichts zu tun.

Aber soziale Prozesse, kulturelle Errungenschaften etc entstehen einfach beiläufig und haben keinerlei tiefere Bedeutung. Sie sind nur Mittel zum Zweck. Momentan misst die Menschheit ihnen noch Bedeutung zu, aber es gibt keinen Sinn dahinter.

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Kommentar von sophie1235
19.11.2016, 15:47

Bislang war es nur eine geringe Anzahl von Menschen die die Wahrheit
erkannt haben. Wenn sie gefunden wurde, gibt es nichts mehr zu finden - nichts mehr zu erreichen, nichts zu tun

Vielen Dank für Deine Antwort, mayaillusion999!

Bis vor kurzem habe ich immer einen gewissen Unmut gegenüber Menschen verspürt, die einen Großteil ihrer (Lebens-)Zeit damit verbringen, sich abzulenken. Sie trinken Alkohol oder konsumieren andere Drogen, lassen sich ständig unterhalten in Form von Kinofilmen, Serien, etc., lesen Klatsch- und Boulevardzeitschriften, laufen mit Kopfhörern in den Ohren und starrem Blick geradeaus auf den Straßen. Ich habe mich darüber geärgert, dass diese Menschen ihre Umwelt nicht mit Neugier entdecken und ihren (in diesem Fall nicht vorhandenen) Wissensdurst befriedigen wollen. Alles, was sie wollen, ist die Ablenkung.

Erst vor kurzem bin in mir der Tatsache bewusst geworden, dass für diese Menschen das Wissen über die Unbedeutsamkeit des Lebens tödlich wäre. Ich stelle es mir immer so vor, als würde der Otto-Normal-Mensch im Film Matrix die rote Pille verabreicht bekommen, obwohl er sich viel lieber für die blaue Pille entschieden hätte. Ich glaube, dass diese Menschen mit der Wahrheit gar nicht leben könnten.

Ich habe mir jedoch bewusst gemacht, dass auch die (unbewusste) Entscheidung für diesen Lebensstil der Menschen völlig in Ordnung ist und in der Regel eine Folge von Prägungen und Erfahrungen aus der Kindheit (Vgl. auch die Werke von Alice Miller). Und seitdem mir dies klar ist, kann auch auch diese Menschen lieben, so wie ich jede andere Art von Leben im miteinander verbundenen Universum liebe.

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Es ist schon merkwürdig, dass du in Deinem ersten Absatz relativ apodiktisch (also schlicht behauptend) einen absoluten Sinn des Lebens in Abrede stellst. Lediglich die private, individuelle Setzung sinntragender Ziele hältst Du für möglich.

Da ist dann doch merkwürdig, wenn Du diesem Prinzip gleich im folgenden Absatz untreu wirst, indem Du als Möglichkeit anbietest, dass sich die Menschen von etwas ablenken wollen. Diese Ablenkung wäre dann doch der Daseinssinn des Menschen. Aber Ablenkung kann nur dann zielführend werden, wenn man eine große Unannehmlichkeit ("im Universum macht ein einzelnes Lebewesen keinen Unterschied") durch eine kleine Unannehmlichkeit ersetzt. Vermutlich meinst Du, dass die Einsicht, dass kein Lebewesen zum herausragenden Bedeutungsträger werden kann, weil für alle die Auslöschung am Ende steht, eine so bittere Erkenntnis ist, dass sie durch einen scheinbaren sinntragenden Ersatz, die genannte Ablenkung, kompensiert wird, wodurch das Lebensgefühl des Menschen aufgewertet sein könnte.

Wenn Du Dir jetzt noch einmal die Begründungsstrukturen im zweiten Absatz anschaust, kannst du sehen, dass Du doch wieder zur Einsicht des ersten Absatzes zurückgekehrt bist, bei dem jeder Mensch sich nur individuelle sinntragende Ziele setzen kann (Kultur, Erfindungen, Gemeinschaftserleben), die hier (im ersten Absatz) aber noch als eigenständige Werte angesehen wurden, während sie nach der Umdeutung im zweiten Absatz zu "Ablenkungen" abgewertet wurden.

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Nein, definitiv nicht!

Jeder Mensch auf diesem Planeten und im Universum ist wertvoll und hat das Potential, die Welt zu verändern. Vielleicht läuft in diesem Moment ein kleines Mädchen in einem Slumgebiet herum, das eine hervorragende Idee hat, wie man für jeden sauberes Wasser zur Verfügung stellen kann.

Genau diese Eigenschaft zeichnet den Menschen aus und wir waren ziemlich erfolgreich in den vergangenen 200.000 Jahren. Jetzt haben wir Probleme, weil wir als Spezies so erfolgreich sind.

Das Jetzt ist wichtiger als das, was übermorgen kommt. Es ist jetzt wichtig, die Probleme zu lösen bzw. Vorkehrungen zu treffen, damit sie uns nicht einholen.

Sämtliche Errungenschaften in Kultur, Technik, Medizin usw. haben uns zum Homo Sapiens Sapiens gemacht und ehrlicherweise gehe ich lieber auf meine Toilette als ein Loch im Wald zu buddeln.

Selbst wenn ich die defaitistische Ansicht vertrete, es hätte ja ohnehin keinen Sinn, weil das Universum in 50 Milliarden Jahren nicht mehr existiert und deshalb im Bett bleiben kann, ist es trotzdem falsch. Vielleicht können unsere Nachfahren in 1 Milliarde Jahren ein Paralleluniversum besuchen?

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Nö. Die Erfindungen sind gemacht worden,

1. damit der Mensch es bequemer hat. Eine Heizung ist angenehmer als ein Feuer in der Höhe. Die Spülmaschine ist bequemer als der Spüllappen.

2. Damit der Mensch dem Anderen besser und effektiver eins auf die Nuss hauen kann.

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Nein, meist dienen Kultur und Erfindugen dazu, das menschliche Leben zu verbessern. Erfinder selbst, wollen sich als nützlich erweisen, suchen Ruhm und/oder Geld, aufgegriffen wird deren Erkenntnisse und Neuheiten dann, wenn es sich als nützlich herausstellt, andernfalls bleibt der Erfinder auf seinen Erfindungen einfach hocken.

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Nein, ob die menschliche Existenz unbedeutend ist oder nicht, hat auf Erfindungen keinen Einfluss. Es gibt viele Gründe, warum Dinge etc erfunden wurden, Notwendigkeit, Unzufriedenheit, Langeweile, Mitgefühl, usw.

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Nein. Sämtliche Erfindungen und Erkenntnisse wurden gewonnen um den Menschen letztendlich Mühe abzunehmen und das Leben zu erleichtern.

Außerdem haben wir eine unersättliche Neugier und den Drang zur Erkenntnis.L.G.

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  Als Student wurde ich mal in diesem Sinne belehrt; ein ===> Ashram verteilte auf dem Campus Flugblätter

    " Adam & Eva auf Indisch

   Einst ging Adam zu Gott und sprach; wohlan, ich will sein wie du.

   Da weinte Gott bitterlich in seinem Mitleid und seiner Güte, weil er doch wusste, dass es nicht sein kann. Der Mensch vermag den göttlichen Geist nicht zu fassen.

   Zum Trost gab Gott dem Menschen die " Maya " ; d.h. Traumwelt oder Illusion, die nichts weiter ist als eine Bespiegelung seiner selbst. Und in dem Gefängnis der Maya kommt sich der Mensch riesig vor und dünkt sich Beherrscher des Universums. "

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