Sind Religionen oft nur Versprechen mit Überschuss, die verborgen und verschlossen in einer schön verzierten Truhe lagern?

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7 Antworten

Schön ausgedrückt - gut zitiert, lieber Rosenblad

Ja, ich meine: kann man so sehen und stehen (lassen).

Ein anderes Zitat, das diesem nicht widerspricht, doch die Religion anders beleuchtet:

"Religion vermittelt uns eine gute Begründung für die Illusion, dass wir unser Leben selbst bestimmen könnten."

(Professor Dr. Schmidt-Glintzer am 10.10.15 auf der Frankfurter Buchmesse in: „Was kann der Buddhismus zum Frieden in Europa beitragen?“ anlässlich der Veröffentlichung der „Schriften Nichiren Daishonins“)

Die Illusion vermittelt uns aus psychischer Sicht schon unser „Selbst“und die Welt in der wir leben als eine „Konstruktion einer Wirklichkeit aus der „eingehenden Wirk-lichkeit (Heinz von Foerster „Das Konstruieren einer Wirklichkeit“ S.60)

Religion ist hierbei eben nur die "Schatztruhe", die in der Abstellkammer steht und gern hervorgeholt wird wenn wir uns verkleiden möchten um etwas zu sein, was wir nicht sein können, um etwas zu glauben, was wir eigentlich nicht glauben können und um uns an etwas festzuhalten, was wir gar nicht bräuchten, könnten wir das sein was wir eigentlich sein sollten: „menschlich“

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@ArbeitsFreunde  das ist ja schrecklich: ihr zerstört mir meine ganzen hässlichen Vorurteile über das gf frage-antwort niveau. Weiter so :)

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Ich weiß nicht, ob das oft so ist, aber ich kenne Leute, die einer Religion angehören und auch danach leben, woran sie glauben - auch ich zähle dazu. Was Du mit verborgen und verschlossen in einer schön verzierten Truhe meinst, weiß ich nicht. Vieles von dem, woran ich glaube und was der Lehre der Kirche betrifft, der ich angehöre, ist keineswegs verborgen und man kann es selbst leicht nachlesen. Für manches jedoch, was darauf aufbaut, muss man erst einmal bereit sein. Das kann man dann vielleicht als verborgen bezeichnen, aber nicht in dem Sinne, dass es geheim sei, sondern "nur", weil es heilig ist.

Ohne Werte zu "predigen" (dazu zu stehen) kann man sie auch weniger leben.
Du hinterfragst die Differenz (Diskrepanz) vom Wollen zum Tun.
Das hat Paulus auch schon getan und auch viele Denker.
Und jeder von uns wohl auch schon.
Es ist also kein Thema um Religion an sich zu hinterfragen. Es geht nicht um Religion sondern um uns, dich und mich.

Danke! Eine Antwort die mir den "Gegenstand" nennt, den ich in die "Truhe" legen möchte.

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Hi Rosenblad,

finde das eine schöne formulierte Frage! Dass die Truhe in der die Versprechen mit Überschuss lagern "schön verziert" ist, wird heute kaum so wahrgenommen. Eher so, dass auf der Truhe steht: "Vorsicht, Unsinn!"

Und das ist schade. So haben viele nicht die Möglichkeit die Entdeckung zu machen, wie unglaublich toll und wahr so ein Versprechen mit Überschuss sein kann!

Sie werden enttäuscht sein, in der Truhe wird nichts sein - außer,

in einer ganz dunklen Ecke liegt da etwas Unscheinbares auf dem Boden der Truhe, was kann das sein?

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@Rosenblad

"Sie werden enttäuscht sein..." Ist das nicht eine Prophezeiung? Liegt diesbezüglich ein amtliches Attest vor, so dass man es auch beruhigt glauben kann?

Andererseits, was haben wir von einer Prophezeiung, die selbst behauptet, dass niemand vermag, ihre Erfüllung festzustellen. "Leere Truhe" heißt doch soviel wie "kein Leben nach dem Tod", wenn man christliche Versprechen heranzieht.

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@GFBen

Ist das nicht eine Prophezeiung?

Wir sollten uns etwas vom Topos und dem Begrifflichkeitsvorrat trennen, den uns die Religionen vorgeben. Die Konnotation auf die "Truhe" ist nichts weiter als ein Gegenstand der Erörterung zu einem metaphorischen Bild.

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@Rosenblad

Ich glaube, dass es nun bei mir dämmert. Verstehe ich es richtig, dass gleich neben der Kiste für Religionen eine für politische Ideologien steht mit der sozialen Marktwirtschaft als einem der prominentesten "Insassen"?

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Für mich hat der Glaube nichts mit Religion zu tun und ich finde alle Religionen als überflüssig.

"Religionen" sind das Mittel, mit welchen der "Gott dieser Welt" die Menschheit verführt (2.Kor.4,4; Offb.12,9).

Oder er benutzt diese Masche: Ps.53,2 !

Unser ewige Schöpfer benötigt keine solchen "Glaubensgemeinschaften", denn "Sein Wort ist die Wahrheit" (Joh.17,17).

Wenn ich mir die Frage erlauben darf - gehören Sie keiner christlichen Religionsgemeinschaft an?

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Ok dass war mir jetzt zuviel für meine Mittagspause :o

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