Sind Religionen dafür verantwortlich, Logik zu verdrängen?

15 Antworten

Das betrifft nicht nur Religion, sondern Ideologie allgemein, unabhängig davon, ob sie an Götter gebunden ist oder nicht.

Oder man könnte sagen, dass dies tief im menschlichen Wesen veranlagt ist.

Der Mensch ist nicht logisch.

Er sucht sich erst aus, was er machen will, und danach sucht er Argumente, um seine Handlungen zu begründen.

Das ist zutiefst unlogisch und grundsätzlich auch nicht sehr aufrichtig.

In der DDR habe ich genug überzeugte Kommunisten kennen gelernt, die nicht von ihrer Ideologie lassen wollten. Selbst wenn man ihnen mit Logik kam und ihnen ihre Fehler aufzeigte, konnten sie einfach nicht davon lassen. Deshalb hast du vollkommen Recht, es betrifft nicht nur die Religionen sondern auch jede andere Ideologie.

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Frömmigkeit im Glauben verdrängt leider die Logik.

Bin aber der Meinung, dass sich Religion ständigen Fragen stellen muss. Nur dies ist ein heißes Thema, dem sich heute leider nur wenige stellen wollen.

Daran liegt die Bequemlichkeit und die Tradition. Nur wenige würden auf den Weihnachtsbaum verzichten und an Ostern Eier suchen.

Auch gibt es einen starken kommerziellen Hintergrund.

Glaube hat meiner Ansicht nach etwas mit Überzeugung zu tun,nicht mit Wissen oder Logik.

Schalten Gläubige ab einem bestimmten Punkt das Hirn aus

Im endeffekt ja. Trifft aber nicht nur auf gläubige zu. Sondern auch bei anderen dinge die man eventuell nicht ausreichend Rational verteidigen kann aber dem menschen sehr wichtig sind zu halten.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Aus interesse
Von Experte OlliBjoern bestätigt

In der christlichen Scholastik wird sehr wohl logisch argumentiert, basierend auf aus der Bibel abgeleiteten Dogmen, die die Bedeutung von Axiomen haben. Ähnlich gehen hierbei Naturwissenschaften vor. Der wesentliche Unterschied zu diesen ist jedoch die fehlende Bestätigung durch Experimente und der Ausschluss der Möglichkeit zur Falsifikation. Ockhams Razor ist hier also sehr stumpf. Ein markantes Beispiel hierfür ist die Konsekration der Oblate zur Hostie in der katholischen Kirche. Es wird behauptet, dass sich die Oblate tatsächlich in das Fleisch Jesu verwandelt und dass dies ein Wunder sei. Die Tatsache, dass dies aber nicht feststellbar (verifizierbar) ist, wird nicht als Widerlegung (Falsifikation) dieser Behauptung akzeptiert sondern zu einem zweiten Wunder erkoren. Siehe hierzu “der gefälschte Glaube“ von Karl Heinz Deschner. Es ist darüber hinaus ein Axiom einer jeden mir bekannten Religion, dass sie (in dieser, unseren Welt) nicht falsifizierbar sein kann. Religionen sind also bewusst so aufgebaut, dass ihre Behauptungen durch Beobachtungen oder Experimente weder bestätigt noch widerlegt werden können. Dies verhöhnt Ockhams Razor nahezu. Religionen verhalten sich diesbezüglich konträr zu den Naturwissenschaften.

DAS ist das Problem: Erst postuliert man jede Menge absurde Dogmen und DANN leitet man aus - völlig absurden Dogemen - "logische Wahrheiten" ab!

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Gutes Beispiel! Falsifikation ist nicht nur möglich durch widersprüchliche Beobachtungen, sondern auch durch falche logische Schlüsse oder durch Hinweise auf falsche Interpretation der Wortbedeutung.

Dein Beispiel der Hostie ist gut gewählt. Es beruht auf eine Episode aud den Evangelien, wo Jesus das Brot bricht und verteilt und sagt: ,Das ist mein Leib." Logisch gesehen sinnlos, weil Er war noch am Leben und sein Leib war noch intakt. Sollte Er auf einmal mehrere Leiber haben? Die Lösung ist ganz einfach: Die Aussage war metaprorisch: ,,So wie ich dieses Brot breche, wird mein Leib gebrochrn". Erst seit Paulus von Tarsus ist diese ,,Transsubstantionslehre" entstanden.

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@ulrich1919

Klasse! Danke für diese wertvolle Information und die Argumentationshilfe für Diskussionen mit überzeugten Katholiken.

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