Sind Reiche abgehoben?

10 Antworten

Ich kenne, beruflich bedingt Menschen, die über größere Vermögen verfügen und sich völlig normal im Umgang mit anderen Menschen verhalten.

Kenne aber auch welche, die ihren Reichtum, wo immer es geht, diesen hervorheben und andere spüren lassen, als wären diese nichts wert.

Aus meiner Sicht ist das Verhalten solcher Leute eine Charaktersache. Manche haben sich ihren Reichtum hart erarbeitet, andere konnten sich in ein gemachtes Nest setzen und den Reichtum eben geniessen.

Bei uns gilt das Sprichwort "hast du was, dann bist du was". Wer einen gewissen Reichtum vorweisen kann, der geniesst in der Gesellschaft eben einen anderen Stellenwert, als einer, der quasi nichts hat.

Viele der Reichen spenden auch, ohne dass man davon etwas weiss. Unterstützen Organisationen oder Hilfswerke. Andere geben nichts, obwohl sie könnten.

Klar ist eben auch, dass Reiche andere Interessen haben, als der Normalbürger. Die Reichen haben oft Zugang zu Stellen, die den Normalis eben verwehrt sind.

Für Geschäftsleute geht es darum, Verbindungen zu schaffen, die Aussicht auf Mehrung des Vermögens versprechen. Damit hat der Normalbürger eben nichts zu tun. Der ist froh, wenn er einen anderen Job bekommt, in dem er ein paar Euros mehr verdient.

Es sind eben völlig andere Interessenslagen.

Dann gibt es eben auch die Angeber, die mit ihrem Reichtum prahlen. Wenn da einer im Fernsehen auftritt und erklärt, er habe an einem Abend mit ein Paar Damen auf dem Münchner Oktoberfest 25 000.--€ ausgegeben, was für ihn eben nur ein Trinkgeld sei, danach mit einigen Damen in ein Luxushotel geht und es dort erst richtig krachen lässt, dann zeigt das doch von Überheblichkeit der besonderen Art.

Oder junge Damen ( Töchter ) von wohlhabenden Vätern die dann medienwirksam shoppen gehen und mal 15 000.--€ für eine Handtasche ausgeben. Der Vater zahlt es ja. Diese Damen haben nie gelernt was es heisst, täglich einem Job nachgehen zu müssen, um am Ende des Monats gerade mal soviel Geld zu bekommen, dass es für einen Monat gerade reicht.

Ich war in einer Firma beschäftigt, deren Chef mehrfacher Millionär war. Durch seine hohen Umsätze das sein Unternehmen machte, erhielt er von Lieferanten jedes Jahr einen Sonderbonus auf die getätigten Umsätze.

Dieses Geld teilte er, je nach Tätigkeit des einzelnen Arbeitnehmers, auf. Da bekam man neben dem Weihnachtsgeld, welches ein 13. Gehalt ausmachte, mitunter als Prämie ein 14. Gehalt. Dieses Geld hätte der Chef auch für sich behalten können. Aber seine soziale Einstellung gegenüber seinen Mitarbeitern liess das nicht zu.

Alle arbeiteten gerne in dieser Firma und hielten viele Jahre lang die Treue zu diesem Unternehmen. Manche von der Ausbildung bis zur Rente.

Sicher ist so ein Unternehmer die Seltenheit. Er liess seinen Reichtum nicht heraushängen. Er respektierte jeden anderen und hatte immer ein offenes Ohr für deren Anliegen.

Als Geschäftsmann war er ein knallharter Verhandler dem man mit volem Respekt entgegen kam. Menschlich war er ein Gewinn.

  • Schon mal den aktuellen Status von Jeff Bezos und vor allem seiner Frau angeschaut? … und den Werdegang mit Start vor 25 Jahren?
  • Oder was treibt gerade Bill Gates mit seinem Vermögen?
  • Wieviel gibt SAP-Gründer Dietmar Hopp sozial aus?

und abschließend: wie viel Superreiche kennst Du persönlich?

Ich konnte beruflich bedingt ein paar - nennen wir sie - überdurchschnittlich Vermögende kennenlernen. Das waren durch die Bank nette Leute.

Armut ist natürlich nicht immer komplett selbst verschuldet, aber es liegt auch an der Veranlagung jedes Einzelnen. Und da wird es immer Menschen mit viel und weniger Potential geben.

Woher ich das weiß:Hobby – Kommunalpolitik und Themen bis auf Landtagsebene

Also ist extreme Ungleichheit fair in deinen Augen? Wenn manche 20 Sportwagen haben, und der andere nichtmal genügend zu Essen?

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@Torros848
  1. Diese These von Dir hat mit Deiner Frage nichts zu tun und ist also als Folgerung auf meinen Beitrag erstmal Unsinn ;-)
  2. Du gehst exakt Null auf meinen Kommentar ein und dadurch führst Du keinen Dialog - auch nicht mit Dir selbst (Recherche und Erkenntnis)
  3. Mal aus der Praxis: Wenn ein Superreicher sich für 100 Mio. einen Yacht bauen lässt, dann freuen sich viele Werftarbeiter und -ausstatter in Norddeutschland, dass sie was verdienen und nicht arbeitslos werden. Damit haben sie genug zum Essen.
  4. Hier in Deutschland hat doch keiner wirklich eine Vorstellung, was Armut bedeutet. Wenn jmd. wirklich kaum Geld zum Leben hat, weil - aktuelles Lieblingsthema - z.B. der Mietkostenanteil zu hoch ist dann könnte diese Person auch dahin ziehen, wo es sich günstiger leben lässt. Das will aber keiner wahrhaben. Wenn man aber umzieht, um woanders eine bessere Arbeit zu bekommen, ist das akzeptabel. Wo ist der Unterschied? Natürlich ist es nicht schön, aber es schaut kaum einer hinter die wirklichen Gründe.
  5. Und nun doch zu Deiner Frage: Wir verpflichten einen Superreichen, nehmen wir mal Fr. Klatte und Hr. Quandt, von Ihrem Vermögen (ca. 46% der BMW-Aktien) 10 % den Armen zu geben. Dann müssten sie die Aktienanteile ja jmd. verkaufen, z.B. an ausl. Investoren (inländische geht ja nicht, denn die müssten ja auch 10% spenden, usw.). => BMW (und dann alle anderen Gesellschaften) gehören in sehr schneller Zeit dem Rest der Welt und die Arbeitsplätze werden Spielball von Reichen außerhalb Deutschlands. Klasse Vorstellung. => also ja: ich finde das fair.
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@oklein

Bist du denn selbst reich, oder warum verteidigst du dieses System? Und natürlich gibt es in Deutschland Armut.

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@Torros848
  1. Die Armut in Deutschland ist eine relative Armut. Du solltest einfach einmal den Rest des Planeten betrachten und unter welchen Umständen MENSCHEN anderswo leben und dann vergleiche deren absolute Armut mit der "Quotenarmut" hierzulande. Da gibt es nämlich gravierende Unterschiede, also bitte erst einmal informieren (da reicht Wiki) und dann genau schreiben, worum es Dir geht.
  2. Du gehst schon wieder nicht auf den Kommentar ein
  3. Ich verteidige kein System sondern schildere Dir nur ein paar praktische Tatsachen, die Du offenbar noch nicht kennst.
  4. Im Gegensatz zu manch anderen "Sozialumschichtern" hier hatte ich schon eine Zeit, bei der ich mich entscheiden musste ob ich eine große Dose Hundefutter (für mich) zum Essen kaufe oder ein Dose Ravioli. Aber selbst heute noch verbringe ich meine Freizeit mit Weiterbildung und Kommunalpolitik, obwohl ich mir mittlerweile die Frage oben zum Essen nicht mehr stellen muss sondern eher Trüffelspaghetti bestelle.
  5. Ein guter Freund von mir meinte einmal, "er lebe nicht um zu Arbeiten sondern arbeite, damit er schön leben kann" (mit einem UNI-Abschluss in Management mit 1,3). Das ist wirklich o.k., er hat viel Freizeit aber eben auch weniger Geld. Das entscheidet letztendlich jeder selbst.
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@Torros848

Das Problem ist doch nicht, dass manche Menschen 22 Sportwagen haben und die Anderen nicht mal genug zum Essen. In Deutschland verhungert doch keiner. Das Problem ist, dass auch die Armen einen Sportwagen haben wollen.

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@oklein

Naja.. Aber Du musst auch ehrlich sagen, das "wenn es hier zu teuer ist kann man umziehen" nicht so funktioniert - denn Gegenden in denen es auffällig günstiger ist, hat wenig Arbeit - in Wirtschaftlich starken Regionen sind Lebenshaltungskosten teurer, und da wo man günstig leben kann ist die Wirtschaft oft schwach. Sie dir Teile in Sachsen an - in der Landeshauptstadt zu leben ist heute nicht mehr so günstig, außerhalb ist super günstig - aber keine Arbeit.

Außerdem muss man wenn man weit weg vom Schuss lebt mobil sein - man braucht ein Auto - der Bus der immer nur 1 mal die Std fährt ist keine Lösung. Wenn man Kinder hat, Familie hat ist das nicht so einfach.

Für einen Single geht das vielleicht noch aber selbst da wird es schwer.

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@oklein

Armut ist Armut und nicht Relativ. Es ist auch zynisch immer die Armut der Menschen in Industrienationen mit der Armut von Menschen in Äthiopien zu vergleichen - was willst Du denn damit sagen? Natürlich ist der Standard hier ein ganz anderer, trotzdem sind die Menschen arm. Kinder die zur Arche mittag essen gehen, die in Sozial sehr schwachen Familien Stadtteilen aufwachsen kommen da meist nicht raus - das ist ein Kreislauf. Das abzutun mit "irgendwo in Bangladesh is noch schlimmer" ist doch keine hilfe - es ist das ignoriern von realen Problemen vor der eigenen Haustür .

Armut in Bangladesh relativiert nicht Armut in Deutschland. Und diese existiert.

Ich hab vor 10 Jahren wenig Omas gesehen die Pfandflaschen sammeln. Heute sehe ich die täglich.

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@CamelWolf

Arme wollen keinen Sportwagen - Menschen die zb Obdachlos sind beneiden Menschen mit eigener Wohnung - man möchte das nächste was man kennt, was man nicht hat - kein armer Mensch beneidet Bill Gates - das ist soooo weit weg von dem was sich arme vorstellen können. Oder irgendein Millionäer - warum? Weil diese Leute in der Realität von Armen Menschen nicht vorkommen. Arme Menschen wohnen nicht in wohlhabenden Stadteilen, sie wohnen in Gegenden in denen andere auch arm sind, und wenns da einer rausschafft, einen guten Job findet, in den Urlaub fährt - dann will man das auch. Aber man beneidet niemandem mit Sportwagen - das ist nicht die Realität der Armen.

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@ninanewpart9

Da ich Sachsen sehr gut kenne, gebe ich Dir natürlich Recht. In Radebeul gibt es z.B. keine Grundstücke mehr - auch nicht für Reiche. Das war vor 20 Jahren noch ganz anders. Fährt man mal von DD nach B und in der Lausitz ab in die nächsten kleine Städte, trifft einen der Schlag mit verrammelten Geschäften. Dort aber lebt es sich natürlich sehr günstig. Und klar sind dort Arbeitsplätze rar. Wenn es anders wäre, wären auch die Lebenshaltungskosten inkl. Mieten höher.

Es ist aber auch nachvollziehbar, dass ältere Menschen in relativer Armut in Ballungszentren es schwer haben, sich über Wasser zu halten. Es ziehen ja jede Menge andere vom Land nach und die Nachfrage regelt eben den Preis. (insbesondere im Wohnungsbau). Hier ist meine These einfach richtig, selbst wenn es hart klingt.

Zudem - und eben bei "deinen" Singlen" - steigt der Bedarf nach kleinen Wohnungen und dadurch werden weniger größere, familiengeeignete gebaut. Das ist aber ein gesellschaftliches Problem; da kann keiner was ändern auch nicht die Politik (außer mit komplett anderen Förderprogrammen als aktuell).

Jetzt sind wir aber weit weg von der Frage des FS. ;-)

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@ninanewpart9

Das tue ich nicht (bagatellisieren). Ich finde nur, dass ein Großteil der hier "lamentierenden" Sozialumschichter die relative Armut in D gar nicht kennen. Die ist nämlich wie bei meiner 76-jährigen Schwiegermutter auf dem Dorf bei Meissen mit einem ANALOGEN Tel.-Anschluss und OHNE PC existent und nicht vor dem Monitor.

Des Weiteren habe ich hier schon mehrfach zu aktiven Teilnahme am politischen System aufgefordert (und das fängt bereits kommunal an), um mit konkreten Aktionen den Armen zu helfen. Da kommt hier im Forum eigentlich: nichts.

Ich persönlich unterstütze arme Mitbürger und das als CDU-ler und auch noch im Reichen BW. Das lese ich hier in keinem Kommentar. => Nicht lamentieren, machen und ein Beispiel geben. :-)

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Sag' einmal: Du scheinst Dir ja wohl ein klein wenig zu viel RTL anzusehen oder woher hast Du Deine "überheblichen" dummen Vorurteile?

Nein, meine Wenigkeit gehört ganz bestimmt nicht zu den Multimilliardären und somit zu den Superreichen. Allerdings lebe ich nicht schlecht u. a. von den Mieterlösen meiner Mehrfamilienhäuser (selbst erarbeitet und erspart ... also nicht ererbt).

Man sieht und merkt mir meinen Wohlstand nicht an. Ich lebe in einem alten, kleinen Mittelreihenhaus, ganz ohne Schwimmbad oder Tennisplatz. Mein Wagen ist achtzehn Jahre alt, ich habe keine zwanzig Sportwagen herumstehen. Ich habe weder eine Yacht noch ein Privatflugzeug. Ich habe keine Ferienwohnung. Ich war weder auf den Seychellen noch Malediven. Ich laufe in normalen Klamotten durch die Gegend. Auf Urlaubsreisen verbringe ich in normalen Hotels. Mein Freundes- und Bekanntenkreis besteht größtenteils aus "normalen" Menschen wie Handwerkern und Sachbearbeitern. Ich mag weder Champagner noch Kaviar, sondern futter lieber gute, vernünftige Hausmannskost. Viele neue Bekanntschaften, die mehr durch Zufall von meinem Wohlstand erfahren (meist über Umwege), wollen und können es nicht glauben, weil sie - genau wie Du - dumme Vorurteile mit sich herum schleppen.

Übrigens denken noch viele andere "Reiche" so ähnlich wie ich. Den meisten Wohlhabenden sieht man ihren Reichtum eben nicht an! (Ja, ich keine auch einige "Reiche".)

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Wieso lebst Du nicht besser oder wieso reist Du nicht mehr? Wenn man die Finanziellen Mittel hat ist Reisen doch supi - Reisen bildet. Ist doch immer toll neues kennen zu lernen, erweitert den Horizont.

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Ich reise immer noch. Gerade letztes Jahr habe ich meine Nichte in den U.S.A. besucht, die als Neurologin in einem Forschungsinstitut in Waschington arbeitet. Auch in diesem Jahr war ich schon einige Male verreist. Mich reizen aber weder Luxus- noch Badeurlaube. Kreuzfahrten langweilen mich. Warum sollte ich denn noch mehr reisen als jetzt schon? Reisen mag zwar bilden und den Horizont erweitern, aber ganz so hässlich ist meine Wohnung nun auch nicht, in meinem Gärtchen habe ich schon so manch nette Abend mit Familie oder Freunden verbracht.

Warum sollte ich "besser" leben? Was verstehst Du denn darunter? 80 qm Wohnfläche für eine einzelne Person sind schon mehr, als ich eigentlich täglich nutze; ich habe zwei Bäder (ein Voll- und ein Duschbad), eine nette Einbauküche und drei Zimmer. Ich brauche weder eigenes Schwimmbad (verursacht immense Kosten und Arbeit) noch Tennisplatz. Ich kann immer nur einen Wagen nutzen, aus Sport- oder Luxuskarossen mache ich mir nichts. Ich brauche weder eigenes Flugzeug (ich fliege nur extrem selten) noch eigene Yacht. Ich mag weder Kaviar noch Austern. In eleganten Klamotten fühle ich mich unwohl.

Um es kurz zu machen: Ich möchte mich nicht verstellen müssen, um den dummen und überheblichen Vorurteilen mancher Menschen zu bedienen. Ich möchte mir nur in meiner eigenen Haut wohlfühlen und mein eigenes Leben führen.

Und ehe ich es vergesse: Wer mit seinem Wohlstand bzw. Reichtum angibt, hat oft zu wenig Selbstwertgefühl.

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