Sind Psychopathen schlechte Menschen?

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9 Antworten

Die Psychopathie an und für sich ist in erster Linie eine weit überdurchschnittlich ausgeprägt dissoziale Persönlichkeitsstörung.

Menschen mit einer psychischen Störung sind nicht per se "schlechte Menschen" und die Störung ist auch nicht einzig dafür verantwortlich dafür zu machen, dass sie sich eventuell Handlung hingeben, die man als "schlecht" bewerten könnte - der Umgang mit diesen Menschen ist der entscheidende Faktor.

Wenn ich die Störung eines Mitmenschen ignoriere, nicht auf sie eingehe und auch mithilfe eines therapeutischen Angebots auf diese reagiere, dann bin ich, mal stellvertretend für die gesamte Gesellschaft, dafür verantwortlich, dass aus einer ungehemmten Störung entsprechende Handlungen resultieren.

Nun ist die Psychopathie nochmal ein besonderer Fall. Die Betroffenen zeigen keinen Leidensdruck, sondern zeichnen sich eher durch einen übersteigerten Selbstwert aus. Sie selbst verfallen dementsprechend selten bis nie in die Situation, Unterstützung aufzusuchen, um sich "gesellschaftsfähiger" zu geben und dissoziale Verhaltensweisen zu vermeiden.

Wichtig ist: Die Psychopathie oder auch die dissoziale Persönlichkeitsstörung sind Störungen - die Betroffenen können faktisch nichts für diesen Zustand.

Nun neigen Menschen, denen man eine Psychopathie zuschreibt, zur Rücksichtslosigkeit, Empathielosigkeit, Verantwortungslosigkeit, Kriminalität et cetera. Diese Eigenschaften werden gesellschaftlich als negativ aufgefasst, weswegen auch die Betroffenen sehr abwertend bezeichnet werden.

"[...] warum sollte man das nicht ausnutzen und was ist daran böse?"

Die Menschen nutzen diesen Zustand nicht aus, sie sind so. Das ist ihre Lebensrealität. Was daran "böse" ist, liegt in der Umsetzung der oben benannten zugeschriebenen Eigenschaften - jede davon geht auf Kosten anderer und das stellenweise massivst. Aus Stellenweise nichtigen Beweggründen kommen andere Menschen zu Schaden und das wird gemeinhin als "böse" wahrgenommen.

"Ich bin jetzt 16, war auch noch nie in einer für mich tiefergreifenden Beziehung zu einem Menschen oder verliebt, das hat unglaubliche Vorteile."

Das ist zwar nicht die Frage aber präventiv möchte ich dazu sagen: Mit 16 noch nicht verliebt gewesen zu sein oder keine "tiefergreifenden Beziehungen" geführt zu haben, ist kein Indikator für eine Psychopathie. Von Selbstdiagnosen ist generell immer abzuraten. Solltest du dementsprechend aktuell mit dem Gedanken spielen, dir selbst eine Diagnose zu stellen beziehungsweise eine Bezeichnung zu suchen, für deine Eigenschaften, so wende dich bitte an einen Therapeuten respektive Psychologen. Alle anderen Maßnahmen wie Selbsttests oder Ferndiagnosen von Laien haben im Endeffekt keine Aussagekraft.

Kurzum - Nein, ein von Psychopathie Betroffener ist kein "schlechter Mensch", er hat schlicht und ergreifend eine Störung. Was diese Menschen zu "schlechten" oder "bösen" Handlungen treiben kann, ist unter anderem der Umgang mit diesen Menschen - unabhängig welche Störung vorliegt. Werden Störungen ignoriert und lässt man ihnen freien Lauf, dann resultieren daraus die Handlungen, die wir gemeinhin als "schlecht und böse" betiteln.

Liebe Grüße.

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Kommentar von EllieJade
19.08.2016, 21:35

Hallo ^^

Selbstdiagnose war nie eins meiner Ziele. Dass ich noch sehr jung bin, weiß ich. Ich bin bloß ehrlich, wer in meinem Alter große Gefühle, tiefe Beziehungen und solchen Kram vorspielt, lügt in 90% der Fällen. Und dass mir der Verhalten logisch erscheint, ist auch nichts ungewöhnliches. Ich habe mich bloß gewundert, warum sie so oft als böse und schlecht dargestellt werden. Aber ich glaube, langsam verstehe ich das alles ein bisschen besser.

Danke für die Antwort

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Psychopathen sind Menschen, die von einer antisozialen Persönlichkeitsstörung betroffen sind, sie können also schonmal nichts dafür, dass sie so sind wie sie sind. Generell kann man Psychopathen nicht alle in einen Topf werfen, denn sie unterscheiden sich trotzdem voneinander. Sie sind zwar dafür bekannt zu lügen und zu manipulieren, was sie jedoch tun müssen um sich anzupassen, aber das macht sie nicht zu schlechten Menschen. Außerdem sind nicht alle Psychopathen Kriminelle, sowie nicht alle Kriminelle Psychopathen sind. Die meisten Menschen vermuten dies jedoch, weil sie zum einen nicht so gut informiert sind über das Thema und zum anderen nur negative Dinge über Psychopathen hören. Leider ist es ein Fakt, dass es für einen Psychopathen, welcher weder Mitgefühl noch Reue empfinden kann (aufgrund biologischer und genetischer Unterschiede) leichter wäre einen Menschen zu verletzen oder umzubringen. Hier unterscheidet man zwischen hochfunktionellen und nicht hochfunktionellen Psychopathen. Der Unterschied zwischen ihnen ist, dass die eine Gruppe aus ihren schlechten Aktionen lernen und somit wissen, dass sie nichts kriminelles anstellen dürfen, während die andere Gruppe aus ihren Fehlern nicht lernt. Das hängt vermutlich auch damit zusammen, dass hochfunktionelle Psychopathen häufig überdurchschnittlich oder hochintelligent sind und sich somit darüber bewusst sind welche Konsequenzen ihre Taten mit sich ziehen. Der Hauptgrund für das fehlende Verständnis der Menschen für Psychopathen ist, dass diese z.B. in Filmen immer als Serienkiller oder Sadisten dargestellt werden, während die meisten von ihnen im echten Leben meistens normale Jobs und Familie haben und keine Teilzeit-Kriminelle sind. Letztendlich sind es auch nur Menschen, die werden nur als Monster dargestellt.

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Vier bis fünf Prozent aller Menschen haben psychopathische Neigungen, aber nicht jeder Fiesling ist gleich ein Psychopath. Weil sich Psychopathen überall tummeln können, begegnen wir ihnen im Alltag häufig in angesehenen Berufen, unter anderem auch im Gerichtssaal, nicht als Angeklagter, sondern als Richter oder Anwalt; aber auch oft in Führungspositionen der Wirtschaft und Politik. Mehr dazu findest Du hier.

http://www.muenchen-heilpraktiker-psychotherapie.de/blog-2/persoenlichkeit/psychopath-der-nette-typ-von-nebenan-was-macht-einen-psychopathen-aus-und-wie-koennen-sie-sich-schuetzen.html

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Erstmal bist du kein Psychopath. Ich bin angeblich soziopathin und so was merkt man schon im Kindergarten. Die meisten Psychopathen und soziopathen sind sehr erfolgreich im job. Mag sein das sie kalt wirken und sich oft seelischer Grausamkeit bedienen wenn was nicht läuft. Aber das tut ein normaler Mensch auch. Nur das normalen die Grenze höher liegt. Solche Menschen kommen oft ziemlich weit nach oben im leben. 

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Kommentar von ZeroclawX
19.08.2016, 20:33

Also ich will nur mal anmerken...seid wann sind soziopathen erfolgreich wenn es um die Berufswelt geht, in der man mit MENSCHEN kommunizieren muss?

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Kommentar von EllieJade
19.08.2016, 20:35

Ich fragte auch nicht, ob ich ein Psychopath bin. Ich habe mich bloß sehr gewundert, dass so viele diese Menschen als schlecht darstellen. An sich ist die Gesellschaft so aufgebaut, dass Menschen mit psychopathischen Tendenzen natürlich viel höher kommen. Aber sie sind dabei nicht die Usache, sie kommen bloß so hoch, weil psychopathische Fähigkeiten einen weiterbringen. Das bedeutet, dass diese Tatsache bloß ein Ergebnis der Gesellschaft ist.

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Hallo ! ob die Taten eines Psychopaten moralisch Vertrebar ist liegt wirklich im Auge des Betrachters.. Ich denke dass der Psychopat aus seiner sicht nichts falsches tut,.. sondern nur das was er durch seine PSychische Störung tun muss / bzw macht ohne ein schlechtes gewissen zu haben. Er kennt es nciht anders und sieht nicht ein warum es schlimm sein soll. Deswegen sind Psychopaten vor Gericht nur bedingt verantwortlich für ihre Taten ( Unzurechnungsfähigkeit ) Aber Menschen  die die Situation von außen betrachten empfinden die taten als ''Böse''

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Kommentar von EllieJade
19.08.2016, 20:59

Das heißt, sie sind schlechte Menschen? Aber sie können nichts dafür. Ist das nun entschuldigt oder nicht?

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das sind kranke menschen, die sich zu geißeln der menschheit entwickeln können

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Kommentar von EllieJade
21.08.2016, 20:56

Was meinst du mit "Geißeln der Menschheit"?

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Hallo ! Ich finde du hast da eine sehr gute Frage gestellt ;) Ich denke es gilt folgende Regel.. Alle Bösen Menschen sind PSychopathen aber nicht alle PSychopathen sind böse Menschen.. Man nicht alle als böse bezeichnen, weil sie meistens nicht mit absicht Böse dinge tun ( Menschen verletzen oder e.t.c ) Viele sind von ihrer Kindheit verstört und würden sich deswegen selber etwas antun.. oder manche könnten wegen ihrer störung , sich nicht selbst versorgen können. Aber diese Menschen sind ja nicht böse :O

Ich hoffe ich habe nichts durcheinander gebracht ! ;) Vlg Hyhue :)

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Kommentar von EinNarr
19.08.2016, 20:38

"Alle Bösen Menschen sind PSychopathen [...]"

Mit Verlaub aber das stimmt vorne und hinten nicht. Was "böse" ist, ist eine subjektive Entscheidung. Viele Menschen empfinden den Verzehr von Fleisch als "böse" oder auch eine durchgeführte Abtreibung - niemand kann doch ernsthaft behaupten, dass dies nun alles Psychopathen sind. 

Selbst wenn man sich unter Häftlingen sich umschaut, diagnostische Verfahren anwendet und die Ergebnisse in einer Studie darlegt, wird man feststellen - nicht einmal annähend sind das alles Psychopathen, es liegt nicht einmal bei jedem eine psychische Störung vor. 

Liebe Grüße.

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Also nach meiner erfahrung sind das auch nur menschen die ein wenig loko sind aber die meisten sind ganz nett einfach hingehen und über normale dinge reden jeder kann denken was er will

Gruß QF

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Soziopathen fehlt es erheblich an der Fähigkeit zu Empathie. Dadurch wissen sie nicht oder nur sehr vage, wie es sich anfühlt. Sie gleichen es dadurch aus, daß sie so viel Theorie wie möglich über Anzeichen bestimmter Empfindungen lernen, um dann über Umwege damit umzugehen.

Meistenteils nutzen Soziopathen dann die so gewonnenen Kenntnisse für eigennützige Zwecke aus, eigennützig deshalb, weil sie sich ja in die Gefühlswelt anderer nicht wirklich oder nur sehr begrenzt hineinversetzen können.

Doch das besagt nicht, daß sich alle Soziopathen zwangsläufig total egozentrisch verhalten. Viele haben sich auch selbst so weit im Griff, daß sie bewußt auf Aktionen verzichten, die anderen ungerechtfertigten Schaden zufügen.

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