Sind Psychologen wirklich so distanziert, wie man sie sich vorstellt?

Das Ergebnis basiert auf 5 Abstimmungen

Ich habe bisher überwigend positive Erfahrungen gemacht 100%
Andere,nämlich... 0%
neutral 0%
Ich habe bisher gar keine Erfahrung mit sowas 0%
Ich habe bisher überwiegend negative Erfahrungen gemacht 0%

11 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hey Traumbluete,

ich glaube, Du hast da ein etwas falsches Bild von einem Psychologengespräch bzw. einer Psychotherapie. Zuerst einmal ist natürlich zu sagen, dass man von einem Psychotherapeuten selbstverständlich nicht auf alle schließen kann.

Eine Psychotherapie sollte für den Patienten nicht unangenehm sein, sondern genau im Gegenteil, nämlich angenehm. Es sollte nicht im Vordergrund stehen, möglichst viel zu sagen, den größten Gesprächsanteil zu haben oder dem Psychotherapeuten ein möglichst gutes Image zu verschaffen. 

Deshalb redet manchmal auch einfach niemand und es herrscht Stille. Das ist nicht peinlich, nicht unangenehm, sondern völlig in Ordnung.

Zentral ist Vertrauen, Transparenz und Ehrlichkeit - sowohl von der Seite des Psychotherapeuten, als auch von der des Patienten. Denn das ist einfach notwendig, damit eine Psychotherapie funktioniert, es geht schließlich um private, persönliche Dinge des Patienten.

Eine Psychotherapie kann ganz verschieden ablaufen, ganz wie der Patient möchte. Manche Patienten möchten nur reden, andere möchten sich in Bildern ausdrücken und werken. Es besteht überhaupt kein Zwang, irgendetwas zu tun.

Im Bereich der Psychiatrie allgemein ist es üblich, die Ursachen und Auslöser der Erkrankung nicht zu kennen. Manche haben eine Vermutung - sei es, weil jemand gestorben ist, eine Beziehung beendet wurde oder wegen Mobbings - aber in der Regel ist das nicht bekannt. 

Das ist auch überhaupt nicht schlimm, denn dafür machst Du schließlich die Psychotherapie.

Du schreibst von Distanz seitens des Psychotherapeuten - mir scheint es ein bisschen so als würdest Du das zu sehr extremisieren. Dass ein Psychotherapeut Distanz zu seinem Patienten hält, stimmt zwar, aber eine daraus entstehende Gefühlskälte entsteht dabei nicht. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

Natürlich ist der Psychotherapeut nicht Deine Mutter oder ein anderer nahestehender Angehöriger. Er ist eine Behandlungsperson wie ein Arzt auch. Nur geht es dort eben um etwas andere, privatere Dinge als beim Arzt.

Empathie, Einfühlsvermögen ist insbesondere im psychologischen und psychiatrischen Bereich von besonderer Bedeutung, denn dort geht es schließlich nicht ausschließlich darum, bestimmte Symptome einer Erkrankung zuzuordnen.

Es geht vor allem darum, die Ursache der Erkrankung und Auslöser, aus denen depressive Phasen entstehen, zu ergründen. Und das funktioniert schlichtweg nicht ohne Empathie.

Du wirkst auf mich so, als würdest Du Dir unglaublich viele Gedanken darum machen und Dir damit selbst mehr und mehr Angst vor der Psychotherapie bereiten. Natürlich ist es etwas Neues und als Patient ist man dann erstmal nervös, was man denn tun solle. Setz Dich nicht so sehr unter Druck.

Was hältst Du denn davon, wenn Du einfach mal ein Erstgespräch mit einem Psychotherapeuten vereinbarst und ihm dort Deine Probleme schilderst?

Du hast in der Regel fünf Stunden Zeit, in denen Du zum Einen entscheiden kannst, ob der Therapeut zu Dir passt, ob Du ihm vertrauen kannst und zum Anderen Deine Zweifel und Sorgen äußern kannst. Der Psychotherapeut sitzt direkt an der Quelle, er kann Dir Deine Fragen alle beantworten.

Mach Dir nicht selbst so viel Stress. Es gibt ja offenbar ein Problem, das Dich belastet und damit solltest Du Dich einfach jemandem persönlich anvertrauen. Du willst ja schließlich auch, dass es wieder besser wird.

Der Mut steht am Anfang,
das Glück am Ende.

Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute, liebe Traumbluete.

Ich habe bisher überwigend positive Erfahrungen gemacht

Ich denke die Distanz von der du Sprichst ist lediglich Professionalität. Wenn du anfängst zu weinen, wird dein Therapeut nicht auch anfangen oder dich auf emotionale Art trösten. Aber dazu ist er auch nicht da. Natürlich ist er ein Mensch mit Gefühlen, aber Therapien sollte einseitig sein. 

Dein genaues Verhältnis zu einem Therapueten kannst du dir aufbauen. Wenn du etwas nicht magst, sag es ihm. Wenn du einen besitmmten Typus nicht magst, machst du die Probesitzung und sagst danach "Nein, Danke." 

Ich hab nur positive Erfahrungen gemacht, sogar mit den THerapeuten die ich nach den Probesitzungen abgelehnt habe. Du solltest nicht zu viel darüber nachdenken "wie es sein wird" oder welche Beziehung du da auf baust. 

Das lässt sich alles formen, dazu hat man ja jemanden der das professionell macht. 

Aber ich sag dir was, Depressionen und mental Macken werden normalerweise nicht besser. Ich wünschte ich hätte früher angefangen mit Therapie. 

Wenn du wirklich etwas "hast" das Therapie bedarf, werden sie sich darum kümmern, und wenn nicht, dann nicht. 

es gibt solche und solche Therapeuten, da ist jeder anders. Und selbst von Patient zu Patient gibt es große Unterschiede. Beim einen macht es Sinn so lange zu schweigen bis eine Antwort kommt, beim anderen macht es keinen Sinn. Du hast ja bei einem Therapeuten zunächst einmal die probatorischen Sitzungen. In dieser Zeit kannst du ganz einfach entscheiden das diese Person für dich die Falsche ist. Also finde es raus und such dir einen Therapeuten.

Allerdings solltest du vorher überlegen welche Therapierichtung es sein sollte und ob dir z.B. wichtig ist ob es ein Mann oder eine Frau ist. Es kann auch sein das es dir wichtig ist das die Person jünger oder älter ist.

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