Sind psychische Folgen von Drogenkonsum irreversibel?

7 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich denke, es kommt auf die Persönlichkeitsstruktur an. Leider merkt man oft erst zu spät, welche Struktur man hat.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Drogenkonsum - um so mehr, je jünger man war, als man konsumiert hat - kann sowohl irreversible als auch reversible psychische Folgen haben, gerne auch beides.

Woher ich das weiß:Beruf – psych. Psychotherapeutin

Anders als viele denken sind psychische Folgen(auch speziell psychotische Symptome) bei der Droge Alkohol aber deutlich wahrscheinlicher als bei Gras, auch wenn die Medien da immer versuchen ein umgekehrtes Bild zu vermitteln.

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@NeuerNutzer99

Da kann ich nur bedingt zustimmen.

Cannabis kann nämlich - insbesondere bei jungen Konsumenten - einer latent vorhandenen aber noch nicht auffälligen psychotischen Erkrankung/Vorbelastung als Auslöser dienen. Und so kommt es zu Psychosen, die es ohne diesen Konsum womöglich nie gegeben hätte. Bei nicht-vorbelasteten Konsumenten ist - wie Du sagst - der Prozentsatz der Alkohol-Missbrauchenden höher. ABER: Wenn wir von moderatem Konsum sprechen und beide Substanzen vergleichen, dann trink ich lieber jeden Abend zwei Bier, als dass ich zwei Joints rauche.

Darüber hinaus: Dein Kommentar ist hinsichtlich der Fragestellung völlig irrelevant.

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@kaffeemahler
Cannabis kann nämlich - insbesondere bei jungen Konsumenten - einer latent vorhandenen aber noch nicht auffälligen psychotischen Erkrankung/Vorbelastung als Auslöser dienen. Und so kommt es zu Psychosen, die es ohne diesen Konsum womöglich nie gegeben hätte. 

Das ist bei Alkohol nicht anders. Heißt da dann Psychotische Störung durch Alkohol(ICD F10.5) statt Psychotische Störung durch Cannabinoide(ICD F12.5).

Ein täglicher Konsument von Gras hat ein um ein vielfaches niedrigeres Risiko psychotischer Symptome als ein Alkoholiker.

"Chronic alcohol misuse can cause psychotic type symptoms to develop, more so than with other drugs of abuse. Alcohol abuse has been shown to cause an 800% increased risk of psychotic disorders in men and a 300% increased risk of psychotic disorders in women which are not related to pre-existing psychiatric disorders. This is significantly higher than the increased risk of psychotic disorders seen from cannabis use making alcohol abuse a very significant cause of psychotic disorders.

https://en.m.wikipedia.org/wiki/Long-term_effects_of_alcohol_consumption#

https://insights.ovid.com/crossref?an=00005053-199008000-00001

Ich verstehe halt nie wieso bei Alkohol kaum über sowas aufgeklärt wird, bei Gras aber wegen eines verdoppelten Risikos bei starkem Konsum schon regelrecht Panikmache betrieben wird.

Alkohol ist in Deutschland sogar der häufigste Grund für eine Aufnahme in die Psychiatrie überhaupt, bringt also sogar mehr Menschen in die Psychiatrie als Angststörungen und Depressionen.

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@kaffeemahler

Wenn ein Alkoholiker ein höheres Risiko psychotischer Symptome als ein starker Kiffer hat, wieso sollte es bei moderatem Konsum dann umgekehrt sein?

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Nicht immer natürlich aber kann durchaus sein das die Psychose so heftig war das sie immer behandelt werden muss

Kann tatsächlich passieren. Wie es sich auswirkt, wie lange und welche Behandlung von Nöten ist, kann man nicht pauschal sagen.

Auch wenn es jetzt viele behaupten werden, oder irrsinnige Vergleiche mit Alkohol machen. Man darf illegale Drogen nicht unterschätzen oder verharmlosen

Denkst du man kann sich von einer Psychose wieder 100% erholen oder wird man sein Leben lang die Folgen spüren?

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@snens826

Im bekannten Kreislauf habe ich einige ambulante Betreuer, die sich um solche Fälle kümmern.

Wenn du es einmal hast, dann hast Du es eigentlich für immer. Einige kommen ohne Medikament klar, einige brauchen Medikamente und einige sind ganz verloren.

Selbst wenn du ohne Medikament klar kommst, so wird es Phasen geben die ganz eindeutig spürst.

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Auch wenn es jetzt viele behaupten werden, oder irrsinnige Vergleiche mit Alkohol machen. 

Wieso gehst du davon aus dass die legalen Drogen in der Frage nicht inbegriffen sind? Es steht einfach nur "Drogen" in der Frage, es gibt also keinen Grund Alkohol nicht dazuzuählen.

Abgesehen davon wäre ein solcher Vergleich alles andere als irrsinnig da Alkohol laut Statistiken der häufigste Grund für eine Aufnahme in die Psychiatrie in Deutschland überhaupt ist. Ja, Alkohol bringt auch mehr Menschen in die Psychiatrie als Angststörungen und Depressionen.

"Verhaltensstörungen durch Alkoholmissbrauch sind die häufigste Ursache für eine Einweisung in die Psychiatrie. Rund 75 000 der 286 000 stationären Aufenthalte in NRW hatten 2013 ihre Ursache im Alkoholkonsum. "

https://www.derwesten.de/politik/alkoholmissbrauch-endet-haeufig-in-der-psychiatrie-id10858138.html?service=amp

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@SirAndiusNr2

Du hast den Vergleich zwischen illegalen Drogen und Alkohol als "irrsinnig" bezeichnet, sogar obwohl Alkohol laut der Wissenschaft ganz klar schädlicher als z.b Gras ist. Da musst du halt mit Antworten rechnen.

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Und genauso darf man legale Drogen (wie auch Alkohol) nicht unterschätzen und verharmlosen.

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Ich erkläre es kurz

Die Drogen ansich erstellen zwar nicht diese Krankheit. Aber sie fördern das sehr gut. Und wenn man Drogen öfter nimmt, ist die wahrscheinlichkeit hoch daran zu erkanken.

Jedoch kann schon einmal der gebrauch von Drogen, eine Psychose auslösen.

Und ja man läuft da eine zeit mit rum . Entweder kann man es ''heilen'' oder halt nicht

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