Sind Produkte von Luxusherstellern (gucci etc.) nur aufgrund des Labels so teuer?

7 Antworten

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Ein Kunde der zu einer Premiummarke wie GUCCI greift will auch einen entsprechenden Gegenwert erhalten. 

Und da geht es oft auch um immaterielle Werte. 

Die meisten Luxusmarken können auf eine handwerkliche Tradition verweisen. Wer einen vierstelligen Betrag für einen Pullover ausgibt, der will natürlich auch ein Kleidungsstück besitzen was sich durch Material- und Verarbeitung von industrieller Massenware unterscheidet.

Dieser Anspruch wird erfüllt und auch ein entsprechendes Image von Seiten der Marken gepflegt. Ich kenne kein Premiumlabel das über eine entsprechende Tradition verfügt und diesen Aspekt nicht aufgreift und beim Storytelling der Marke pflegt.

Damit sind wir dann auch bei immateriellen Werten. Imagepflege im Luxussegment ist kostspielig. 

Da gibt es zum einen die Zielgruppe, die die Marke zur Schau tragen und zeigen will was man sich leisten kann. Die bekommt dies dann durch selektive Preise, exklusive Kauferlebnisse (Flagshipstores) und dem Markenimage geboten.

Und dann die Käuferschicht, die einfach durch den Kauf einer Luxusmarke zu einer bestimmten Community dazugehören will (u.a. auch die hauptsächliche Motivation von Käufern von Markenfälschungen).

Zur Inszenierung ihrer Marke und für den Imagetransfer betätigen sich Luxushersteller daher oft auch als Sponsoren in Sport und Kunst. 

Es gehört also schon mehr dazu als einfach ein Produkt aus Massenproduktion mit dem Etikett einer Luxusmarke zu versehen. 

Wenn Du auf die Emotionalität einer Luxusmarke keinen Wert legst, dann finden sich genügend Manufakturen, die auch hochwertige Textilien herstellen und die ihre Produkte wesentlich günstiger am Markt positionieren.

Diese Anwort gefällt mir am besten.

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Hallo!

Darüber kann man sich streiten, ich aber bin der Meinung dass beides zutrifft. Sicher ist die Qualität echter Luxusmarken eine andere als die von günstigen Kleidungsstücken, die man beim Discounter kaufen kann oder bei Vögele etwa, aber der reine Mehrpreis rührt in der Regel nicht aufgrund der besseren Materialien, sondern kommt vom Markennamen und dem Image.

Die Qualität ist gut, aber nicht so gut, dass die gesalzenen Preise zu 100 Prozent gerechtfertigt werden.

Woher ich das weiß:Hobby – Weil man sich interessiert!

Der letzte Satz trifft es ganz gut

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Der Preis liegt an der Marke. Leider sind die Materialien und die Verarbeitung nicht sooo toll, wie die jeweilige Marke implizieren will.

Die Preise sind nicht wirklich gerechtfertigt, da es z.B. Taschen von anderen, nicht ganz so teuren Marken, in weitaus besserer Qualität und Verarbeitung gibt.

Ich denke das man oft nur den Namen bezahlt, gerade bei Mode, nur weil irgend eine namenhafte Knalltüte etwas entworfen hat. Andererseits haben meine Addias Turnschuh länger gehalten als die billigen von Deichmann. Das ist eine schwierige Frage.

LG

Hallo!

Das ist eine sehr schwierige Frage!

Es ist abhängig von Marke, sowie Produkt der Marke. Nehmen wir eine Gucci Handtasche. Sie ist absolut hochwertig verarbeitet und besteht aus 100% Echtleder, ist jedoch den Preis, wenn man vom Material ausgeht, nicht wert. Nimmt man Gucci Halsketten oder Ringe, liegen sie nur knapp über dem tatsächlichen Goldwert, also hat man Qualität sowie Materialwert.

Was die meisten Leute nicht berücksichtigen, ist der gesamte Hintergrund der Modewelt. Man kann nicht einfach behaupten, dass die teuren, luxuriösen Labels die Preise nur aufgrund von Profit so hoch ansetzen. Bei solchen Designern sind die Kollektionen harte Arbeit, es ist Kunst bzw. die hohe Schneiderkunst, welche leider die meisten Leute verkennen. Ähnlich wie bei teuren Gemälden, wo schnell dahingesagt wird: "Das könnte ich ja auch." oder "Das ist nichts besonderes/Überteuerter Schwachsinn."

Es steckt ein Gedanke, ein Statement, eine Bedeutung hinter den Kleidungsstücken. Der Designer möchte durch seine Kunst etwas sagen & du trägst die Botschaften nach außen und machst sie auch teilweise zu deiner eigenen, da du dich mit eben dieser identifizieren kannst bzw. sollst. Du trägst dein Outfit nicht nur, du bist dein Outfit, da es dich repräsentieren soll.

Als Beispiel für die Statements von Modelabels, kann ich die relativ frische Luxus-Firma VETEMENTS (Franz. für "Kleidung") anführen, welche ihren Firmenschriftzug an die Schriftzüge französischer Altkleidercontainer angelehnt hat. Sie starteten eine Kampagne bei welcher sie massenhaft Kleidungshaufen in Schaufenster legten. Der Designer Demnach Gvasalia setzte das Statement, dass man nicht mit der Fast-Fashion (wie z.B. bei H&M, Primark etc.) gehen sollte, sondern sich teurere, aber dafür seltener Mode kaufen sollte, um vor allem die Umwelt weniger zu belasten

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