Sind Pitbulls wirklich so aggressiv?

11 Antworten

Problematisch bei Pitbull & Co ist, dass sie eine sehr kurze Zündschnur haben und Konflikte nicht durch Deeskalation lösen, sondern indem sie nach vorne gehen.

Heißt, dass sie ihr Gegenüber 1x kurz und sehr dezent vorwarnen, dem Halter einen sehr kurzen Moment geben, um die Führung zu übernehmen und Konflikte bei ausbleibender Reaktion dann dadürch lösen, dass sie ihrem Gegenüber ein paar auf das Dach hauen. Hinzu kommt, dass erwachsene Hunde (wie viele Terrierrassen) nicht gerade artgenossenverträglich sind. Wenn man sich anschaut, wofür diese Hunde gezüchtet werden, macht das auch Sinn.

Ein Hundehalter, der Erfahrung, einen guten Blick und ein gutes Timing hat, holt einen solchen Hund immer wieder sehr schnell aus solchen Konflikten raus. Blöd ist eben, dass einem Großteil der Menschen, die solche Hunde hatten/ haben, genau diese Fähigkeiten fehlen und für sie Angriffe deshalb aus vermeintlich heiterem Himmel kommen.

Ein weiteres Problem ist, dass diese Hunde nicht über Gehorsam funktionieren, sondern sich nur über Bindung führen lassen. Auch da hören sie aufgrund ihres Zuchtziels nicht auf den Menschen, weil sie auf Kooperation ausgelegt sind, sondern nur deshalb, weil sie eine starke Bindung und Vertrauen zu ihrem Menschen haben. Beides muss aber aufgebaut werden und auch das ist, sofern man keine Erfahrung hat, eher schwierig und kann ordentlich in die Hose gehen (gerade wenn man über Druck/ Strafe oder Futterbelohnung arbeitet).

Hinzu kommt, dass viele Menschen die Vorwarnstufen abtrainieren, anstatt sie zu verstärken. Also das Knurren/ Drohen des Hundes mit Strafe belegen, anstatt es zu belohnen, indem sie den Hund aus der Situation nehmen. Dadurch wird die Reaktionszeit dann noch kürzer.

Komplexes Thema, aber insgesamt ist das Problem wie fast immer nicht der Hund, sondern der Umgang des Menschen mit dessen Eigenheiten.

In Amerika und England hieß der Pitbull bis vor einiger Zeit "Nanny Dog", weil er dort den Ruf hat sehr kinderlieb zu sein und gut mit Kindern umgehen zu können!

Das zeigt wie sehr die gesellschaftliche Sicht auf eine Hunderasse unser Bild von ihm prägen kann!

Im Grundwesen ist jeder Hund lieb, aber der Besitzer lenkt sein Verhalten maßgeblich. Ist ein Hund aggressiv, kann deshalb zu fast 100% der Besitzer verantwortlich gemacht werden, da er dann nicht in der Lage war den Bedürfnissen seines Hund gerecht zu werden und ihm angemessenes Verhalten sowie den richtigen Umgang mit anderen Tieren und Menschen beizubringen!

VG :)

Das "Problem" ist natuerlich nicht der Hund ansich sondern, wie schon geschrieben, wie Hunde gehalten werden.

Bei Pitbulls und vergleichbaren Rassen kommt hinzu, dass diese Hunde extrem stark sind.

Und wenn dann so ein Hund in den falschen Haenden ist, ist er umso gefaehrlicher als ein scharfer Dackel.

Gibt leider immer wieder Menschen, die den Hund fuer ihre Zwecke missbrauchen - und dann hat man quasi eine Waffe auf 4 Pfoten.

Habe im Freundeskreis einige Pitbull-Halter die ganz normal in Familien aufgewachsen sind und das Gegenteil von gefaehrlich oder furchteinfloessend sind.

Über den Pitbull Terrier

Er ist ein Energiebündel, das viel Auslauf braucht und immer wieder neue Herausforderungen sucht. Ein Pitbull Terrier ist ein sanftmütiger Familienhund, kann aber auch als talentierter Wachhund oder im Rettungsbereich eingesetzt werden.

Leider werden sie oft falsch erzogen... Pitbulls machen ALLES für das Herrchen und wollen ihm unter allen Umständen gefallen, egal wie, das nützen leider viele falsche Hundehalter aus.

Diese Hunde sind schon von den Trieben her und Bedürfnissen anders eingestellt als zum Beispiel ein Labrador. Dennoch ist der Besitzer ein wichtiger Teil, der dazu beiträgt den Hund zu erziehen. Es gibt aber leider auch sehr viele Hundehalter von Listenhunden (früher sagte man auch Kapfhunde) die diese Hunde als Waffe benutzen.

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