sind Pessimisten schlauer als Optimisten?

...komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Hier meine "selbstgestrickte" Antwort:

Denk Dir als Beispielsituation, eine Person geht am Wasser entlang und verliert dabei einen Schuh, der ins Wasser fällt und weggetrieben wird. Wie reagiert darauf ein

  • Optimist?

Er denkt: "Hm, der Schuh ist weg. Der schwimmt jetzt immer weiter, bis er durch Hinterguglhupf kommt. Da steht das Haus von Tante Maria und Onkel Josef. Der ist oft im Garten, sieht den Schuh, zieht ihn raus, erkennt ihn als den Schuh seines Neffen und, da er bemerkt, wie schäbig er aussieht, fasst den Entschluss, mir ein Paar neue Schuh zu kaufen. Gar nicht so - schlecht!" Dabei bedenkt der Optimist zwar nicht, dass Onkel Josef schon lang im Rollstuhl vor sich hin dämmert und Tante Maria auch zu kränklich ist, um noch groß im Garten zu arbeiten, aber es fällt ihm irgendwann wieder ein und er besucht die beiden alten Leutchen, kümmert sich rührend um sie (wenn sie gekonnt hätten, hätten sie ihm ja wirklich neue Schuhe gekauft, bestimmt!!! Liebe Leute!!). Fazit: er fühlt sich gut und alle Beteiligten haben was davon.

  • Pessimist?

Bitterkeit wallt hoch in ihm, er denkt: "Ich armer Kerl, der Schuh ist unwiderruflich weg, der treibt jetzt bis zur nächsten Schleuse, bleibt da drin hängen, verhakt sich, die Schleuse geht kaputt, Onkel Josef, der dort arbeitet, erkennt den Schuh als den meinen. Sie verklagen mich auf Schadensersatz und, weil ich nicht zahlen kann, ende ich im Knast." Es kommt so, wie er sich das ausgedacht hat: er landet im Gefängnis. Als er abgeführt wird, bekommt er einen Nervenzusammenbruch. Nie hätte er sich gedacht, dass es auch nur annähernd so schlimm enden könnte. Das ganze Szenario hat er sich ja nur ausgedacht, um hinterher froh darüber sein zu können, dass er "nur" einen Schuh eingebüßt hat! Er kann es nicht verwinden, dass ihn das Schicksal NICHT Lügen gestraft hat und wird chronisch depressiv.

(Habe auch noch eine Variante für einen "Realisten" auf Lager).

Ich glaube, es wird ersichtlich, wen ich für schlauer halte. (Mich selbst würde ich als unheilbare Pessimistin bezeichnen).

Die meisten mir bekannten Menschen sind Mischtypen. Je nach Situation und Gefühlszustand sind sie das eine oder andere. Ihre Schläue ändern sie dadurch nicht unbedingt.

Und weder die einen noch die anderen können sicher sein mit ihrer Einstellung nicht auf die Nase zu fallen. Das wissen beide Typen erst danach.

Der Pessimist sagt: "Alle Frauen sind schlecht!"

Der Optimist darauf: "Hoffentlich!"

Was möchtest Du wissen?