Sind Patienten Kunden? Wie seht Ihr das?

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10 Antworten

Na das kommt immer auf den Patienten an. Diejenigen die der Arzt nicht tagtäglich wegen vorgeschobener Zipperlein sieht wird er als Kunden sehen - den Rest als nervige Patienten :-)

Bis auf die letzten etwa 2 Jahre habe ich mich nicht als Kunde beim Arzt gefühlt, sondern einfach nur als Patient, der Hilfe benötigt. Aber durch die ständigen Diskussionen in der Regierung, in den Medien (und und und) betreffend Geld hat sich meine Einstellung schon dahingehend geändert, mich tatsächlich als Kunde zu fühlen. Das heißt, ich erwarte heute mehr als früher von einem Arzt, aber ich bekomme weniger. Fast alle Ärzte könnten heute "Doktor Geschwind" heißen.

Das ist leider die Folge unserer Gesundheitspolitik, für alle unbefriedigend, und für Patienten gefährlich!

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@neurodoc

Genau: gefährlich. Eigene Erfahrung vor 2 Monaten. Wenn ich im April nicht nach einem Sturz mit Rippenbrüchen zum Urlaubsvertreter meines nunmehr ehemaligen Hausarztes gemusst hätte und dieser nicht über den entzündeten Zustand meiner Unterschenkel entsetzt gewesen wäre (durch Zufall gesehen), würde ich jetzt mit offenen Beinen rumlaufen. Mein vorheriger Hausarzt hatte nur die Schultern gezuckt und gemeint, da könne man nichts machen. Konnte man wohl, ich bin in den besten Händen jetzt!

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@critter

Das ist ein guter Arzt, der ungefragt so etwas bemerkt und in die Hand nimmt, mit ihm hattest Du Glück, würde bei ihm bleiben!

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Natürlich sind Patienten (und Mandanten) Kunden. Warum sollten Menschen, an denen ein "Dienst geleistet wird" und die für diese Leistungen bezahlen, sich nicht als Kunden und Auftraggeber fühlen?

Patienten sollten Kunden sein.

Solange aber Ärzte generell noch in unseren Köpfen als "Halbgötter in Weiß" gehandelt werden, haben sie es genauso leicht, uns Nicht-Halbgötter auch weiter leiden zu lassen (die lateinische Bedeutung von Patient ist "Leidende/r").

Der einzelne Arzt oder die einzelne Ärztin kann sich sogar Mühe geben, menschlicher zu sein und mit seiner/ihrer Kundschaft vernünftig umzugehen -- Status und Habitus bleiben. Dazu eine immer noch viel zu hohe und nicht erfolgsorientierte Vergütung!

Meine Vorschläge zur Abschaffung der Probleme:

  • Doktortitel nicht mehr als Namensbestandteil führen, sondern wie andere Titel nur als Zusatz.
  • Professorentitel dito.
  • Erfolgsorientierte Vergütungssysteme einführen.
  • Erfolgreiche Vorbeugung besser vergüten als Symptom-Behandlung.
  • Kassenärztliche Vereinigung auflösen.
  • Unterscheidung zwischen Privat- und Kassen-Patienten aufheben.

Dann dauert's noch etwa eine Berufsgeneration (ca. 25 Jahre) und Patienten werden wie Kunden behandelt.


PS: Wieso verdienen seit 2 Monaten schon 7 Ärzte nicht schlecht daran, dass sie seit 2 Monaten nicht herausbekommen, warum ich seit 2 Monaten Schmerzen im linken Unterschenkel habe?!?

xD weil sie Sitzungslohn nehmen können:-) wenn du Schmerzen im großen Zeh hast und sie glauben, sie kriegen die Ursache raus, wenn sie dein Ohrläppchen röntgen, dann kriegen sie eben das Geld fürs Röntgen (warum kriegen sie mehr Geld, wenn man die Sitzung slebst bezahlt??)

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Für mich sind Patienten ganz klar Kunden. Egal ob Privat- oder Kassenpatient. Denn der Arzt verdient an jedem Patienten.

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Und wenn man wirklich nicht mit einem Arzt zufrieden ist, dann sollte man nach Möglichkeit wechseln. Das habe ich auch schon des öfteren gemacht. Gerade bei Fachärzte die dann oft nur noch die Igel-Leistungen wollten, bevor man ins Sprechzimmer kam. Jetzt habe ich dadurch einen hervorragenden Augenarzt gefunden, wo die Kassenpatienten mit Termin höchstens 5 Minuten warten müssen.

An erster Stelle bin ich als Patient ein Mensch der Hilfe braucht.

Dem Arzt meiner Wahl Vertrauen entgegenbringe, indem ich ihn aufsuche und mich von ihm behandeln und beraten lasse, weil ich mir Heilung, bzw. Linderung meiner Krankheit erwarte.

Und zu guter Letzt bin ich natürlich auch Kunde, der für die Leistung des Arztes bezahlt.

Wenn diese Leistung gut ist, wird er von vielen Patienten-Kunden gut leben können ;-)

JA!!!! Durch UNS kriegen sie ihr Geld und entsprechend sollten sie den patienten behandeln.... das geht mir so auf die Nerven, diese Arroganz mancher Ärzte... wären sie Angestellte in irgendner anderen Firma, wären sie sowas von zigmal schn rausgeflogen!!!!! GOTT!!! *aufreg * :D:D:D

wenn ich überhaupt mal zum doc gehe, dann möchte ich schon ein geachteter kunde sein, denn immerhin krieg ich dann eine saftige rechnung :o))

z.bsp. die eine schraube am porsche von meinem zahnarzt, die hab ich bezahlt :o))

Klasse !!!!!!!! DH !!!!!!!!!

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Ja. Aber wie im richtigen Leben gibts beim Onkel Doktor "gute" und "schlechte" Kunden. ;)

und gute und schlechte "Verkäufer" = Docs.

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Es sollte so sein, aber man fühlt sich manchmal eher als Störenfried.

@ neurodoc: Wie gehst du eigentlich mit deinen Patienten um? ;-)

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@asti76

ich verdiene an keinen Patienten, ich verkaufe nichts sondern helfe kranken Menschen bei Tag und Nacht und Tag(in einer Schicht!). Bislang habe ich in 13 Jahren Notaufnahme eine Beschwerde gehabt.

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@neurodoc

Vielleicht sollte ich fairerweise eingestehen, dass niedergelassene Ärzte, und Ärzte im Notfallbereich oder in Kliniken, in keiner Weiße zu vergleichen sind. Weil letztere meinen Respekt wirklich verdienen !!!

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@neurodoc

Hut ab! Das ist wirklich übermenschliche Arbeit und bei der Verantwortung eigentlich nicht zu veantworten, dass die Mediziner so lange am Stück arbeiten (und immer gute Arbeit leisten) müssen! Ich würde sicher tod umfallen.

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@Passenger

Habe mich bewußt für eine Anstellung als Oberarzt im Krankenhaus entschieden, um unabhängig vom finanziellen Aspekt der Medizin zu sein, der auch Ärzten die Sichtweise trüben kann.

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@asti76

Spätestens nach drei solcher Dienste in der Woche, weiß man nicht mehr ob es morgens oder abends ist; gottlob hat sich das seit den Streiks geändert.

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@neurodoc

Du hast meinen vollen Respekt! Ich weiß von dieser Belastung durch meinen Wohnungsnachbarn, der über 10 Jahre Oberarzt in einer Unfallklinik war. Aus familiären Gründen hat er diese Tätigkeit aufgegeben und hat im hiesigen Kreiskrankenhaus eine eigene Praxis mt Belegbetten aufgemacht. Für ihn wurde extra ein Hubschrauberlandeplatz auf dem Krankenhaus gebaut, so dass ganz schwere Fälle (Wirbelsäule und Kopf) nicht mehr nach München transportiert werden müssen. Seitdem geht es ihm körperlich richtig gut.

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