Sind Ohrenhöhler eine aussterbende Spezies?

9 Antworten

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Hej Norina,

in unserer Gegend im südöstlichen Schleswig-Holstein zeigen die Bestandsdichten der Ohrwürmer keine wesentlichen Veränderungen. Sie treten aus meiner Sicht in geeigneten Kleinhabitaten wie immer relativ häufig, aber nicht massenhaft auf.

In der Roten Liste und Gesamtartenliste der Ohrwürmer (2011; folgender Link) ist je eine Art dieser Gattung (Dermaptera; insgesamt acht heimische Arten) als ausgestorben, stark gefährdet oder sehr selten eingestuft. Eine weitere Spezies steht auf der Vorwarnliste. Der Gemeine Ohrwurm (Forficula auricolaria) z. B. gilt als ungefährdet.

http://www.fmart.de/0dom/publication/wp-content/uploads/2012/10/RL-D-2011_Ohrwuermer.pdf

Für meiner zweiten Heimat - Nordwesten der Insel Fyn in DK - gilt das bereits oben erwähnte.

Liebe Grüße

Achim

Die o. a. Rote Liste ist die für Deutschland (Tab. 2 im Artikel unter dem o. a. Link). Die Gefährdungsgrade in den Bundesländer finden sich in Tab. 3.

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@DerandereAchim

Hallo Achim,

danke für den aufschlussreichen und hilfreichen Beitrag, anscheinend ist es doch eine lokale Erscheinung!

Dann will ich einmal hoffen, dass dieses Phänomen zeitlich begrenzt ist und sich die Population wieder erholt!

Liebe Grüße nach Schleswig-Holstein

Norina

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@Norina1603

Hej Norina,

wie immer gern geschehen und zudem war das ja auch eine sehr interessante Frage mit dementsprechend spannenden Antworten.

Das von Dir beobachtete Phänomen tritt offensichtlich nicht nur in Deiner Gegend (Südbayern), sondern auch im Donautal bei Regensburg, in der Schwäbische Alb und im Rems-Murr-Kreis auf, hingegen nicht weiter südlich im Kanton Jura (Schweiz) und auch nicht nördlich von diesen Region im Bayrischer Wald und Taunus, in Hessen, Berlin und Schleswig-Holstein.

Nun sind das für über den gesamten Großraum betrachtet äußerst wenige Einzelmeldungen, so dass sich daraus noch längst nichts fundiert ableiten ließe. Aber dennoch stellt sich mir die Frage, ob es nicht den einen oder anderen Einfluss auf die Ohrwürmerbestände in Eurerm Großraum gab bzw. gibt, der bei uns nicht oder nicht so gravierend auftrat.

Liebe Grüße

Achim

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@DerandereAchim

Hallo Achim,

es ist durchaus möglich, dass das ausbleiben mit den letzten beiden heißen Sommer zusammen hängt und vielleicht auch noch durch mein Gießverhalten begünstigt wurde, denn es wurden hauptsächlich nur die vielen Töpfe und Bonsai gegossen, wobei die Stellen, wo die morschen Stämme liegen vernachlässigt wurden!

Ich werde den Bereich um den kleinen Teich, wo Mädesüß, Schwertlilien und eine Sumpfzypresse wachsen, also sowieso feuchter sind, etwas umstrukturieren und zwei bis drei der morschen Holzstücke dazu lagern, dann bekommen diese auch etwas mehr Feuchtigkeit ab!

Mal sehen, wie es sich in den nächsten Jahren entwickelt!?

Du weißt ja, die Hoffnung stirbt zuletzt ;-)

Wogegen ich von diesen Zeitgenossen

http://images.google.de/imgres?imgurl=http://max-attachments.prod.hlpstr.de/attachments/articles/icons/000/148/223/featured/tausendfuesser.jpg&imgrefurl=http://www.helpster.de/tausendfuessler-wissenswertes-zu-diesem-wesen_148223&h=166&w=250&tbnid=Xo8a6a_Wg7VpBM:&tbnh=90&tbnw=136&docid=E0_3W7p0yY2W7M&client=firefox-b&usg=__hI8WEAQvEcaMu7CLVcj85MC7jL4=&sa=X&ved=0ahUKEwiJ94uX79LOAhWYOsAKHZppAgsQ9QEINjAB

genügend habe, doch die sind im Kampf gegen die Blattläuse leider nicht zu "gebrauchen", haben aber dafür andere Stärken!

Liebe Grüße

Norina

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Bei uns (Schweiz, Kanton Jura) hatte ich massenweise Ohrwürmer in schlecht gelagertem und feuchtem Holz, das teilweise anfing zu modern. Wenn sie andernorts nicht auftreten, so ist das wahrscheinlich Trockenheit und damit auch der Ordentlichkeit zuzuschreiben. Das massensweise Auftreten ging ganz erheblich zurück, als das modernde und faulige Holz entsorgt und teilweise saniert wurde.

Könnte also sehr wohl sein, dass das Auftreten sehr stark von lokalen Gegebenheiten abhängig ist

Danke, anscheinend ist es doch eine lokale Erscheinung!

An der "Ordentlichkeit" dürfte es nicht liegen, denn wir haben hier einen sehr naturnahen Garten, mit Igelhaufen, morschen Stämmen, kleinen Teich, Fröschen usw.!

Ich vermute auch, dass es an der Trockenheit liegt, denn ich beobachte das auch erst seit 2-3 Jahren!

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Bei uns im Donautal bei Regensburg sind sie so gut wie Ausgestorben, früher waren sie Scharrenweise überall.
Hätte sie gerne im Garten, damit die Tausend Millionen Blattläuse endlich mal weniger werden.
Würde mich echt Interessieren wo sie geblieben sind, kann mir nicht Vorstellen, dass die Landwirte daran Schuld sind,(Spritzmittel usw.).

Danke auch Dir für die schnelle Antwort, ja es ist wie verhext, doch Landwirte und Gift kann ich bei mir ausschließen, die einen sind nicht da und Gift wird in meinem naturnahem Garten nicht verwendet!

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