Sind Objektiv-UV-Filter wirklich überflüssig?

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4 Antworten

Hallo

UV Filter hat man in der Frühzeit der Fotografie mit den damals üblichen unvergüteten Optiken gebraucht. Hat denn Kontrast erhöht und Geisterreflexionen in der Optik verringert (Das tun auch Sonnenblenden). Dann kamen die ersten Vergütungen die waren aber im Prinzip ein hauchdünner Lackfilm und entsprechend empfindlich. In der Zeit war Schwarz/Weiss Fotografie noch üblich und daher hat man immer ein Gelbfilter drauf aber mit dem Farbfilm war nur ein UV Filter "sinnvoll". Der UV Filter wurde auch als "Fernsichtfilter" verkauft speziel bei Höhenlagen (Gebirge) hat der hohe UV Anteil im Licht den Gesamtkontrast und auch die Durchmesser des auf dem Film agbildeten Unschärfekreis verbessert, anderst erklärt der UV Filter machte die Optik noch schärfer aber nicht um den Faktor wie di Gelb oder Orangefilter bei SW Fotografie.

Mitte der 70er sind dann robustere Vergütungen auf den Markt gekommen ab dann war der UV Filter dann sinnlos. Dennoch haben viele Fotografen die bei schlechtem Wetter unterwegs sind oder durch das Unterholz Pirschen immer noch einen UV Filter als "Schutzglas" drauf. Und zu Zeiten als Optiken noch "massiv" gefertigt wurden also aus Alu und Messing und auch die Kameras aus Metall gefertigt wurden war bei einem Sturz der Filter oft die Knatuschzone und hat zumindest das Filtergewinde gerettet. Als Fotoverkäufer in einer Grosstadt hatte man regelmässig Kunden mit einem Sturzschaden an der Theke und oft war der Filter zerbrösselt aber die Optik noch brauhbar. In einer Ära wo Kameras noch als Statussymbol frei pendelnd vor dem Bauch getragen wurden (bzw die Kameratsche) gab es öfters Schäden weil die Kamera gegen den Türrahmen knallte oder der Besitzer stoplperte und die Kamera dann meist auf den Boden knallte. (Das kommt heute auch noch vor weil immer noch viele die Kamera vor dem Bauch tragen)

Bei heutigen Optiken und Kameras ist der Filter härter als die Optik dahinter und die Optik knautscht in der Mitte daher ist der Filter nur als Filtergewindeschutz anzusehen.

Filter sind optische Element und verschlechtern die Gesamtleistung der Optik speziel bei "billigen" Filtern und je kleiner das Aufnahmemedium um so wichtiger ist die optische Güte. Bei einer Mittelformatkamera wirkt sich ein billigfilter win der Bildqualität weniger aus als bei einer APS-C Kamera.

Bei aktullen Kit Optiken ist ein UV Filter sinnlos weil der nötige Hochlklassige Filter am Ende mehr kostet als die Billigoptiken in der Herstellung. Billigfilter sind übrigens oft einfaches planes Floatglas. "Richtige" Filter sind an den Oberflächen leicht gewölbt (Aber mit einem grossen Radius)

Ob man heute noch UV Filter als "Schutzmassnahme" empfehlen kann/soll ist schwer zu beantworten aus der Sicht eines Verkäufers steht wohl primär der Zusatz-Umsatz im Vordergrund anderseits ist das schon Jahrelange Tradition die sich aus der Erfahrung vieler Schadensfälle der letzten 70 Jahre entwickelt hat. Bei den billigen Kit Optiken ist eine "Schutzfilter" sinnlos weil die Optiken eh kaputt gehen zum grössten teil tun die dass auch ohne jeden Sturzschaden durch versagen der verbauten Elektrik. Bei Usern welche die Optiken hart rannehmen kann unter umständen Wasser oder "Dreck" auf der Frontlinse landen, die lässt sich zwar putzen aber man hat dann immer Dreck im Randbereich der Fassung und das ist eine Brutzone für Schimmelpilze die sich dann in der Optik langsam verbreiten. Bei modernen kit Optiken die nur 5-10 Jahre "halten" ist das egal aber wer teuere optiken hat will die möglichst lange benutzen und viele Fotografen benutzen immer noch Optiken die schon Jahrzehnte auf dem Buckel haben und immer noch gut sind und gut bleiben solange der Schimmel nicht zuschlägt oder ein mechanischer Defekt.

Kurz gesagt es gibt da keine definitive Aussage ausser das UV Filter inzwischen "unnötig" sind und in der Billigversion eher die optische Gesamtleistung verschlechtern aber wer meint er muss sich eine drauf schrauben soll das tun und bei Altglas sind UV Filter auch legetim bzw "nötig".

Der UV Filter ist auch ein Punkt wo man erkennt ob ein Fachverkäufer wirklich Durchblick (Fachwissen) hat und wo der Fachverkäufer erkennt ob der Kunde wirklich Durchblick hat.

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Gute Objektive brauchen tatsächlich keinen UV-Filter mehr. Als Schutz gegen mechanische Beschädigungen ist ein UV-Filter aber zu empfehlen.

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Kurze Antwort: Ja.

Heutige Objektive lassen sowieso kein UV-Licht mehr durch und vor dem Sensor befindet sich auch nochmal ein spezielles Filter, das das UV-Licht herausfiltert. Das mit der Schutzfunktion hat sich irgendein findiger Fotohändler ausgedacht, als langsam bekannt wurde, dass man UV-Filter nicht mehr braucht. Natürlich ist das Unsinn. Meistens geht ein Objektiv dann kaputt, wenn es runterfällt. Und da hilft ein UV-Filter kein bisschen. Die Frontlinse ist eigentlich extrem robust und kleinere Kratzer haben keinerlei Auswirkungen auf die Bildqualität. Ohnehin sollte man immer vor jedem Objektiv eine Störlichtblende (Gegenlichtblende) montiert haben. Die verbessert in vielen Situationen die Bildqualität und schützt die Frontlinse vor Beschädigungen. Gerade billige UV-Filter verschlechtern dagegen die Bildqualität.

Auch aus wirtschaftlicher Sicht ist ein UV-Filter Unsinn. Die Wahrscheinlichkeit, dass er ein Objektiv tatsächlich vor einem Totalschaden schützt, ist zu niedrig um die Kosten zu rechtfertigen. Wenn man 500€ für ein Objektiv ausgibt und dazu ein UV-Filter für 50€ kauft, dann müsste der Filter ja bei 10% der Objektive einen Totalschaden verhindern, damit er sich rechnet. Solche Fälle werden so extrem selten geschildert, dass ich davon ausgehe, dass das in weit unter 1% der Fälle tatsächlich passiert.

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Sie werden oft als Schutz für das mehr oder weniger wertvolle Objektiv benutzt. Im Hochgebirge können sie sinnvoll sein, wenn auf Film fotografiert wird. Digitale Bildsensoren sind im UV-Bereich bauartbedingt unempfindlich.

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