Sind oberflächlichliche Freundschaften eher die Normalität in unserer Gesellschaft?

... komplette Frage anzeigen

8 Antworten

  • Ja, ganz eindeutig ist das die Tendenz.
  • Einerseits, denke ich, waren der engste Freundeskreis schon immer stark begrenzt und eher klein. Daran hat sich nicht viel geändert, sondern das liegt in der Natur der Sache.
  • Andererseits beobachte auch ich eine zunehmende Tendenz zur Oberflächlichkeit und Austauschbarkeit. Das Freizeitverhalten ist vielfältiger geworden, die Kontakte sind mannigfacher, der einzelne Kontakt weniger intensiv. Mit Sportkameraden macht man eben nur Sport, mit Tanzpartner tanzt man nur, mit dem Nachbarn plaudert man nur an der Grenze. 
  • Zu einem großen Teil liegt dies meiner Meinung nach an gesellschaftlichen Strukturveränderungen, insbesondere der ach-so-geförderten beruflichen Mobilität und Flexibilität -- wenn man in Stadt A aufwächst, in B studiert, in C den ersten Job hat und nach D befördert wird, dann verliert man eben die engen Kontakte zu Schulfreunden, zu Kommilitonen, zu Nachbarn, zu Sportkameraden. Man sucht sich in jeder Stadt neue Kontakte, die alten werden eher zu "früher einmal"-Bekanntschaften. Sehr, sehr viele Akademiker  (und nicht nur die) beklagen, dass sie aufgrund der beruflichen Entwicklungen kaum noch ein stabiles Privatleben über Jahrzehnte haben.
Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Broccoli333
02.12.2015, 21:08

Wirklich spannend, was du hier schreibst, selten ist es so, dass ich mit anderen Nutzern genau der selben Meinung bin, dieser Text hätte jedoch von mir selber stammen können, DH!

1

Nein. Aber die Zeit jedes einzelnen ist begrenzt, daher kann man nicht den ganzen Tag damit verbringen zu allen Menschen tiefergehende Beziehungen aufzubauen.

Man wählt also sorgfältig und pflegt wenige Freundschaften intensiv. Zu allen anderen Menschen mit denen man zu tun hat ist man höflich und freundlich. Das reicht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Regulus123
10.11.2015, 10:19

Ja, so ist auch mein Wunschgedanke. Allerdings schaut die Realität anders aus. Niemand scheint an tiefergehenden Beziehungen interessiert zu sein.

1

Ich finde oberflächliche Freundschaften sollten nicht so gering geschätzt werden. Immerhin machen sie den Großteil des Bekanntenkreises aus und sind wichtig. Personen, die einem wirklich sehr nahe stehen findet man selten. LG

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hallo! Leider ist das so. Zumindest in dem Teil der Gesellschaft dem es gut geht. Wo Menschen - auch heute noch - um ihr Leben und / oder Überleben kämpfen müssen bleibt weder Sinn noch Zeit für oberflächliche Freundschaften. 

Ich bin seit vielen Jahren im Leistungssport unterwegs und habe unheimlich viele - angebliche - Freunde. Wer wirklich Freund ist werde ich erst später erkennen. 

Ich wünsche Dir alles Gute.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Regulus123
10.11.2015, 10:17

Danke! Sich in diesem Kreis galant zu bewegen und die Erkenntnis zu besitzen, dass es sich um oberflächliche Freundschaften handelt, zeugt von Bewusstsein.

2

Hallo,

wirkliche Freunde wirst Du ganz selten finden. Wer behauptet er hat einen so großen Freundeskreis, verwechselt da was, das meiste sind dann Bekannte, aber keine Freunde. Freunde erkennst Du eh erst, wenn Du sie wirklich brauchst, denn dann sind sie oft alle weg, die so gneannten "Freunde".

Eine wirkliche Freundschaft ist meiner Meinung nach mit jemandem, mit dem ich wirklich alles bereden kann, auf den absoluter Verlass ist, der immer hinter mir steht, sich auch für mich interessiert und nicht nur immer von sich redet. Und so jemanden zu finden, das ist ganz schwierig. Einen richtigen Freund muss man auch nicht täglich sehen, auch Freundschaften, die sich seltener sehen gibt es, aber man weiß, derjenige ist immer für einen da und ein wirklicher Freund, wenns "brennt".

Am Besten fährst Du mit "normalen" Kontakten, denn von sogenannten Freunden wirst Du sehr oft enttäuscht, weil Du bemerkst, Du hast Dich geirrt.

Es kann auch total genügen und sehr schön sein, Leute zu treffen, die man kennt, sich freut diese zu sehen, auch mal was unternimmt oder telefoniert, sich unterhalten kann, Spaß hat. Das ist oft viel mehr wert.

Die Egoisten werden leider immer mehr, das ist einfach so. Jeder will nur noch seinen Müll los werden und merkt nicht mal, das da was falsch läuft und nimmt sich selber am Wichtigsten.

Liebe Grüsse

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Regulus123
10.11.2015, 10:54

Also ich sehe es so, dass wahre Freundschaften auch wirklich gepflegt werden sollten durch gemeinsame Unternehmungen, Gespräche. Es reicht nicht, dass der andere in der Not da ist. Das hat meiner Ansicht nichts mit Freundschaft zu tun. Ich muss auch bereit Zeit in Beziehung zu investieren, in Kontakt zu gehen.

1

Allgemein Oberflächlichkeit, nicht nur bei Freundschaften, die den Namen dann eh nicht verdienen. Zusätzlich zu vielen anderen negativen Eigenschaften ist unsere Gesellschaft zu etwas geworden, der man besser ausweicht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich glaub schon, ja. Was kaputt ist, wird weggeworfen, die Möglichkeit einer Reparatur wird oft gar nicht mehr in Erwägung gezogen - und warum sollte die Wegwerfgesellschaft vor so einem Wert wie Freundschaft Halt machen?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Durch Soziale Medien erst recht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Regulus123
10.11.2015, 10:19

Ja, das stimmt.

1

Was möchtest Du wissen?