Sind Notfallketten oder Armbänder wirklich sinnvoll?

8 Antworten

Hi,

hier sollte man wirklich die (gut gemeinte) Theorie und die gelebte Praxis unterscheiden.

Die meisten Schüler waren der Meinung, dass solche kleinen Hinweise am Körper bei bestimmten Krankheiten ganz hilfreich sind für die Ersthelfer.

Für Ersthelfer - das ist per se jeder, der Erste Hilfe leistet, unabhängig vom Ausbildungsstand - sogar vollkommen irrelevant.

Solche Notfallinformationen sollen medizinischem Fachpersonal wichtige Informationen liefern, egal ob analog als Schlüsselanhänger, als Zettel im Portemonnaie oder digital per Smartphone - jetzt besteht allerdings in der Praxis das Problem: es wird nicht danach gesucht bzw. einfach übersehen, bei einer wirklich kritischen Situation ist hierfür auch überhaupt keine Zeit.

Ich bin nicht strickt dagegen soetwas zu tragen, denn besonders Laien achten doch eher auf eine Marke wo etwas draufsteht

Darauf wetten würde ich nicht - auch wenn ich in diesem Bereich beruflich tätig bin, würde ich nicht behaupten, auf den ersten Blick eine solche Marke von Modeschmuck unterscheiden zu können. Demnach wird es dem ungeübten, panischen Laien noch mehr egal sein, was du trägst.

Wann ist so eine Kette/ Armand überhaupt zu empfehlen. 

Schwer zu pauschalisieren, oder besser die Entscheidung eines jeden selbst. Der Platz ist natürlich recht begrenzt, für "leichte" Allergien ist es jedenfalls m.E. nach nicht erforderlich.

Außerdem, wie sollten die Aussehen? 

Sie müsste auf den ersten Blick auffallen und sich deutlich von Modeschmuck unterscheiden, das ist schon nicht ganz einfach...

Im Endeffekt: die zugrundeliegende Idee ist gut, in der Praxis aber nahezu ohne Relevanz.

LG

Woher ich das weiß: Berufserfahrung

Ich schließe mich SaniOnTheRoad an: Wenn, dann muss so etwas wirklich auffallen und sich von Schmuck oder auch Zugtritts-Armbändern von Partys, Festivals o.ä. unterscheiden. Schmuck wird wahlweise nicht beachtet oder einfach nur abgenommen und asserviert, Partyarmbänder werden, wenn sie beachtet werden, einfach nur durchgeschnitten damit sie nicht stören.

Sinnvoller finde ich eine Karte, die im Geldbeutel sofort sichtbar wird, wo alle wichtigen Infos draufstehen. In meinen Augen ist es völlig normal, da reinzugucken wenn man dringend nach Infos sucht.

Handy-Apps oder RFID-Chips in der Handyhülle fallen für mich raus... bis der Rettungsdienst flächendeckend was damit anfangen kann, ist die Technologie veraltet. Und das Handy eines Patienten rühre ich tatsächlich nur dann an, wenn ein Anruf reinkommt (in der Hoffnung, dass der Anrufer mir sagen kann wen ich denn vor mir liegen habe). Ansonsten ist da in aller Regel ein Entsperrcode drauf, an dem ich mich gar nicht erst versuchen brauche.

Ich hatte als Teeny einen SOS Anhänger. Ok, ich habe ihn immer noch, aber ich trage ihn nicht mehr.

Im laufe der letzten Jahre habe ich, wenn es im Gespräch mal aufkam, unzählige RD MA gefragt - keiner kannte die.

Es wird auch weder in der Ausbildung noch in der jährlichen Fortbildung darauf hingewiesen. Evtl ist es in einigen Orten anders, wenn dort ein Vorgesetzter die kennt und seine Leute drauf schult.

Das Problem ist auch, dass es da eine immense Auswahl heutzutage gibt. Da bräuchte man schon eine extra Schulung um alle Modelle und deren Funktion kennen zu lernen.

Das 2te Problem ist, daß viele der Infos nutzlos sind, bzw man keinen Anhalt für deren Aktualität hat.

Zb dein Hinweis, dass das Asthmaspray in der Hosentasche ist: Wenn du das noch nutzen kannst, kannst du es dann nicht selbst nehmen oder sagen/zeigen, wo es ist? Und wenn du bewusstlos bist, was nutzt dir das Spray dann? Und solltest du schwer verwundet und bewusstlos sein, dann ist dein Asthma erstmal relativ schnuppe.

Auch diese netten Blutgruppenarmbänder - glaubt irgendwer wirklich, dass sich ein KH darauf verlässt? Eine Bluttransfusion macht und 😖 mist - das war die Blutgruppe vom Schatzi, ein Zeichen seiner Liebe. Oder das Hollywood-mäßig am Unfallort ein Feuerwehrmann seinen Ärmel hochkrempelt "ich hab die gleiche Blutgruppe, mach ne Direktinfusion" (ja, es gibt diese direkte Blutübertragung. Meist sind es auch Feuerwehrler oder Rettungsdienstler, die den Anblick von Verletzten gewohnt sind und die in Engpässen direkt spenden. Aber auch dies erfolgt dann im KH und da man idR dafür 0- nimmt, ist die Blutgruppe des Empfängers eh egal.

Es gibt nur sehr wenige Infos, die in einem wirklichen Notfall wirklich relevant wären. Der Großteil ist erst dann interessant, wenn man es im KH auch wieder selbst erzählen kann 😉

Wenn ich einen heftigen Andall habe, dann kriege ich manchmal so angst, dass ich mein Spray iwi nicht selbstständig nehmen kann. Ich weiß ist bescheuert. Mit der Info wollte ich ursprünglich bezwecken dass meine Lehrer wissen was los ist, und wo meine Medikamente sind. Ich gehe mal davon aus, dass ein RTW Salbutamol oder Atrovent and Bord hat.

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@Shaokid

Für die Schule würde es auch reichen, einige Mitschüler zu informieren - zudem im Ernstfall der Anhänger erfahrungsgemäß eh nach hinten gerutscht ist, unterm Shirt steckt oder sonstwie unsichtbar ist... Und der Lehrer wird erst recht nicht danach suchen

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Wie fit ist ein Rettungsassistent oder Notfallsanitäter?

Ich würde gerne wissen, wie fit ein Rettungsassistent/Notfallsanitäter hingegen zum Notarzt ist. Ob ein Rettungsassistent (oder wie sie vermutlich irgendwann heißen werden "Notfallsanitäter"...) auch im Notfall alleine klar kommen würde, wenn Beispielsweise der Notarzt gerade nicht verfügbar ist, weil er schon einen dringenden Einsatz hat... z.B. wie bei uns in Offenbach am Main (Hessen) gibt es nur zwei Notärzte, die ja vllt. beide Unterwegs sein könnten, und dann trotzdem einer gebraucht wird aber nun eben vorerst keiner kommt. Braucht man da eigentlich Angst haben als Patient das man abnippelt weil kein Notarzt verfügbar ist sondern nur ein Rettungswagen mit einem Rettungsassistent und Rettungssanitäter?

Des weiteren würde ich gern wissen wie groß das medizinische bzw. Notfallmedizinsche wissen vom Rettungsassistent ist, ein Freund von mir meinte der bei der Freiwilligen Feuerwehr ist das der Rettungsassistent der Spezialist der Notfallmedizin ist und im Fall der Fälle auch ohne Notarzt zurecht kommen würde... Ich Zitiere mal was er gesagt hat: "Soweit ich weiß ist der Rettungsassistent ein Spezialist in der Notfallmedizn und würde wenn es Hart auf Hart kommt auch ggf. für ne kurze oder auch etwas längere Zeit ohne Notarzt zurecht kommen da er ja die Rechte Hand des Notarztes ist und das auch schon großes medizinisches Wissen erfordert."

Stimmt das so? Kennt sich hier jemand ein bissi aus? :)

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