Sind noch nicht erfüllte Vermächtnisse erbschaftssteurpflichtig?

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4 Antworten

Wenn du für die erste Hälfte, das Vermächtnis, mangels durchführung, bisher keine Erklärung abgegeben hast, son musst Du das nun nacherklären.

Denke daran, Du hast 400.000,- Freibetrag für jeden Elternteil.

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Kommentar von TomRichter
16.07.2016, 22:07

Eine Erklärung muss der Erbe erst abgeben, wenn das Finanzamt ihn auffordert. Eine Mitteilung ans Finanzamt des Inhalts "Hey, ich habe geerbt" muss er dagegen in manchen Fällen von sich aus abgeben.

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Da sie das Vermächtnis schon gefordert haben, ist es steuerrechtlicht nach §10 Abs 3 ErbStG da.


(3) Die infolge des Anfalls durch Vereinigung von Recht und
Verbindlichkeit oder von Recht und Belastung erloschenen
Rechtsverhältnisse gelten als nicht erloschen.

D.h. das der Wert des Vermächtnises den Nachlasswert bei der Steuer reduziert, sie im 2. Erbfall also nur das halbe Haus versteuern müssen. Das Vermächtnis ist natürlich im 1. Erbfall zu versteuern.

Falls die Forderung einredebehaftet ist, oder eine Ausschlagung möglich ist ( das wäre, wenn sie das Vermächtnis noch nicht gefordert hätten), dann wäre den Finanzamt gegenüber zu erklären, ob die Forderung bestehen soll oder nicht. Sprich man kann ein Vermächtnis gegen sich selbst ausschlagen, oder auf eine Einrede gegen sich selbst verzichten.


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Wenn es so ist, wie Du den Vorgang schilderst (das Vermächtnis war, dass Dir sofort und ohne weitere Bedingungen das halbe Haus zu überschreiben sei), dann hast Du

a) im Jahr 2010 von Deiner Mutter ein halbes Haus geerbt, und

b) im Jahr 2016 von Deinem Vater ein halbes Haus geerbt.

Sollte das halbe Haus mehr als 400.000 Euro wert sein, hast Du eventuell ein Problem, weil Du im Jahr 2010 dem Finanzamt keine Meldung von dem Vermächtnis gemacht hast.

Ansonsten sollte es reichen, mit einer Abschrift des Testaments Deiner Mutter zu belegen, dass Dir die Hälfte des Hauses bereits vor dem Tod Deines Vaters gehörte.

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Steuerpflicht tritt mit Anfall der Erbschaft, nicht Grundbuchänderung ein. In  deinem Fall dann, wenn die beiden Gesamterbe jeweils 400.000 EUR überstiegen haben sollten.

G imager761

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